05/08/2026
Reisegruss
Inzwischen bin ich gereist, über den Umweg nach Abano Terme nach Deutschland, mit einer Übernachtung auf dem Campingplatz in Österreich. Als ich im 5. Stau stand, hat meine Tochter mir geschrieben, dies sei ja auch das Wochenende mit dem meisten Verkehr auf den Straßen...
Aber Hauptsache, man kommt gut an. Einige Unfälle habe ich unterwegs gesehen, meist sah es harmlos aus.
Früher fanden die Menschen das Reisen noch viel gefährlicher als heute. Keine Staus auf der Autobahn, aber dafür dem wechselnden Wetter genauso ausgeliefert wie den Wegelagerern und Banditen. Manch einer hat alles verloren, was er bei sich trug und konnte froh sein, wenn er selber unbeschadet geblieben ist. Von San Francesco wird erzählt, dass er und seine Brüder auf einer seiner Reisen auch überfallen wurde. Statt sich zu wehren, habe er eingeladen: "Frattelli Ladroni, venite! Siamo frati, e vi portiamo del buon pane e del buon vino!" Kaese und Eier habe er auch noch angeboten und als sie satt waren, habe er ihnen gepredigt. Sie sollen Freunde geworden sein...
Wann auch immer, wohin auch immer wir reisen, es erinnert uns daran, dass wir unterwegs immer etwas schutzlos bleiben. Gerade auf Reisen, wenn wir in unbekannter Gegend sind, manche Reiseplaene durchkreuzt werden, ahnen wir wohl, dass wir nicht alles im Griff haben, wir trotz Google maps uns verirren können, dass wir verletzlich bleiben, so sehr wir uns auch vor allen Gefahren schützen möchten. Insofern ist das Reisen auch immer ein Anlass, sich daran zu erinnern, dass ich mich nicht auf mich allein verlassen muss. Zur Reise können wir Gott um seinen Segen bitten. Segen bedeutet ja, dass ich mein Leben nicht selber garantieren kann. Aber dass ich mich auch nicht von den Ängsten und Sorgen bannen lassen muss. Sondern mich jeden Moment in die Hände Gottes fallen lassen kann.
So wünsche ich euch einen gesegneten Sommer, wo ihr auch gerade steckt. Zuhause oder unterwegs. Bleibt behütet, kommt wohlbehalten zurück. Und bis wir uns wiedersehen, möge Gott seine schützende Hand über euch halten.
Mit den Worten eines alten jüdischen Segensgebets: "Gott unserer Väter und Mütter, möge es dein Wille sein, uns in Frieden zu leiten, unsere Schritte auf den Weg des Friedens zu richten, und uns wohlbehalten zum Ziel unserer Reise zu führen. Behüte uns vor aller Gefahr, die uns auf dem Weg bedroht. Bewahre uns vor Unfall und vor Unglück, das über die Welt Unruhe bringt. Segne die Arbeit unserer Hände. Lass uns Gnade und Barmherzigkeit vor deinen Augen finden; Verständnis und Freundlichkeit bei allen, die uns begegnen. Höre auf die Stimme unseres Gebetes. Gepriesen seist du, o Gott, der du unser Gebet erhörst."
Nun wird das Handy bald ausgehen und wir hören und sehen uns wieder Florenz, Pisa, Bologna...
Eure Pastora Susanne