06/02/2026
„Wo bleibt denn euer Kaffeemobil?“
Überlegungen zur Fortsetzung unserer Kaffee-Aktion auf dem Wandlitzer Wochenmarkt
Am Rande eines Kantorei-Workshops im Herbst beschwerte sich eine Mitsängerin – mit einem kleinen Augenzwinkern:
„Ich habe extra eine Freundin aus Berlin mit auf den neuen Wandlitzer Wochenmarkt genommen, um ihr euer tolles italienisches Cappuccino-Dreirad zu zeigen. Aber ihr wart nicht da.“
Was sie nicht wissen konnte: Unser Auftritt im Oktober war von Anfang an als Pilotprojekt für vier Wochen gedacht. Dass daraus ein solcher Erfolg werden würde, hatten wir selbst nicht erwartet. Der Dezember-Gemeindebrief berichtete darüber – und vor allem die Menschen auf dem Markt erzählten ihre eigene Geschichte.
„Toll, dass ihr hier seid!“ – diesen Satz hörten wir oft. Von ganz unterschiedlichen Menschen, mit ganz unterschiedlichen Bezügen zur Kirche. Die einen freuten sich über einen Ort zum Verweilen, zum Begegnen, zum kurzen Innehalten zwischen Obststand und Bäckerei. An jedem Samstag wurden rund hundert Portionen Cappuccino, Latte Macchiato oder einfacher Kaffee gegen Spende ausgeschenkt.
Capuccino-Premiere am 4.10.25 auf dem Wochenmarkt. Beginn einer Erfolgsgeschichte
Andere sagten: „Wir finden das toll, dass die Kirche so etwas macht.“
Bemerkenswert war: Viele dieser Stimmen kannten wir nicht aus dem Sonntagsgottesdienst.
Was also hat ein Becher Cappuccino mit dem Evangelium zu tun?
Meine Antwort wäre: Auch ohne wundersame Brotvermehrung entstand rund um das knallrote italienische Cappuccino-Dreirad, die Kaffeemaschine und die selbstgebackenen Süßigkeiten eine Atmosphäre von Freundlichkeit, Solidarität und Gespräch. Und das ist in diesen Zeiten nicht wenig.
Als wir zum ersten Mal das Engel-Transparent (“Engel bei der Arbeit” )aufhängten, hatte ich Sorge, es könne als Selbstlob missverstanden werden. Doch viele spürten: Es geht hier nicht um die Handelnden. Es geht nicht nur um Kaffeeduft. Es geht um den Geist, der dort wehte. Um die Erfahrung: Wir sind mehr als eine Gesellschaft des Gegeneinanders. Wir haben uns etwas zu sagen. Wir freuen uns, wenn wir zusammenkommen.
Als der Stand an einem Samstag krankheitsbedingt ausfallen musste, hörten wir auf dem Kunstmarkt im „Goldenen Löwen“ sogar die Enttäuschung des Bürgermeisters, Oliver Borchert, – er hatte sich auf „seinen“ Cappuccino gefreut.
Es gibt also gute Gründe, diese gemeinschaftsstiftende Aktion fortzusetzen. Margot und ich sind bereit, etwa alle vier bis sechs Wochen einen Stand zu übernehmen. Damit dies langfristig Freude macht, wünschen wir uns sechs bis sieben Tandems, die sich jeweils alle sechs bis sieben Wochen engagieren. Einführung und Begleitung sind selbstverständlich.
Der Wochenmarkt beginnt Mitte Februar wieder. Wir hoffen, dass die Kirchen-Piazza – so der Name unseres Café-Mobils – Mitte März erneut vor dem Bahnhof Wandlitzsee stehen kann.
Vielleicht ist das eine Einladung: an Freundinnen, Partner, Kolleginnen, Töchter, Söhne.
Nicht zu mehr Arbeit – sondern zu einem kleinen Stück geteiltem Leben.
Wer Lust hat, diesen Ort der Begegnung mitzutragen, schreibe gern an
[email protected]. oder hinterlässt seine Kontaktdaten im Gemeindebüro unter der Telefonnummer 033397-21046.
Manchmal beginnt Gemeinschaft ganz unspektakulär.
Mit einer Tasse Kaffee.
Und mit dem Mut, einander anzusehen.
(Dieser Text im erscheint Gemeindebrief März 2026) .