Pauline 51

Pauline 51 Eine Art "Architektenschaufenster", eine kleine "Bühne"
Paulinenstraße 51 in Stuttgart.

Eine Art "Architektenschaufenster", eine kleine "Bühne"
Paulinenstraße 51 in Stuttgart

Einmal im Quartal Ort für Information, Kommunikation und Orientierung. Legere Atmosphäre und glaubwürdige Dialoge verschmelzen zu einer kleinen, aber feinen Location für kreative Interdisziplinarität. Architekturimprovisationsbühne als Auftakt mit dem Stück „Baustelle“ – alles im Werden, keine Perfektion – Expe

rtimente pur. Und der Grundtenor auf der „Baustelle“: Gestaltung und Gesundheit
Ein Thema, das Viele umtreibt und um den gesunden Schlaf bringt. Namhafte und erfahrene Persönlichkeiten aus der Welt des gesunden Bauens und Planens initiierten mit kurzen Impulsvorträgen und Thesen die Diskussion. Ökologisches Bauen und Nachhaltiges Design standen am 16.03.2017, bei der ersten Baustellendiskussion im Rampenlicht.


„Intendant“: Bernd Mannsperger „Regie“: Rudi Schricker

PAULINE 51 _ 05.12.2025 _ GESELLSCHAFTSRELEVANZ UND ARCHITEKTURDie Winterpauline steht vor der Tür – ein Tag vor dem Nik...
21/12/2024

PAULINE 51 _ 05.12.2025 _ GESELLSCHAFTSRELEVANZ UND ARCHITEKTUR

Die Winterpauline steht vor der Tür – ein Tag vor dem Nikolaustag. Es ist die Zeit, in der man es sich und anderen schön macht, an Wünsche und Bedürfnisse denkt, ganz im Sinne des Nikolaus. Passend dazu lautet das Thema des Abends: „Architektur und Gesellschaftsrelevanz“.
Prof. Rudolf Schricker, der Moderator des Abends, eröffnet mit seinem Beitrag „Gesellschaftsrelevante Architektur“. Er stellt zentrale Fragen zur Gestaltung von Räumen: Was ist die Funktion eines Raumes, und welche Inhalte sollen in ihm stattfinden? Oft übernehmen Gestaltende und Planende Standards, ohne sie zu hinterfragen. Räume werden als Wohnzimmer, Schlafzimmer usw. festgelegt, Möbelpositionen vorgegeben – und die Nutzer folgen häufig einfach diesem Schema. Schricker plädiert dafür, dass Gestaltende und Nutzer sich selbst fragen: Was soll in den Räumen geschehen? Räume sollten individuell und nach den eigenen Bedürfnissen gestaltet werden können. „Universal Design“, ein Begriff aus dem Produktdesign, beschreibt Räume, die zugänglich, nutzbar und für eine Vielzahl von Menschen geeignet sind – so kann Gestaltung die Lebensqualität verbessern.
Häufig stellt jedoch die Finanzierung ein Hindernis dar. Dennoch können Gestaltungen mit Einfallsreichtum einfach sein, etwa durch das Abschauen von Prinzipien aus der Natur, die sich flexibel an Situationen anpasst. Dabei ist es essenziell, Diversität zu berücksichtigen. Durch Formate wie beispielsweise User-Experience-Workshops kann diese Diversität in die Gestaltung einfließen. Für die Gesellschaft zu gestalten, heißt für alle zu gestalten – unabhängig von Alter, körperlichen Einschränkungen oder kulturellem Hintergrund. Schricker kritisiert, dass Diversität in Entwürfen oft nur oberflächlich behandelt wird, etwa durch „behindertengerechte“ Räume, die sich meist nur auf Rollstuhlfahrer beziehen. Er betont, dass alle Menschen Bedürfnisse haben – physiologische, nach Sicherheit, sozialem Austausch, Individualität und Selbstverwirklichung. Lebensqualität ist subjektiv und wird individuell wahrgenommen. Daher sei es für Planende und Gestaltende entscheidend, mit Empathie zu gestalten.
Klaus Grübnau von der „architekturagentur“ in Stuttgart liefert den ersten Impulsbeitrag des Abends: „Verantwortung und Architektur“. Er beginnt mit der Bedeutung von Verantwortung, die wir im Alltag für Familie, Freunde oder Vereine übernehmen. In der Architektur bedeutet Verantwortung, komplexe Entscheidungen zu treffen – von der Planung über Gestaltung und Nachhaltigkeit bis hin zu Wirtschaftlichkeit von Projekt und Büro sowie die Ausbildung von jungen Architekten-innen. Grübnau beschreibt, dass früher Ressourcenreichtum Entscheidungen erleichterte, während der Klimawandel heute ganz neue Herausforderungen schafft.
Ein Beispielprojekt der „architekturagentur“ aus dem Jahr 2013 widmete sich dem ökologischen Bauen. Dabei wurde ein Holzbausystem entwickelt, das in der Erstellung CO₂-Neutral ist und als CO2-Speicher fungiert. Seitdem treibt das Büro dieses Thema weiter voran. Grübnau spricht auch die Wohnungsnot an, die vor allem Großstädte betrifft, während kleinere Städte oft leerstehende Wohnungen haben. Er kritisiert politische Maßnahmen wie Milieuschutz und plädiert stattdessen für Anreize wie Mietreduktionen oder Wohnungstauschbörsen.
Ein weiteres Projekt war 2015 die Konzeption einer Notunterkunft für Geflüchtete, die als einfache Massivholzwürfel konstruierten Gebäude konnten mittelfristig in ein attraktives klimagerechtes Wohngebiet überführt werden. Leider blieb es beim Konzept. Grübnau hebt hervor, dass Räume flexibel, bedürfnisorientiert und ressourcenschonend gestaltet werden müssen. Diese Offenheit spiegelt sich auch in den Visualisierungen des Büros wider. Abschließend vergleicht er Architekten mit Schiffsführern, die mit Sorgfalt und Weitsicht über das gesetzliche Maß hinaus Verantwortung für Sicherheit und Gemeinschaft übernehmen müssen.

