ZEN ZENTRUM ALTBÄCKERSMÜHLE

ZEN ZENTRUM ALTBÄCKERSMÜHLE Die Altbäckersmühle ist seit 30 Jahren ein zen-buddhistisches Zentrum, in dem die Meditation lebendig, der Geist klar und das Herz weit wird. Die still werden.

Ein Kloster mit Übungen in meditativem Bogenschießen mitten im Wald, am Hasenbach im Taunus. Komm & sitz mit uns! Zen Zentrum Altbäckersmühle – ein Ort für Stille, Wandel und Gemeinschaft

Mitten im Taunus, verborgen im Grün des Waldes, liegt die Altbäckersmühle – eine über 350 Jahre alte Getreidemühle, die heute als kleines, experimentelles Zen-Kloster lebt. Dort, wo einst Mühlsteine mahlten, wir

d heute meditiert, gekocht, gebacken, gelauscht und gelebt. Die Mühle wird von uns beiden – Pia und HoKai Österle – gemeinsam getragen und geführt. Wir verstehen uns nicht als große Meister:innen, sondern als Gastgeber:innen eines Weges, der in die Tiefe führt – und als Hüter:innen dieses besonderen Ortes, an dem Menschen sich selbst begegnen können. Gemeinsam halten wir den Raum für Menschen, die nicht perfekt sein müssen, um ganz zu sein. Menschen, die innehalten möchten. Die mit anderen sitzen, kochen, arbeiten, lachen oder weinen wollen – und darin vielleicht ein Stück sich selbst wieder entdecken. Wir sind verwurzelt in der Tradition des Sōtō-Zen, gehen aber eigene Wege – mit Respekt vor dem Alten, aber ohne daran zu kleben. Uns interessiert keine äußere Form um ihrer selbst willen, sondern das, was im Innersten lebendig ist. Die Altbäckersmühle ist kein Kloster im klassischen Sinn – eher ein Experimentierraum für eine neue Tiefe im Alltag, für einen achtsamen, entschlossenen und mitfühlenden Weg mitten im Leben. Zen ist für uns keine Flucht, sondern eine Einladung zur radikalen Gegenwärtigkeit. Und diese Gegenwart gestalten wir – Tag für Tag – mit den Menschen, die hierherkommen. Hier in der Mühle begegnen sich Natur, Alltag und spirituelle Praxis. Wir sitzen im Zendo, gehen barfuß durch den Bach, hacken Holz, kochen gemeinsam – und finden dabei vielleicht das, was uns wirklich trägt. Unsere Angebote reichen von:
• Sesshins und Zen Retreats
• Work & Sit – Wochen mit Meditation & Samu
• Meditativem Bogenschießen
• Zen Kitchen – Kochen und Praxis
• Kakao-Zeremonien und besonderen Retreats zur Burnout-Prophylaxe

Wir sind ein Ort für Menschen, die nicht aussteigen, sondern tiefer einsteigen wollen. In sich selbst. In die Welt. In die Kunst, da zu sein. Willkommen in der Altbäckersmühle –
wo Zen ein Zuhause gefunden hat.

07/09/2026

Wer aufhört, dem nächsten Augenblick hinterherzulaufen, entdeckt: Dieser hier ist längst angekommen. Still, unscheinbar und voller Leben, das nichts anderes verlangt, als wirklich gesehen zu werden.

Wir sind erstaunlich oft schon beim Nächsten.

Beim nächsten Termin.
Bei der nächsten Antwort.
Bei dem Moment, in dem endlich alles stimmt.

Dabei machen wir die Gegenwart zu einem Warteraum.

Aber das Leben wartet nicht mit uns. Es ist bereits da. Im Geräusch vor dem Fenster. Im Gewicht des Körpers auf dem Stuhl. In einem Atemzug, den wir nicht herstellen mussten. Vielleicht auch in jener Unruhe, die wir am liebsten schnell loswerden würden.

In der Zenpraxis versuchen wir nicht, aus diesem Augenblick einen besseren zu machen. Wir setzen uns hin und lassen ihn zunächst so sein, wie er ist.

Nicht spektakulär.
Nicht fertig.
Aber wirklich.

