06/12/2015
Hier nochmal ein Rückblick auf unseren letzten Jugendgottesdiest "...dass aus Fremden Freunde werden!" :) Danke auch nochmal an Pastor Florian Moitje für die Unterstützung beim Abendmahl!
Die Predigt findet ihr unten.
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Damit aus Fremden Freunde werden. Für ein buntes und friedliches Miteinander. Wir schauen nicht weg, sondern setzen uns ein: www.ejh.de/fluechtende
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Predigt:
Das Lachen des kleinen Mohammed schallt durch die Turnhalle, die jetzt Notunterkunft für Geflüchtete ist. „Bitte, Danke, Ich liebe Dich!“ - einige Wörter, die er schon gelernt hat und stolz verkündet, in der kurzen Zeit, die er hier ist. Er spielt fangen mit einem der ehrenamtlichen Helfer und freut sich, dass sich jemand mit ihm beschäftigt. Und er ist glücklich hier bei uns in Deutschland, das merkt man. Keine Bomben, keine Gewalt, Nachts ruhig schlafen können. Es ist Essensausgabe für's Abendbrot. Ein Mann, er spricht weder Englisch noch Deutsch, gackert vor uns wie ein Huhn. Er möchte ein Ei haben. Wir müssen lachen – und er auch! Verständigung: Am Anfang nicht immer leicht, aber es funktioniert irgendwie! Ein anderer Tag, ich bin am Bahnhof, helfe bei der Organisation der ankommenden Geflüchteten. Ein paar Leute aus der Jugendgruppe sind mit dabei, wir kümmern uns um die Kinder, haben Straßenmalkreide und Stifte mitgebracht, damit die Zeit bis zur weiterreise nicht so langweilig wird. Als ich mir einige Zeit später anschauen will, was die Kinder gemalt haben, sehe ich Panzer. Krieg. Gezeichnet aus den Erinnerungen der Kinder. Ein anderer Junge malt sein brennendes, zerstörtes Haus auf den Asphalt. Seine Eltern erzählen, dass ihr Haus in Syrien zerstört wurde und sie fliehen mussten. Wenige Meter daneben stehen eine Handvoll N***s, die das Geschehen beäugen. Ich spüre Hass, auf diese Intoleranz, diese Abneigung. Doch, ich frage ich mich auch: Muss ich diese Leute vielleicht auch tolerieren, ihre Meinung akzeptieren? Ich tue mich schwer damit. Da ist noch ein Mann mit Armbinde. Ein Dolmetscher erzählt, die ungarische Polizei habe ihm den Arm gebrochen. Ein anderer Mann, er lebt in der Turnhalle, ist verletzt im Gesicht. Ich höre, dass er in Hamburg von N***s zusammengeschlagen wurde. Bilder: schöne, aber auch viele traurige, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ich merke, was ich mir vor wenigen Jahren noch nicht hätte ausmalen können. Die Menschen, vertrieben von Krieg, Hunger, Gewalt und Armut klopfen jetzt an unsere Tür. Sie sind hautnah bei uns. Nicht mehr nur in den Medien, weit weg, von unserem geschützten Zuhause, sondern hier. In Europa, Deutschland, Uelzen. Sie suchen eine neue Heimat. Da fallen mir die wenigen Erzählungen meiner Oma ein. Sie wurde als kleines Mädchen am Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem heutigen Polen vertrieben. Ich frage nochmal nach wie das war damals. Noch immer hat sie Schwierigkeiten davon zu erzählen. Aber es reicht um zu merken, es war ähnlich wie heute. Auch sie mussten alles aufgeben, wussten nicht wo sie landen und haben auf einen guten Neuanfang gehofft. Heute sind wieder genauso viele Menschen auf der Flucht wie damals nach dem 2. WK und viele Menschen fragen sich: „Können wir das schaffen?“. Merkel sagt: „Wir schaffen das!“. Und das glaube ich auch! Niemand sagt, dass es einfach für uns wird, aber ich glaube es ist machbar. Wer soll es sonst schaffen, wenn nicht eines der reichsten Länder der Erde? Wer, wenn nicht das Land, dass schon mal Millionen Vertriebene aufgenommen hat und zu dieser Zeit sogar selber in Schutt und Asche lag. Einfach war es nicht, aber es hat geklappt! Weil jeder mit angepackt hat. Und das wünscht sich auch Jesus von uns: Wir hören eine Geschichte aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 25:
"31»Der Menschensohn wird wiederkommen
in seiner Herrlichkeit
mit allen Engeln.
34Dann wird der König zu denen rechts von ihm sagen:
›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet!
Nehmt das Reich in Besitz,
das Gott seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt hat.
35Denn ich war hungrig,
und ihr habt mir zu essen gegeben.
Ich war durstig,
und ihr habt mir zu trinken gegeben.
Ich war ein Fremder,
und ihr habt mich als Gast aufgenommen.
36Ich war n***t,
und ihr habt mir Kleider gegeben.
Ich war krank,
und ihr habt euch um mich gekümmert.
Ich war im Gefängnis,
und ihr habt mich besucht.‹
›Amen, das sage ich euch:
Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt –
und wenn sie noch so unbedeutend sind –,
das habt ihr für mich getan."
„Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt, und wenn sie noch so unbedeutend sind, das habt ihr für mich getan“. An diese Worte sollten wir uns immer erinnern! Ängste sind normal, aber wenn wir uns einlassen auf Begegnungen, unvoreingenommen sind und schlechte Erfahrungen nicht verallgemeinern, wenn wir uns fragen „kann ich mein Leben vielleicht auch ein wenig einschränken, dafür, dass jemand bei uns Schutz findet und Ruhe hat vor Krieg und Terror“, dann glaube ich fest daran, dass wir es schaffen können, dass aus Fremden Freunde werden!
Amen.