27/09/2020
Predigt Pfr. Rafael Dreyer 27. September 2020,
über Römer 12,3-9, Markus 10,35-45 in Verbindung mit der ghanaischen Geschichte (Das Lied der bunten Vögel)
Liebe Gemeinde,
Gestern am Samstag gab es eine Online-Begegnung zwischen sechs Kindergottesdienstgruppen aus dem Raum Frankfurt am Main mit der Presbyterian Church of Ghana-Gemeinde in Frankfurt und der Shalom-Gemeinde in Accra. Es waren ca. 80 Kinder an den Bildschirmen versammelt und haben gemeinsam gelernt, gemalt, Bilder aus Ghana gesehen und Lieder aus Ghana gehört, gesungen von den Kindern aus der Shalom-Congregation. Es war das erste Mal, dass so eine Begegnung möglich wurde.
Kobna Anan: Das Lied der Bunten Vögel
Es waren einmal fünf Vögel. Das Federkleid des ersten Vogels war weiß wie Schnee. Das des zweiten Vogels war blau wie das Meer. Die Federn des dritten Vogels waren rot wie Blut. Das Federkleid des vierten Vogels war gelb wie die Sonne. Die Federn des fünften Vogels waren grün wie saftiges Gras. Die fünf Vögel lebten gemeinsam tief im afrikanischen Urwald. Ein jeder gab eine andere Folge von Tönen von sich. Der weiße Vogel zwitscherte. Der blaue Vogel flötete. Der rote Vogel pfiff. Der gelbe Vogel trällerte und der grüne Vogel zirpte. Das Durcheinander ihrer Töne klang wie ein Orchester, das seine Instrumente vor einem Konzert einstimmen muss.
Nicht passen ... Kein Bewusstsein für eine mögliche Einheit ... kein Bewusstsein für einander, kein Bewusstsein für die Gaben des Nachbarn ... Nur jeder für sich. Wir leben in dieser Welt des Wettbewerbs. Survival of the Fittest
Eines Tages schlich ein Leopard durch das Unterholz. Vor lauter Aufregung sangen die fünf Vögel gleichzeitig, um die anderen Urwaldbewohner vor der Gefahr zu warnen. Plötzlich wurde daraus eine wunderschöne Melodie. „Aus unserer Verschiedenheit ist es etwas Großartiges entstanden“, stellten die fünf Vögel erstaunt fest und sangen von nun an nur noch gemeinsam.
Der Leopard macht den Unterschied… die Gefahr…wie reagieren die Vögel?
Der Leopard hätte sie zerstreuen können, in verschiedene Richtungen zu fliehen ... wie in der Natur, wenn Antilopen weglaufen, wenn sich ein Löwe nähert, obwohl sie ihm als große Gruppe hätten begegnen können ... zusammen ... Corona treibt Menschen in die Isolation ... in vielen Altersheimen ... Einsamkeit, keine Besucher … Gefahr führt zu Isolation. Armut…
Wenn Kriminelle zuschlagen, ziehen sich die Leute zurück ... Ich habe es nicht gesehen, nicht gehört, will es nichts dazu sagen ...
Aber der Leopard bringt sie zusammen ... um zu verstehen, dass sie zueinander gehören können... plötzlich singen sie die gleiche Melodie, um die anderen zu warnen ... sogar in Corona-Zeiten, trotz der Gefahr, kann es ein Glück im Unglück sein, dass wir neue digitale Möglichkeiten der Gemeinschaft finden. Wir könenn uns in virtuellen Räumen versammeln Zoom-Meetings ... Phantasie ist erforderlich ... Gott kann auch üble Zustände zu unseren Gunsten umkehren.
Wie die Vögel die Waldbewohner warnen, so sollen wir als Christen den Mut finden, Gefahren für die Gemeinschaft auszusprechen… Friedensbotschafter sollten die Wahrheit sagen Botschafter repräsentieren normalerweise ihr Land… Christliche Friedensbotschafter repräsentieren den Friedensfürsten… das Land ist das Königreich Gottes. Sie müssen mutig sein… um Ungerechtigkeiten zu benennen… Gesetzesverstöße… Selbstjustizaktivitäten…Einschüchterungen
Aus unseren Unterschieden entstand etwas Großartiges… sie waren erstaunt… den anderen zu erkennen… durch einen Schock… Gefahr…
Der Feind schafft eine Einheit in der Vielfalt ... wie in einem Krieg ... um das Land gegen einen Eindringling zu verteidigen ...