Vielleicht genügt es heute, einmal nicht weiterzugreifen. Die Hände zu öffnen. Zu hören. Zu schauen.

Was ist gerade da, bevor du schon wieder beim Nächsten bist?

Man kann einen Menschen sehr höflich verletzen.In einer Küche braucht es dafür kein Geschrei. Ein Blick genügt. Ein Satz...
06/09/2026

Man kann einen Menschen sehr höflich verletzen.

In einer Küche braucht es dafür kein Geschrei. Ein Blick genügt. Ein Satz über die Zwiebeln, sachlich richtig, fast freundlich. Und doch steht plötzlich etwas im Raum, das schwerer ist als der Topf auf dem Herd.

Der andere merkt: Hier soll nichts mehr geklärt werden. Hier soll jemand kleiner werden.

Gewalt beginnt nicht erst, wenn eine Hand zuschlägt. Oft beginnt sie in dem Augenblick, in dem ein Mensch für uns fertig ist. Wir wissen schon, wie er ist, was er gleich sagen wird und warum es wieder falsch sein wird. Er hat keinen offenen Morgen mehr. Er ist ein Fall.

Wenn wir im Recht sind, bemerken wir diese Verschiebung besonders schwer. Wir wollen nicht mehr nur widersprechen. Wir wollen, dass der andere es fühlt. Dass er sich schämt. Dass unsere eigene Unruhe bei ihm landet. Im Recht zu sein kann den Hass sehr sauber kleiden.

Der Buddha nennt drei Orte unseres Handelns: Körper, Rede und Geist. Die Hände sind der sichtbare Teil. Der Mund ist feiner. Der Geist fällt die Vorentscheidung, lange bevor ein Wort den Raum betritt.

Was dort wächst, kommt irgendwann in die Rede. Was die Rede übt, gelangt irgendwann in die Hände. Deshalb hilft es wenig, nur auf die Hände aufzupassen.

An dieser Stelle macht Zen eine unbequeme Wendung. Wir suchen gern den gewalttätigen Menschen in uns, um ihn niederzuringen. Doch damit tun wir uns selbst dasselbe an. Wir machen uns zum Fall.

Die Leere, von der Zen spricht, ist hier keine schöne Idee. Wenn wir genau hinsehen, finden wir Ärger. Hitze. Enge in der Brust. Einen scharfen Satz, der schon fertig ist. Aber keinen festen Gegner, den wir aus uns herausschneiden müssten.

Ein Atemzug macht uns noch nicht friedlich. Aber in diesem Atemzug ist der Schmerz noch nicht zum Auftrag geworden.

Ein klares Nein bleibt möglich. Schutz bleibt möglich. Widerspruch bleibt möglich. Gewaltlosigkeit verlangt nicht, dass wir schweigen. Sie fragt, ob wir schützen oder ob wir den anderen bezahlen lassen wollen.

In der Küche klingt diese Praxis manchmal sehr klein.

Es tut mir leid. Das war hart. Ich fange noch einmal an.

Der Streit ist damit nicht gelöst. Aber die Kette hat eine Lücke bekommen.

Der ganze Text, mit einer kleinen Übung: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/gewaltlosigkeit/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=zil-frieden-5

Wenn jemand das gerade brauchen könnte, schick es ihm/ihr.


Bildmotiv mit KI erstellt, Text und Verantwortung: Altbäckersmühle.

Wir wollen am Familientisch noch immer etwas beweisen.Das Dach ist endlich dicht. Die Arbeit läuft. Das Kind hat die Prü...
05/09/2026

Wir wollen am Familientisch noch immer etwas beweisen.

Das Dach ist endlich dicht. Die Arbeit läuft. Das Kind hat die Prüfung bestanden. Wir erzählen es am Küchentisch, ganz beiläufig. Und während wir sprechen, beobachten wir ein bestimmtes Gesicht. Vielleicht kommt diesmal das Nicken. Vielleicht sogar der Satz, auf den wir seit Jahren warten: Es war gut, wie du geworden bist.

Die Nachricht ist wahr. Nur trägt sie etwas mit, das schwerer ist als sie selbst.