Den letzten Impuls gibt Rainfried Rudolf von „buenavista socialarchitecture“. Er bezieht sich auf ein Zitat von Markus Müller: „Architektur muss politisch werden“ aus dem DAB März 2024. Rudolf kritisiert, dass Bauen weiterhin als Marktangelegenheit gilt, obwohl sich das Selbstverständnis der Architektenschaft wandelt. Architektur bedeutet auch politische Verantwortung. Rudolf fordert ein Umdenken: weg von der „gemütlichen Work-Life-Balance“ hin zu kreativem Engagement in der Politik.
Er skizziert Visionen wie das erste Haus ohne Heizung, neue Bauformen und genossenschaftliche Strukturen. Wichtig sei ein Mentalitätswandel: Statt Einzelkämpfern oder losen Bürogemeinschaften sollten Architekten in größere gesellschaftliche Zusammenhänge eingebunden werden. Rudolf schlägt vor, dass die KfW Mittel aus einem revolvierenden Fonds direkt an Architekten vergibt, die diese bis zur Fertigstellung von Projekten zurückzahlen. Dies wäre sozialer, wirtschaftlicher und würde das Grundrecht auf Wohnen stärken. Beispiele seines Büros, wie das Atriumhaus, zeigen modulare, kostengünstige und nachhaltige Bauformen.
Rudolf schließt mit einem Appell: Architektinnen und Architekten müssen politisches Engagement zeigen, sozialen Frieden fördern und ihr Berufsbild stärker in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Er zitiert Gottfried Keller: „Was unerreichbar, rührt uns nicht. Doch was denkbar sei uns Pflicht!“
Der gemeinsame Nenner des Abends lautet: Gebaute Realität muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und deren Lebensrealität gerecht werden.