Römer 12
Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. 4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. 6 Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.
Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß.
7 Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt.
Ist jemand Lehrer, so lehre er.
8 Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er.
Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn.
Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude.
In der Schöpfungsgeschichte haben wir gelesen, dass Gott uns Menschen zu seinem Bild geschaffen hat, Genesis 1,27. Jeden einzelnen. Im 2. Korintherbrief schreibt Paulus über seine Glaubensgeschwister im Kapitel 2,18 Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herr wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur anderen, von dem Herrn, der der Geist ist.
Ganz konkret geht das hier in der Geschichte so, dass sie eine schöne Harmonie bilden.
„Wir sollten andere an unserem Lied teilhaben lassen. Die Menschen lieben Musik und bunte Farben. Es macht sie froh und glücklich.“ Als die Sonne am höchsten stand, flogen sie daher zu einer Lichtung, auf der ein Bauer mit seiner Familie in einer kleinen Hütte wohnte. Sie sangen ihr wunderbares Lied und schwangen ihre bunten Flügel im Takt wie zum Tanz. Dieser herrliche Anblick und die zauberhafte Melodie erfreuten den Bauern so sehr, dass er den Vö**ln zum Dank Körner auf den Boden streute. Das Futter war so reichlich, dass sich die Vögel kein Körnchen mehr selbst suchen mussten. Ab da flogen sie jeden Tag zu der Lichtung, trugen ihr Lied vor und wurden dafür belohnt.
Eine Harmonie wie ein Leib...die Kirchengemeinde ist der Leib Christi
… wir sollten unser Lied mit anderen teilen…
Schönheit des Leibes Christi… Ökumenische Weite… Partnerschaft mit anderen als Ihnen…
Zusammen singen… Ich bereite gerade ein interkulturelles Gesangbuch vor, dass es ökumeniscchen Besuchergruppen erlaubt, viel miteinander zu singen. Viele der Gesangbuchlieder der Presbyterian Church of Ghana stammen aus der deutschen Tradition. Meine Sammlung macht es möglich, dass dei Partner die gleichen Lieder miteinander singen, jeder in seiner Sprache, aber mit dem gleichen Textinhalt und der gleichen Melodie. Hymns cross cultures. Ein Beispiel für die Schönheit von Kirchenpartnerschaften, vom lebendigen leib Christi. In Corona-Zeiten können sich Gemeinden gegenseitig helfen, finanziell und mit mit Gebeten.
Wunderbarer Anblick und magische Melodie erfreuten den Bauern, der symbolisch für Gott, den Schöpfetr steht. Jesus sagt im Johannesevangelium, Kapitel 10,10 Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge.
In Röm 12 lesen wir über die Gemeinschaft des Leibes Christi, das in ihm Frieden herrscht.
17 Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Was ist mein Maß an Glauben? Bin ich mir dessen bewusst? Meine spirituelle Stärke? Mein Geschenk zum Teilen?
Liebe Gemeinde,
Und nun kommt eine aufwühlende Wendung hinein:
Das brachte den weißen Vogel eines Tages auf eine Idee: Wenn er allein zum Bauern flöge, müsste er das schöne Futter nicht mit den anderen teilen. Und stellt euch vor, den gleichen Gedanken hatten auch die anderen vier Vögel. So flog jeder von ihnen zu einer anderen Zeit auf die Lichtung. Doch anstatt schmackhafter Körner erntete jeder den Hohn und Spott des Bauern. „Dieses Gekrächze soll ein Lied ein? Da lachen ja meine Hühner!“, stieß er verächtlich hervor, als der weiße Vogel allein sein Glück versuchte. Dem blauen Vogel warf er gar einen Stein hinterher. Den anderen drei Vö**ln erging es nicht viel besser: „Meine Säge klingt melodischer als dein Gekreische!“, raunzte der Bauer den gelben Vogel an. „Dein Zirpen ist eine Beleidigung für meine Ohren! Mach, dass du fortkommst!“, bekam der grüne Vogel zu hören. Dem roten Vogel rief er wütend zu: „Dieses rote Geflatter vor meiner Nase macht mich nervös! Verschwinde und lass dich hier nicht mehr sehen!“
Diesen Ehrgeiz kennen wir aus der Bibel, von den Jüngern Jesu.
Wie Jakobus und Johannes ... in Markus 10,35-45
35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.
