31/10/2021
Guten Morgen Ihr Lieben, heute ist Reformationstag! Wer nicht mehr so 100 % auf dem Schirm hat, was sich damals ereignet hat, dem empfehle ich den Post vom 05. Juni 2021. Insbesondere die 4 exemplarischen Beispiele der 95 Thesen, die Bruder Martin am 31.10.1517 „rausgehauen“ hat, sind aktueller denn je!
Nun aber zur Single-Auskopplung Teil2 :
„Wach auf, Du Geist der ersten Zeugen“ ist ein Lied aus dem evangelischen Gesangbuch, das ich während eines Gottesdienstes in der evangelischen Kirche in Vorst zum ersten Mal gehört habe. Der Text hat mich total geflasht. Ich wusste sofort: Das müssen wir aufnehmen! Ich habe es etwas jazzig harmonisiert; und die Original Melodie wird durch die Fill-Inns wie von einer nordisch gefärbten Ornamentik umrankt (schließlich spielt dieses Lied auch in meinem Norwegen-Roman „Waldgeister“ eine Rolle). https://spoti.fi/3brydDR Aber wieso passt dieses Lied so gut zur Geburtsstunde des „Protestantismus“?
Das Wort „Protestant“ kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet jemanden, der für etwas Zeugnis ablegt. Die Reformation war so ein Moment in der Geschichte, in dem dieser „Geist der ersten Zeugen“ in vielen Menschen erwacht ist. Dabei war Luthers Dreiklang aus Sola fide, sola gratia & solus Christus (allein aus Glauben, allein aus Gnade & allein Christus) eigentlich nichts Neues. Er stellte vielmehr die Rückbesinnung auf den (vom Unkraut kirchlicher Irrlehre befreiten) Glauben der Urgemeinde im 1. Jahrhundert dar – reines und klares Evangelium!
Dieses „back to the roots“ wurde jedoch erst durch das reformatorische Grundprinzip „sola scriptura“ (allein die Schrift) möglich, denn in der Bibel hat jener Geist eine zeitlose Gestalt bekommen, die über die Jahrhunderte nichts von ihrer Aktualität & Autorität eingebüßt hat. Aber wie kann man ihn freisetzen, jenen geheimnisvollen Geist? Ganz einfach: Indem man mit offenem Herzen im Buch der Bücher liest. Ist so ein Reformationstag nicht ein wunderbarer Anlass, mal wieder reinzuschauen?