Der finale Beitrag bei unserer Winter PAULINE kommt von Rainfried Rudolf von BUENA VISTA socialarchitecture, Herrenberg....
01/12/2024

Der finale Beitrag bei unserer Winter PAULINE kommt von Rainfried Rudolf von BUENA VISTA socialarchitecture, Herrenberg.
"Gesellschaftspolitisch relevant: der Architekt!"
www.buenavista-socialarchitecture.de

Der zweite Impuls Einwurf kommt von Klaus Grübnau von der architekturagentur, freie Architekten und freie Innenarchitekt...
28/11/2024

Der zweite Impuls Einwurf kommt von Klaus Grübnau von der architekturagentur, freie Architekten und freie Innenarchitekten, Stuttgart.
"Verantwortung und Architektur"
https://www.architekturagentur.de/

Unsere erste Impulsgeberin ist Astrid Tiemann-Petri von der Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH Freie Architekte...
25/11/2024

Unsere erste Impulsgeberin ist Astrid Tiemann-Petri von der Tiemann-Petri Koch Planungsgesellschaft mbH Freie Architekten BDA, Stuttgart.
"Architektur und Gesellschaftsrelevanz".
https://www.tpk-architekten.de/

(KURZ)BERICHT_ PAULINE 51 _ 26.09.2024 _Architektur und GesundheitEs ist ein verregneter Herbstabend, doch in der Paulin...
12/10/2024

(KURZ)BERICHT_ PAULINE 51 _ 26.09.2024 _Architektur und Gesundheit

Es ist ein verregneter Herbstabend, doch in der Paulinenstraße 51, sowie vor den Bildschirmen, herrscht bei Wein und angeregten Gesprächen eine angenehme Atmosphäre. Die Architekturbühne wird eröffnet.

Wie gewohnt leitet Prof. Rudolf Schricker die Veranstaltung ein und betont: Gesundheit ist der zentrale Aspekt, wenn es darum geht, das Leben der Menschen angenehm zu gestalten. Leider ist dies keine Selbstverständlichkeit, denn in den letzten Jahren nehmen Erkrankungen stark zu. Eine gesunde Umgebung kann dazu beitragen, Krankheiten vorzubeugen, doch die Realität sieht anders aus. Viele Räume sind schlichtweg ungesund – sie sind zu kalt, zu warm, zu laut und tragen so zur Entstehung von Krankheiten bei. Planerinnen und Planer müssen sich bewusst sein, welche psychologischen und psychosomatischen Auswirkungen Räume auf Menschen haben. Ein bloßes Farbkonzept reicht nicht aus; es braucht ein umfassendes, wissenschaftlich fundiertes Konzept, das visuelle, akustische, haptische und sogar olfaktorische Aspekte berücksichtigt, um wirklich nachhaltig gesunde Räume zu schaffen.

Der erste Impulsgeber des Abends, Marcus Zehle von der HSP Hoppe Sommer Planungs GmbH, erklärt, wie wichtig eine durchdachte Planung im Gesundheitssektor und in Pflegeeinrichtungen ist. Er erläutert anhand von Beispielen, dass technologische Innovationen oft der Anstoß für bauliche Veränderungen im Gesundheitswesen sind. Moderne Krankenhäuser müssen funktionale und effiziente Arbeitsstrukturen bieten, ohne die Bedürfnisse der Patienten zu vernachlässigen. Damit ein Raum der Genesung entsteht, müssen Investoren, Förderbanken, die Politik und Planer an einem Strang ziehen. Doch in der Praxis steht das Planungsteam häufig unter Druck – von Ausschreibungsverfahren, Masterplänen, Kosten und politischen Rahmenbedingungen getrieben – und das Wohl der Patienten wird oft nur am Rande betrachtet. Zehle betont, dass es in der Architektur von Gesundheitseinrichtungen auf Ordnung, Struktur, Licht, Farbe, Ausblick und Ruhe ankommt, um gesunde Räume zu schaffen.

