31/05/2026
Zu den Gesängen am Dreifaltigkeitssonntag gehört für uns in der Vesper der Hymnus „O sel‘ges Licht, Dreifaltigkeit“. Eine Verdeutschung des Hymnus „O lux beata Trinitas“ des heiligen Ambrosius (340-397). Ein alter und kraftvoller Text, poetisch und treffend kurz. Auch im Jahreskreis ist dies jeden zweiten Sonntag der Hymnus in der Vesper.
Die erste der insgesamt nur drei Strophen lautet: O sel’ges Licht, Dreifaltigkeit, / du ein’ger Gott von Anbeginn! / Nun, da die Sonne uns verlässt, / geh du in unserm Herzen auf.
Ein kurzer und alltäglicher Zugang, um sich diesem vielleicht doch sperrigen Geheimnis unseres Festes zu nähern: der heiligen Dreifaltigkeit, dem EINEN Gott in drei Personen.
Denn das Bild berührt sofort: Es wird draußen dunkel, und in diesem Moment der Dämmerung bitten wir den dreieinen und dreifaltigen Gott, in unserem Herzen, in uns selbst aufzugehen. Ein kleines Licht, das uns durch die Nacht trägt.
Man kann diese Nacht und Dunkelheit auf unsere großen und kleinen Lebens- und Weltkrisen beziehen: Gerade dann können wir vielleicht Gott am ehesten in unserem Herzen begegnen und IHN erfahren.
Aber man kann es auch auf das normale Tagesende beziehen, wenn man sich noch einmal kurz auf die Bettkante setzt:
* Wo und wie habe ich Gott den Vater heute erfahren? In Seinem Schutz, im bloßen Geschenk des Lebens, in der Schönheit der Schöpfung…?
* Wo und wie hat mich der Sohn in den Augen eines Mitmenschen angesehen, mir Seine Hand gereicht, mir zugehört, mir ein gutes Wort zugesprochen…?
* Wo hat der Heilige Geist meinen Tag durchweht, in Seiner Schöpferkraft, in Seiner wunderbaren Energie, in Seinem Durcheinanderwirbeln, in Seinem Trost…?
Und ein kleines Licht mag in meinem Herzen erleuchten, das auch durch die angebrochene Nacht einen guten Weg mit mir geht.
Pater Basilius und alle Brüder in Jerusalem und Tabgha wünschen Euch einen gesegneten Dreifaltigkeits-Sonntag und eine gute Woche!