14/05/2026
Gedanken zum Tag von Jonathan:
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
Psalm 42,3
Aber was ist, wenn sich das bei mir nicht so anfühlt? Ich glaube, dass jeder Mensch eine gewisse Sehnsucht nach Gott in sich trägt. Es gibt viele Dinge und Ideen in dieser Welt, die versuchen sich diese Sehnsucht im Menschen zunutze zu machen und die Aufmerksamkeit und letztendlich die Anbetung des Menschen für sich zu gewinnen. Es ist ein geistlicher Kampf, der ständig tobt.
Leider hört er auch dann nicht auf, wenn wir uns für Jesus entschieden haben. In diesem Fall sind es nicht die Probleme dieser Welt, die uns zu schaffen machen – die wirken meistens sogar eher so, dass sie unsere Sehnsucht nach Gott vergrößern. Es sind die Freuden des Lebens, die hier gefährlich sind. Denn sie liefern uns andere Dinge, nach denen wir uns sehnen und auf die wir hin fiebern können. Die Sehnsucht nach Gott ist dann zwar nicht weg, aber überschattet – manchmal sogar so stark, dass es sich so anfühlt, als wäre sie ganz weg.
Man könnte mit diesen Überlegungen denken, dass es als Christ erstrebenswert wäre, sich von den Freuden des Lebens fernzuhalten und das Leben möglichst mühsam zu gestalten – und es gibt ja tatsächlich christliche Strömungen, die in diese Richtung gehen. Für unsere Sehnsucht nach Gott wäre das sicher positiv.
Aber das Leben ist selten eindimensional und glücklicherweise geht es Gott um mehr als nur darum, dass wir Sehnsucht nach ihm haben. Er möchte uns eine Identität als Kinder Gottes geben. Dazu gehört, dass er uns gerne beschenkt und möchte, dass wir lernen andere zu beschenken. Und dazu gehört, dass er uns trägt und möchte, dass wir lernen andere zu tragen.
Es ist mit den Freuden des Lebens ein bisschen wie mit etwas, das ich sehr gerne mag: Schokolade :-)
Es ist schön, wenn wir ein gesundes Leben führen, das es problemlos erlaubt, dass Schokolade ein Teil davon sein kann. Es wird gefährlich, wenn die Schokolade immer mehr zum Hauptnahrungsmittel wird und ich anfange Obst und Gemüse wegzulassen, weil die Schokolade mehr Platz braucht. Wenn ich das nicht unter Kontrolle bekomme, kann es sogar der richtige Schritt sein, gar keine Schokolade mehr zu Hause zu haben – nicht, weil Schokolade böse ist, sondern weil ich es nicht hinbekomme, angemessen mit ihr umzugehen.
Übertragen auf unser Leben soll das nicht heißen, Freude im Allgemeinen loszuwerden (das wäre sehr traurig und sicher nicht Gottes Wille), aber vielleicht die eine oder andere Sache, die immer wieder viel zu viel meiner Aufmerksamkeit auf sich zieht. Denn letztendlich geht es darum, die Beziehung zu Gott zu pflegen (da gibt es viele Möglichkeit, das zu tun) und zu schauen, dass das auf jeden Fall Platz in meinem Leben hat – ein Hauptnahrungsmittel. Wenn das seinen Platz hat, wird auch die Sehnsucht nach Gott automatisch wieder zum Vorschein kommen und es bleibt hoffentlich genug Platz für hier und da ein bisschen Schokolade!
Viele Grüße und Gottes Segen,
Jonathan