Der nächste Impulsgeber, Achim Herzog von herzog, kassel + partner, einem seit über 30 Jahren in Arztpraxen und Gesundheitsbauten tätigen Büro, stellt ebenfalls Ordnung als Grundlage für gesunde Räume in den Vordergrund. Diese kombiniert er mit einer durchdachten Akustikplanung, Pflanzen und Licht. Im Planungsprozess werden oft viele Varianten entworfen, bis schließlich der ideale Grundriss gefunden ist. Verkehrsrouten, die den Bewegungsablauf von Patienten und Mitarbeitenden berücksichtigen, werden dabei genau untersucht, um die Raumstrukturen optimal anzupassen. Materialien und Farben werden bewusst eingesetzt, um ein Wohlfühlklima zu schaffen – Räume sollen einen „Wellness-Charakter“ haben. Herzog betont, dass Teamarbeit stets hinter jedem erfolgreichen Projekt zur Schaffung gesunder Räume steht.

Der letzte Impulseinwurf des Abends kommt von Klaus Luig von der HWP-Planungsgesellschaft mbH aus Stuttgart. Architektur, so Luig, kann den Heilungsprozess erkrankter Menschen positiv beeinflussen, kann aber auch gesunde Menschen physisch und psychisch negativ beeinflussen. Der Gesundheitsbau bewegt sich im Spannungsfeld von Wettbewerben, strukturellem Wandel, politischen Reformen, ökonomischen Grenzen und medizintechnischen Anforderungen. Es gilt, negative Aspekte zu minimieren und positive gezielt zu fördern. Dabei müssen alle Sinne berücksichtigt werden, denn obwohl das Sehen etwa 80 % unserer Wahrnehmung ausmacht, ist eine multisensuale Gestaltung notwendig. Trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse, die den positiven Einfluss der Architektur auf die Gesundheit belegen, bleibt der menschliche Faktor entscheidend. Die Einbindung des Patienten, beispielsweise durch die Anpassung von Licht, Möbeln oder persönlichen Gestaltungselementen, wie Pinwand oder individuelle Wandbildauswahl, fördert die Heilung. Leider ist dies jedoch in der breiten Masse nicht immer umgesetzt. Dennoch gibt es sie bereits vereinzelt Beispiele gesundender Architektur, wie beispielsweise die Charité Berlin, die Uni Klinik Dresden oder das Klinikum Ludwigsburg. Orte, die Heilung fördern.

Das Fazit der Referenten: Gesunde Räume brauchen Ordnung, Struktur und Licht. Als Planer müssen wir den Mut haben, „nein“ zu sagen gegenüber Bedenkenträgern und uns für die „gesunde Sache“ stark machen. Dabei sollten wir stets reflektieren, menschlich bleiben, Räume mit Bedacht gestalten, uns auf das Analoge zurückbesinnen und die richtigen Fragen stellen. Die heilende Wirkung des Raumes auf Menschen ist hinlänglich erforscht.

Der finale Beitrag kommende Woche Donnerstag kommt von Klaus Luig von HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart."Gesunde A...
17/09/2024

Der finale Beitrag kommende Woche Donnerstag kommt von Klaus Luig von HWP Planungsgesellschaft mbH, Stuttgart.
"Gesunde Architektur" https://hwp-planung.de/

Der nächste Beitrag am 26.9. kommt von Achim herzog von herzog, kassel + partner innenarchitekten | architekten, Karlsru...
15/09/2024

Der nächste Beitrag am 26.9. kommt von Achim herzog von herzog, kassel + partner innenarchitekten | architekten, Karlsruhe.
"Räume für Gesundheit" https://www.herzog-kassel.de/

Der erste Impuls-Einwurf in unserer Herbst Pauline ist von Marcus Zehle von HSP Hoppe Sommer Planungs GmbH Freie Archite...
13/09/2024

Der erste Impuls-Einwurf in unserer Herbst Pauline ist von Marcus Zehle von HSP Hoppe Sommer Planungs GmbH Freie Architekten, Stuttgart.
"Architektur und Gesundheit" https://hoppe-sommer-planung.de/

(KURZ)BERICHT_ PAULINE 51 _ 04.07.2024 _Architektur und Klang Autos düsen an der Pauline 51 in Stuttgart vorbei, Motoren...
20/07/2024

(KURZ)BERICHT_ PAULINE 51 _ 04.07.2024 _Architektur und Klang

Autos düsen an der Pauline 51 in Stuttgart vorbei, Motorengeräusche vermischen sich an dem lauen Sommerabend mit trällernden Vö**ln, läutenden Devices und Menschenstimmen - ein wahrer Soundteppich! Auch die „Sommer Pauline 2024“hat dieses Mal ein geräuschvolles Thema: Architektur und Klang.

