14/07/2026
Fünf Jahre sind vergangen. Und doch gibt es Tage, an denen es sich anfühlt, als wäre die Flutkatastrophe erst gestern gewesen.
Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli ist für mich Zeit des Erinnerns. Es kehren Bilder zurück, die sich unauslöschlich eingeprägt haben: Unvorstellbare Wassermengen fluten Häuser, Menschen stehen vor den Trümmern ihres Lebens, verzweifelte Familien und Angehörige erfahren vom Tod ihrer Liebsten, weinende Menschen liegen sich im Helenensaal in den Armen - sie haben völlig durchnässt hier Zuflucht gefunden.
Und unsere Sinziger Feuerwehr - bis zur vollständigen Erschöpfung haben die Kameradinnen und Kameraden gerettet und geborgen. Als ich am Sonntag Vormittag (18. Juli) in einer Besprechung auf eine dringend erforderliche Einsatzpause der Sinziger Einsatzkräfte hingewiesen habe, sagten mir die Anwesenden trotz größter Erschöpfung: „Wir gehen nicht nach Hause. Unsere Heimatstadt braucht uns.“ Das war einer der bewegendsten Momente meiner bisherigen Amtszeit.
Große Gedenkveranstaltungen mit viel Prominenz finden heute im Ahrtal statt. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass die damaligen Ereignisse nach wie vor bewegen. In Sinzig haben wir uns für einen Weg des ruhigen Gedenkens entschieden, ohne Film- und Bildaufnahmen, ohne mediale Begleitung. Die Kirchen stehen am 15. Juli von 17:00 - 21:00 Uhr offen. Alle, die einen Ort der gemeinsamen Stille suchen, haben die Möglichkeit, der Ereignisse zu gedenken.
Kommen Sie gut durch diese Tage!