27/04/2024
Adieu, lebt wohl, auf Wiedersehen, tschüss, macht's gut – egal welche Worte ich wähle, keines scheint so richtig zu passen, vermutlich weil auch Wehmut darin steckt. Mit der ersten Gemeinde ist es wie mit der ersten Liebe. Ja, ich denke der Vergleich passt, denn ich habe vieles lieb gewonnen in der Zeit hier in Vöhl, Asel und Marienhagen – die Menschen, die Landschaft und die wunderbare Natur hier am Edersee, die Kirchen, all das ist Heimat geworden, nicht nur für mich, sondern für unsere gesamte Familie. Und es sind ja immerhin exakt 19 Jahre vergangen, seit ich damals zum 1. Mai 2005 die Pfarrstelle angetreten habe.
In einem solchen Zeitraum entwickelt sich jeder Mensch: Kinder werden geboren, sie werden groß und gehen aus dem Haus, ungefähr so ist es auch bei mir. Ich war 29, als ich damals hier begonnen habe, teilweise grün hinter den Ohren und völlig unerfahren. Mit den Jahren wird man reifer und möchte in der Mitte des Lebens beruflich noch einmal etwas Neues anfangen – den Zenit des Berufslebens habe ich heute mit 48 längst überschritten. Zugleich bin ich dankbar für ganz Vieles, was ich hier in dieser Gemeinde erleben und erlernen durfte – danke! Ich gehe so weit zu sagen, dass mir diese Gemeinde die Möglichkeit gegeben hat, zu wachsen und zu reifen und mich zu dem zu entwickeln, der ich heute bin. Wer mich ein bisschen genauer kennt, weiß, dass ich gerne über den Tellerrand der eigenen Gemeinde hinausgeschaut habe, nicht nur hinein in den Kirchenkreis Eder, sondern auch in die ganze Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Dass mir nun zugetraut wird, einen ganzen Kirchenkreis zu leiten, das freut mich, keine Frage, und ich bin gespannt auf diese neue Aufgabe.
Wenn ich anfangs nach dem richtigen Wort gesucht habe, so ist „Auf Wiedersehen“ in meinen Augen das richtige: Wir werden uns wiedersehen, auch weil ich mit meiner Familie noch ein bisschen hier wohnen bleiben werde, und dafür bin ich ebenfalls sehr dankbar. Bis dahin hoffe ich, den einen oder anderen von Euch in einem Gottesdienst an den Feiertagen zu sehen, gerne auch am 28. April um 14:00 Uhr in der Martinskirche.
Herzlichst, Jan Friedrich Eisenberg