Initiator und Moderator Prof. Rudolf Schricker eröffnet den Abend mit einem Statement: Rund 75 % der Räume haben eine schlechte Akustik, so Schricker. Sie werden bei völliger Taubheit entworfen. Dabei kann ein Raum mit guter Akustik Menschen unterstützen und dazu beitragen, Höchstleistungen zu erbringen. Eine „Gute Raumakustik“ ist das Zusammenwirken messtechnischer Bewertungen von objektiven raumakustischen Kriterien, in Relation zu subjektiven Wahrnehmungsgrößen wie beispielsweise Raumeindruck, Klarheit, Klangfarbe oder Lokalisierbarkeit. Schricker berichtet von seinen früheren Projekten, dem Forum in Ludwigsburg und dem Kongresszentrum Liederhalle Stuttgart: Bei Räumen für Orchester sind Bauherren gerne bereit in eine gute Raumakustik zu investieren. Bei der Planung soll gezielt auf die „Orchestrierung der Räume“ eingegangen werden, so dass eine Flötistin andere Raumbedürfnisse hat als ein Bass Spieler. In anderen Typologien ist dies jedoch leider oft zweitrangig. Auch Büroräume sollten wie ein Orchester aus lauter „Mitspielern“ wahrgenommen werden. Bedürfnisse, wie oft und wo telefoniert wird, wie impulsiv Menschen auf die Tasten hauen und wer wo gerne ein Pläuschchen hält, müssen in jeder Planung integriert sein, um produktives und gesundes Arbeiten zu gewährleisten. Es lohnt, zu jedem Raumentwurf ein Klang-Konzept zu entwickeln, das berücksichtigt, was Menschen hören wollen und was nicht.

Der erste Referent des Abends ist Dr. Moritz Späh vom Fraunhofer Institut Stuttgart. Akustik und Raum ist kein Widerspruch, so Späh. Er erläutert, dass die Nachhallzeit, die wichtigste Größe in der Raumakustik ist. Sie beschreibt die Halligkeit eines Raumes und ist abhängig vom Raumvolumen, der Form des Raumes und der Raumausstattung, wie Oberflächen, Möblierung und der Personenanzahl. Durch Schallabsorption, die Umwandlung von Energie in Wärme, kann Raumakustik aktiv gestaltet werden. Dies geschieht durch verschiedene Absorbertypen, wie poröse Absorber, Resonanzabsorber oder kombinierte Absorber. Eine Daumenregel für eine gute Raumakustik, so Späh, sei es Schallabsorber in der Größenordnung der Grundfläche des Raumes einzusetzen, denn der Schallpegel im Raum ist immer abhängig von den Schallquellen und der Absorption im Raum. Raumakustik ist daher kein Zufallsprodukt, sondern eine Planungsleistung unter der Zuhilfenahme von verschiedenen Berechnungstools für die Nachhallzeit. Späh mahnt, dass besonders wenn Räume umgenutzt werden, die Raumakustik auf die neue Nutzung angepasst werden muss. Auf dem Markt werden zahlreiche Produkte zur Verbesserung der Raumakustik angeboten, jedoch ist stets auf Prüfzeugnisse zu achten, um eine gute Raumakustik zu gewährleisten. Das Fazit des Vortrags: gute Raumakustik muss nicht teuer sein – eine akustische Nachrüstung ist allerdings sehr teuer.

