01/09/2023
In meinem Arbeitszimmer steht hinten in der Ecke ein Aktenschrank. Jedes Mal, wenn ich den öffne, fällt mein Blick auf viele Postkarten, die ich dort auf der Innenseite der Tür befestigt habe. Es sind Grüße von Menschen, die ich hier in der Gemeinde begleitet habe: Bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen usw. Manche Karten haben auch „einfach so“ ihren Weg zu mir gefunden. Diese vielen verschiedenen Karten bedeuten mir sehr viel und das wird auch so bleiben.
In den letzten Wochen habe ich diesen Schrank häufig geöffnet, nur um mir diese Karten anzuschauen – und ich habe darüber nachgedacht, warum ich Pfarrer geworden bin. Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht über einen „klassischen Weg“ in den Pfarrdienst gefunden habe. Nein, mein Weg in den Pfarrdienst begann vor über 18 Jahren als Rettungsassistent im Rettungsdienst, sozusagen mit Blaulicht – und dieses Blaulicht hat wieder seinen Weg in mein Leben gefunden:
Mir ist angeboten worden, ab dem 01.10.2023 der neue Polizeiseelsorger für die §4-Behörde in Essen und Dozent für berufsethischen Unterricht an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Duisburg zu werden. Und ich habe vor diesen Karten gestanden und nachgedacht und schließlich habe ich mich dazu entschieden, dieses Stellenangebot anzunehmen.
Mein künftiges Aufgabengebiet erstreckt sich auf die Polizeipräsidien in Essen, Duisburg, Krefeld, Oberhausen sowie die Landräte Wesel und Kleve an der niederländischen Grenze. Auf diesem Gebiet werde ich Einsatzbegleitungen wahrnehmen, Beratungen für dienstliche und private Herausforderungen anbieten, Reflexionsgespräche führen und Seelsorger sein. Ich werde Pfarrer von rd. 5850 Polizeibeamt:innen, die in einem äußerst herausfordernden und wichtigen Arbeitsfeld ihren Dienst an unserer Gesellschaft leisten. Sie in diesem Dienst als Seelsorger zu unterstützen, ist eine besondere und auch sehr vertrauensvolle Aufgabe, der ich mich zukünftig als Landespfarrer der Ev. Kirche im Rheinland widmen werde.
Die Entscheidung zur Annahme dieser Stelle ist mir / ist uns als Familie alles andere als leichtgefallen. Doch wir sind zum Ergebnis gekommen, dass das der Weg ist, den wir mit Gottes Segen gehen wollen. So werden nun ganz allmählich die Koffer gepackt: Randvoll mit vielen guten Erinnerungen, für die ich von Herzen dankbar bin.
Den Segen, den ich für diesen Weg spüre – den wünsche ich auch Ihnen. Es grüßt Sie herzlich
Andreas Herzog, Pfr.