06/05/2022
Auf dem Podium diskutieren nun Prof. Dr. Michael Haspel (Uni Erfurt, Systematischer Theologe) und Renke Brahms (ehem. EKD-Friedensbeauftragter) ihre friedensethischen Positionen.
In vielen Fragen besteht Einigkeit - siehe Thesen auf den Fotos.
Renke Brahms betont und würdigt auch den zivilen, waffenlosen Widerstand und plädiert für einen gesamtpolitischen Ansatz, der über die militärische Aus- und Aufrüstung hinausgeht.
Prof. Haspel vertritt die Position, dass es Grenzen oder Voraussetzungen des zivilen Widerstands gebe, es müsste zum Beispiel eine rechtsstaatliche Öffentlichkeit geben, an die sich gewandt werden könne. Vorrangig ginge es darum, der ukrainischen Bevölkerung die Möglichkeit zum Weiter-Bestehen zu geben und den russischen Vormarsch Einhalt zu gebieten.
Eine Frage ist auch, an welcher "roten Linie" eine Eskalation entsteht, unabhängig davon, was der Kreml als Eskalation wertet. Ist zum Beispiel die Ausbildung an Waffensystemen in Deutschland eine Grenzüberschreitung?
Renke Brahms betont weiterhin die Ausschaltung der russischen Gesellschaft als verheerendes Mittel der Kreml-Politik.
Und sind Waffenlieferungen nicht nur erlaubt, sondern ethisch auch geboten?