41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Verderbnis der Jünger… Nachdem sie sich ihres Anteils am Leib Christi bewusst geworden sind. Hochmütigkeit, Arroganz ...Jeder für sich.
Kommt auch in der Gemeinde vor, geistlicher Hochmut, die eigene Bedürftigkeit Gott gegenüber zu leugnen. Was bedeutet es, zu dienen. Es heißt, einmal von sich selbst abzusehen, von den eigenen Bedürfnissen, vom eigenen Ehrgeiz, sich zu entspannen.
Liebe Schwestern und Brüder,
Die Vögel sind in der Krise. Wie Jesus seine Jünger, so hat der Bauer auch sie ausgeschimpft. Werdet nicht hochmütig!
Am Abend trafen sich die fünf Vögel im Urwald wieder. Mit hängenden Flügeln und hungrigen Bäuchen mussten sie einander ihre Gier eingestehen. „Wir sollten morgen wieder gemeinsam zur Lichtung fliegen“, schlug der weiße Vogel vor. Die anderen nickten zustimmend, „Vielleicht können wir den Bauern milde stimmen.“
Am nächsten Tag flogen die Vögel zur gewohnten Stunde zur Hütte des Bauern. Kaum dort angekommen sangen und tanzten sie so wundervoll wie nie zuvor. Als der Bauer die ersten Töne hörte, kam er voller Freude aus seiner Hütte und rief: „Meine lieben Vögel, schön, dass ihr wieder da seid! Ein jeder von euch kennt einen Ton und hat eine Farbe. Aber nur wenn ihr gemeinsam singt und tanzt, wird mein Herz davon berührt.“ Als Dank streute er den Vö**ln wieder Körner hin, an denen sie sich nach Herzenslust satt fressen konnten.
Umkehr
1. Korinther 12,21 Und das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; noch einmal der Kopf zu den Füßen: "Ich brauche dich nicht." 22 Nein, vielmehr sind diejenigen Körperteile notwendig, die schwächer zu sein scheinen.
Die Vögel fanden wieder ihre Einheit ...
Ehemann und Ehefrau ... Familien ... finden Ihre Einheit wieder.
Eine Nation sollte ihre Einheit finden ... in Zeiten des Wettbewerbs, mitten im Wahlkampf, nicht vergessen, dass das Land nicht zerrissen werden darf.
Es gibt Wettbewerb und es wird ihn immer auf dieser Welt geben ... nimm es als Sport ... nicht als Krieg.
Um himmlischen Frieden (oder zumindest ein Zeichen davon) zu erreichen, müssen wir unsere Selbstsucht opfern. Jesus hat unsere Sünden weggetragen… damit wir frei werden können, Kinder Gottes zu werden, die die Bedeutung der Einheit im Heiligen Geist verstehen.
Rein gemacht werden ... Nur wenn du zusammen singst und tanzt, wird mein Herz berührt, sagte der Bauer ...
Jesus muss der Dirigent sein! Musikdirektor !! Der Schöpfer.
FAZIT
Denken wir an den Leopard! ... Ein angebliches Übel kann Segen mit sich bringen
Es geht hier nicht um jede Form von Einheit, sondern eine Einheit in Christus.
Es ist ein Band Christi. Jeder sollte sich seiner Gabe und seiner Position bewusst werden. Wer bin ich, weiß, blau, rot, grün? Ohne den Heiligen Geist würde Neid aufkommen oder Streit und Gewalt….
Ohne den Heiligen Geist würden Sie Ihre Gabe nicht bemerken… (Das Durcheinander ihrer Töne klang am Anfang wie ein Orchester, das seine Instrumente vor einem Konzert stimmen muss)
Ohne den Heiligen Geist würden Sie sich nicht korrigieren lassen, würden wir unsere Fehler nicht eingestehen, nachdem wir Teil des Leibes Christi geworden sind.
Beten wir für die Wahlen in Ghana am 7. Dezember, damit sie friedlich verlaufen, für die Einheit in der Vielfalt zwischen den Kirchen… zwischen Muslimen und Christen…
Der Segen der Einheit kann wie in der Geschichte getestet werden… der Segen der Kirche für sich selbst… Korruption… Egoismus… stolz darauf, dass wir Herausforderungen und Prüfungen erfolgreich durchlaufen… Gott wird uns unsere Schwächen zeigen, um uns zu reinigen
Gott ist treu ... als Bauer gibt er uns eine zweite Chance.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere menschliche Vernunft bewahre Eure Sinne und Herzen in Jesus Christus.
Amen