05/06/2026
Erzfuhrweg freigelegt
Etwa zehn Heimatfreunde aus Südthüringen haben auf Bitte der archäologischen Denkmalpflege Spurrinnen eines Erz- und Holzkohletransportwegs im Finstergrund bei Lichte (Stadt Neuhaus am Rennweg, Lkr. Sonneberg) freigelegt und dokumentiert. Bereits 2008 hatte Carsten Kundt (Heimatverein Neuhaus am Rennweg e. V.) die archäologische Denkmalpflege auf die im Fels eingetieften Spurrinnen aufmerksam gemacht. 2025 hatte die zuständige Revierförsterin sich an das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) gewendet, insbesondere den Schutzstatus der Relikte zu erfragen. Auf Initiative von Dr. Mathias Seidel, Gebietsreferent des TLDA, fanden sich am Samstag, 30. Mai 2026, mehrere freiwillige Helfer zusammen, um die Relikte auf mehreren Metern freizulegen und zu dokumentieren. Beteiligt waren daran neben Dr. Seidel und Grabungstechniker Marco Grosch (beide TLDA), Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein, Juliane Rose (Heldburg), Mathias Scheler (Volkmannshausen), Michael Steffen (Sachsenbrunn), Joachim Hoge (Zella-Mehlis), Nicky Höhn, Jens Kästner (beide Scheibe-Alsbach) und Werner Zapf (Piesau). Nachdem die Grasnarbe und Laub entfernt waren, konnten die Fahrspuren dokumentiert und vermessen werden.
Der untersuchte Hohlwegabschnitt liegt am Arlsberg und führt durch den Finstergrund in der Nähe des sog. „Finstergrund“-Viadukts der 1912/13 erbauten Eisenbahnstrecke Lauscha-Bock/Wallendorf (heute stillgelegt). Die Spurrinnen sind in den anstehenden Tonschiefer tief eingeschnitten. Ähnliche Befunde gibt es auch in der Nähe des frühneuzeitlichen Hüttenwerks Augustenthal bei Mengersgereuth-Hämmern (Gde. Frankenblick) sowie bei Steinach. Der Transportweg verbindet die spätmittelalterlichen/frühneuzeitlichen Hammerwerke im Lichtetal mit Eisenerzgruben am Rennsteig (Hoher Schuss und Brand) sowie Kohlenmeilerstandorten dort. Auch für die Glashütte Lauscha war dieser Weg von Relevanz. Die Fahrspuren sind eindrucksvolle Zeugnisse der frühen Gewerbegeschichte.
Vereine und interessierte Heimatfreunde, die sich für die archäologische Denkmalpflege und die Erforschung der frühen Gewerbegeschichte interessieren und praktisch etwas tun möchten, können sich an das TLDA, Außenstelle Römhild, Dr. Mathias Seidel, Tel. (0361)57 322 2011, E-Mail [email protected] oder Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein, Tel. (0160)3279035, E-Mail: [email protected] wenden.