Der zweite Impulsgeber ist Prof. Markus Binder. Er spricht vom „Klang des Alltäglichen“ – denn während bei Leuchtturmprojekten wie der Elbphilharmonie die Raumakustik geradezu zelebriert wird, findet sie in den ganz alltäglichen Räumen, in denen wir die meiste Zeit verbringen, häufig überhaupt keine Beachtung. Dass die Architekturdiskussion heute weitgehend über visuelle Medien wie Instagram geführt wird und die reale Wahrnehmung von Architektur mit allen Sinnen demgegenüber in den Hintergrund rückt, macht das nicht besser. Kein Wunder, dass akustische Maßnahmen häufig als erstes eingespart werden, wenn Baukostensteigerungen drohen. So auch beim Neubau der Hochschule für Technik Stuttgart, in dem Binder selbst unterrichtet. Schnell zeigte sich allerdings, dass die Räume so ihre originäre Funktion nicht erfüllen konnten – und die notwendigen Absorber wurden nachgerüstet. Wie gute Gestaltung und gute Akustik sich von vornherein unter einen Hut bringen lassen, zeigt Binder anhand eigener Projekte seines Büros CAPE – und mit dem Projekt „Hanf Akustik“ des Studiengangs Innenarchitektur an der Hochschule für Technik Stuttgart: Unter Leitung von Prof. Jens Betha und Prof. Dr. Berndt Zeitler entwickelten Studierende hier zukunftsfähige und nachhaltige Akustiklösungen aus dem Naturmaterial Hanf.

Der finale Beitrag kommt von Stephan Obermaier und Michele Grazzini von g2o GmbH aus Stuttgart. Akustik, so Obermaier und Grazzini, sei gar nicht so ihr Fachgebiet. Sie haben jedoch ein Verständnis für Raumakustik, welches bei ihrer Planung Hand in Hand gehe. Bei einem Projekt in Esslingen wurde der Entwurf so beispielsweise von außen begonnen. Es erforderte eine akustische Fassadenplanung ausgelöst durch den Straßenverkehr, dem man entgegenwirken musste, um eine gute Aufenthaltsqualität zu gewährleisten. Akustik, Klang und Lärm entstehen immer dort, wo Bewegung ist, die Frage ist nur, wie man damit umgeht und in der Architektur darauf eingeht?! Bei einem weiteren Projekt in Stuttgart Rotenberg stellte sich die gleiche Frage. Eine großartige Aussicht, jedoch einer der Touristenmagneten in Stuttgart. Auch hier mussten Obermaier und Grazzini die situative Lärmbeeinträchtigung bei der Planung berücksichtigen.

Das Fazit des Abends: Akustik in der Architektur ist immer eine Frage des Umgangs und des Eingehens auf den Klang im Raum, auf die Materialität seiner Umgebung und Gestimmtheit bzw. Hörerwartung der Nutzer.

Der finale Beitrag in unserer "Sommer Pauline" kommt von Stephan Obermaier undMichele Grazzini von g2o GmbH Freie Archit...
01/07/2024

Der finale Beitrag in unserer "Sommer Pauline" kommt von Stephan Obermaier und
Michele Grazzini von g2o GmbH Freie Architekten, Stuttgart.
„Gestaltung guter Raumakustik“
https://www.g2o-arch.eu/

Der zweite Impuls Einwurf kommt von Prof. Markus Bindercape-ingenieure, Esslingen„Gute Raumakustik entwerfen“https://www...
28/06/2024

Der zweite Impuls Einwurf kommt von Prof. Markus Binder
cape-ingenieure, Esslingen
„Gute Raumakustik entwerfen“
https://www.cape-ingenieure.de/

Der erste Impuls-Beitrag am 04.07. kommt von Dr. Moritz SpähRaumakustik, Fraunhofer Institut Stuttgart„Zukunft der Akust...
25/06/2024

Der erste Impuls-Beitrag am 04.07. kommt von Dr. Moritz Späh
Raumakustik, Fraunhofer Institut Stuttgart
„Zukunft der Akustik gestalten“
https://www.stuttgart.fraunhofer.de/

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