31/01/2020
Wir verurteilen die Entscheidung des Staatspräsidenten Recep Tayip Erdogan aufs Schärfste.
Diese Entscheidung zielt darauf ab, das Sivas-Massaker erheblich zu verharmlosen.
Sie ist auf ein antipluralistisch, diskriminierend geprägtes Verständnis zurückzuführen.
Das *Sivas-Massaker* ist ein Schattenriss der Aleviten.
Der Brandanschlag von Sivas bezeichnet den pogromartigen Angriff einer religiös motivierten und aufgepeitschten Menge auf Teilnehmer eines alevitischen Festivals und den anschließenden Brand des Madımak-Hotels am 2. Juli 1993 in der zentralanatolischen Stadt Sivas. Dabei kamen 33 Personen, überwiegend alevitischen Glaubens ums Leben, indem sie bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.
Einige Täter, die verantwortlich für diesen Massenmord sind, leben heute auf freiem Fuß und kamen straflos bzw. nicht der gerechten Strafe entsprechend davon. Ahmet Turan Kilic ist einer dieser Täter. Nach dem mit langjähriger Suche nach Gerechtigkeit Ahmet Turan Kılıç verhaftet wurde, wird er nun vom türkischen Präsidenten höchstpersönlich begnadigt. Das Verbrechen wird gedultet und ist ein Widerspruch gegen die Menschlichkeit. Eine Beschämung für die Menschheit. Wir leben in einer Gesellschaft, in der noch immer Menschen Repression, Diskriminierung und Unterdrückung erleben.
Das Sivas-Massaker war ein ausschlaggebender Grund für die Gründung der Alevitischen Organisation in Deutschland und Europa. Noch heute kämpfen wir Alevit_innen um Gleichberechtigung und werden unterdrückt. Dies ist ein weiteres Beispiel, wie die türkische Regierung die Unterdrückung von Alevit_innen sowie Massaker wie das in Sivas zu verharmlost und weiterhin Diskriminierung fördert.
Wer näheres über das Sivas Massaker erfahren möchte und/oder sich dem Ausmaß bewusst machen möchte, kann sich hier ein deutschsprachiges Video anschauen, das das Geschehen schildert.
https://youtu.be/Ud9g-DOQAvg
Erneut ein weiterer schwarzer Tag für uns Aleviten.
Wir fordern Gerechtigkeit!