08/09/2026
„Sexueller Missbrauch steht an erster Stelle.“
Kinder und Jugendliche, die in der Kinder- und Jugendhilfe des Caritas-Sozialwerks in Lohne aufgenommen werden, kommen in großer Not. Häufig haben sie Gewalt, Vernachlässigung oder andere traumatische Erfahrungen erlebt. 🫂
Julia Rohde leitet seit vier Jahren den Gesamtbereich Kinder- und Jugendhilfe. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte sieht sie positiv: Statt großer Heime gibt es heute kleine Wohngruppen, in denen viel besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann. 🏠
Doch der Bedarf ist enorm: 250 Aufnahmeanfragen gab es seit Jahresbeginn – nur rund 15 Kinder konnten aufgenommen werden. 235 Anfragen mussten aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden.
Besonders häufig geht es aktuell um sexuelle Gewalt und die damit verbundenen schweren Traumata. Auch körperliche Gewalt und soziale Verwahrlosung spielen eine große Rolle.
Wenn ein Kind neu in eine Wohngruppe kommt, beginnt zunächst ein schwieriger Prozess. Es muss den Verlust des vertrauten Zuhauses verarbeiten – auch dann, wenn es dort Schlimmes erlebt hat. Erst wenn das Kind zur Ruhe kommt und Vertrauen fasst, kann die pädagogische Arbeit beginnen. 🤝
Seit 30 Jahren gibt es die pädagogisch-therapeutische Wohngruppe in Damme. Heute bietet die Kinder- und Jugendhilfe des CSW 13 Wohngruppen mit 92 stationären Plätzen sowie weitere ambulante und teilstationäre Angebote.
Zum Jubiläum richtet Julia Rohde einen klaren Appell an die Politik:
„Nicht am Menschen sparen“ – dieses Motto muss auch für die Kinder- und Jugendhilfe gelten. ❤️