15/02/2026
Büttenpredigt 2026 von Pfr. Michael Erhart
Wie jedes Jahr gibts ne gereimte Predigt auf das Sonntagsevangelium. Einmal kommt sie noch, heute Abend am Käppele: Frohen Fasching allen!
Ich sag Grüß Gott, hallo, Zeilau,
ich wieder mal aufs Jahr so schau,
da geht es mir so grad nicht gut,
der Blick nach vorn mir nicht gut tut.
Dann schauen wir erst mal zurück,
das ist halt leider auch kein Glück,
was ist mit uns nur so passiert,
ich hab es einfach nicht kapiert,
soll das ein Miteinander sein,
das finde ich so gar nicht fein.
Allein schon die Kommunikation,
die ist ja oft nur noch Affront.
Es wird so oft nur schlecht geredet,
wer anders denkt, wird weggetretet,
mit unglaublich bös´ harten Worten,
die kann man überall verorten.
Natürlich grad im Internet,
das war noch nie so wirklich nett,
doch die Verrohung ist so hart,
da leidet meine Seele zart,
da möcht ich manchmal gar nicht schauen,
was andre Menschen sich so trauen,
Menschen ächten ist ein Hobby
und hat sogar ne gute Lobby.
Es ist egal, was einer sagt,
gibt immer einen, der dann klagt
und meint, die Meinung ist nur falsch,
ob ers falsch kriegte in den Hals?
Ich kenn noch Zeiten, die da waren,
bin auch nicht jung mehr in den Jahren,
da konnt man miteinander sprechen,
Heut tut es Freundschaften abbrechen.
Die Verrohung mich erschreckt,
tja, so geht ne Kultur verreckt.
Da komm ich hin zu Jesu Worte,
die er mal sprach an schönem Orte.
Die waren durchaus auch mal klar,
doch da die Richtung anders war.
Er war ein Mensch der Konsequenz,
er wusst, sein Wort hatte Essenz,
zugegeben, auch nicht leicht,
doch hat er damit was erreicht.
Denn seine Worte hatten Sinn,
sie hatten für die Mensch´ Gewinn.
Das ist was andres als die Häme,
der Tage heute, der ich schäme.
Ich habe heute im Gefühl,
das tut mich echt mal stark aufwühl´,
es wird echt nur geredet schlecht,
das Gute sieht man nicht mehr recht.
Wo bleibt ein wenig Gutes noch,
von was ich will berichten doch?
Ich hoff für euch, dass ihr im Kleinen,
da könnt noch etwas schönes reimen.
„Meine Familie, die macht Spaß“,
wäre ein Anfang, wär doch was.
„Ich habe Freude an mein´m Leben“,
was könnte es noch schön´res geben?
Was die Gesellschaft grad nicht tut,
ist klar, sie gibt uns keinen Mut.
Doch haben wir ja noch nen Halt,
deshalb sind wir hier „knapp“ geballt,
wir haben auch noch einen Glauben,
der möchte uns die Zweifel rauben.
Auch kirchlich is ja was gescheh´n,
wenn wir mal so zurück da seh´n,
das war ja echt ganz unerwartet,
wie Ostermontag war gestartet,
Emmausgang, der war grad rum,
da schaute ich danach ganz dumm.
Der Papst war grade mal gestorben,
noch gestern Segen hab erworben.
Nun gibts nen Leo, der sich treu,
bislang geschah nicht viel so neu.
Doch hab ich Hoffnung, ganz gewiss,
dass er am Platz der Richt´ge is.
Nun denn, es tut sich ja doch lohnen,
dass wir uns nicht mehr weiter schonen
und wagen einen Blick voraus,
was so geschehen wird da draus?
Habt ihr´s Gefühl, so wie auch ich,
das lässt mich leider nicht im Stich,
es wird nicht besser dieses Jahr,
Gesellschaftskälte, die ist klar.
Und eins, das sei mal grad gesagt,
da braucht man gar nicht lang gefragt,
die Worte, die gesagt, sind nichtig,
wenn sie nur Fake-News sind, nicht richtig,
dann sollt´ man sie nicht ernst mal nehmen,
die sie da sagen, sollt´sich schämen,
da ist das Wort von Jesus klar,
euer JA, das sei ein Ja.
Doch können wir dem echt noch trauen,
darauf die Zukunft mal aufbauen?
Jesu Worte sind heut hart,
er streichelt uns grad nicht ganz zart.
Jedes kleinste noch Gebot,
hat bei Gott doch Sinn und Lot.
Da kann er doch gewiss nicht meinen,
dass Lügen unser Leben reimen.
Wir haben doch akut Probleme,
so viel Gewalt, ich mich fast schäme.
Ständig wird mit Messern g´stochen,
was is bei uns hereingebrochen,
und wird tagtäglich ignoriert,
im Härtefall banalisiert,
da wecken wir, ganz klare Seite,
nen Angstvorschuss ganz zum Geleite.
das schafft doch nur ne starke Rechte
und das is Perspektive schlechte.
Es gibt tatsächlich deren viel,
die ich hier nicht willkommen will.
Wer and´ren Menschen weh hier tut,
der is für uns einfach nicht gut.
Doch eines möcht ich auch klar sagen,
das is ja auch mal zu beklagen,
wer so meint, zu politisieren,
der tut auch eines nicht kapieren:
es geht ja immer noch um Menschen,
auch wenn sie haben falsche Grenzen.
Für mich ist einfach eines klar,
das sag ich mal so grad fürwahr:
Obs Straftäter, ob N***s sind,
die sind für mich gebranntes Kind.
Denn eines sollt ihr alle wissen:
Gewalt, die ist für mich beschissen.
Schließ Frieden schnell mit deinem Gegner,
so sagt es Jesus ohne Zöger.
Ich glaub, mit seiner klaren Haltung,
wir hätten echt Raum zur Gestaltung,
ob wir das Aug´ rausreißen müssen,
das will ich grad noch gar nicht wissen.
Dann könnten wir nicht voraus schau´n,
da will ich doch noch mehr vertrau´n,
wir haben ja die Tage Wahlen,
wir haben gar grad gute Zahlen,
Gemeindeteams, die gibt es noch,
wir sind noch gar nicht in nem Loch,
wir haben Menschen, die was machen,
ich weiß, die machen gute Sachen.
Drum gebet ihnen ihr die Stimme,
erhebet ja auch deren Sinne,
und ich bin klar, wir können was,
Kirch´ kann machen doch auch Spaß.
Schaut nach vorn, nicht nur zurück,
wir haben ja doch noch zum Glück,
Menschen, die etwas bewegen,
und neuen Schwung dann uns noch geben.
So komm ich nun dann doch ans Ende,
ich mich an alle noch mal wende,
seid zueinander stets nur gut,
in Wort und Tat, es gut nur tut.
So bleibt stets fröhlich auch im Grau,
ich wünsche euch nur noch: Zeilau.