Im Zazen zeigt sich dieselbe Bewegung im Kleinen. Hinter uns geht jemand vorbei, und der Rücken wird ein wenig gerader. Kein Mensch hat eine Prüfung ausgerufen. Trotzdem legen wir schon einen Beweis vor.

Dogen rät in seiner Anweisung für Zazen, nicht wahr oder falsch zu urteilen. Das klingt zunächst wie eine Regel für das Sitzen. Aber die Wand antwortet nicht. Der Atem benotet nichts. Für einen Augenblick gibt es keinen Prüfungsraum.

Das Bedürfnis war kein Fehler. Ein Kind darf geliebt, gesehen, gehalten und geschützt werden wollen. Wo das gefehlt hat, hat etwas Wirkliches gefehlt. Und wo ein Kontakt weiter verletzt, kann Abstand notwendig sein. Zen macht die Vergangenheit nicht kleiner.

Doch irgendwann können wir bemerken, worauf wir als Erwachsene noch warten. Vielleicht ist es nicht mehr Liebe, sondern ein Urteil. Ein bestimmter Satz von einem bestimmten Menschen, der endlich alles richtigstellen soll.

Vielleicht kommt dieser Satz nie. Dann bleibt eine unbequeme Frage: Was tun unsere Hände, solange wir warten? Halten sie weiter die unsichtbare Akte fest? Oder wird eine Hand frei für die Tasse, für eine Schale, für den Menschen, der heute tatsächlich am Tisch sitzt?

Vielleicht wird aus der heimlichen Bewerbung dann wieder ein Gespräch.

Leite den Beitrag weiter, wenn Du glaubst, er könnte hilfreich sein.

Der ganze Text, mit einer kleinen Übung: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/um-liebe-kaempfen/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=zil-familie-5


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04/09/2026

Bewegung heißt nicht, dass etwas vorangehen muss.

Du stehst morgens auf, und noch bevor der zweite Fuß den Boden berührt, läuft im Kopf schon die Liste. Was heute fertig werden muss. Was gestern liegen geblieben ist. Der Körper steht mit auf und geht mit, aber er kommt nicht wirklich mit.

Matthias steht dann einfach da. Die Füße hüftbreit, die Hände heben sich bis vor die Brust. Sie öffnen sich. Sie sinken wieder. Dreizehn Sekunden, in denen nichts erreicht wird.

Wer so übt, merkt als Erstes die eigene Ungeduld. Sie kommt sofort und sie kommt laut. Das ist keine Störung der Übung, das ist der Anfang. Der Körper ist dabei ehrlicher als der Kalender. Er zeigt in drei Minuten, was man sich seit Wochen nicht eingesteht.

Und dann verschiebt sich etwas. Wer lange genug hinschaut, findet niemanden mehr, der da ungeduldig wäre. Es ist Ungeduld da, sie kommt und geht. Der Atem hebt die Hände. Die Hände hebt niemand.

Qigong ist bei uns kein Fitnessprogramm, sondern Teil derselben Praxis wie Zazen und Yoga. Die Übungen sind langsam und für Anfänger:innen wie Geübte. Niemand muss etwas schön oder richtig machen. Zwischen den Einheiten bleibt Zeit für Stille, für den Hasenbach und für gemeinsames Essen.

Der Körper versteht oft früher als der Kopf.

Qigong an der Mühle, angeleitet von Matthias, HoKai und Serena: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/qigong/?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=qigong-reel-20260904

Manchmal hören wir ein Geräusch erst dann, wenn es uns stört.Der Bach ist zu laut. Der Regen schlägt gegen das Fenster. ...
03/09/2026

Manchmal hören wir ein Geräusch erst dann, wenn es uns stört.

Der Bach ist zu laut. Der Regen schlägt gegen das Fenster. Im Zendo knarrt eine
Diele. Sofort weiß der Kopf, was das ist. Ein Geräusch. Ein Hintergrund. Etwas,
das gerade nicht dran ist.

渓声山色, keisei sanshoku. 渓 kei, der Bach im Tal. 声 sei, Stimme, Klang. 山
san, Berg. 色 shoku, Farbe. Klang des Tales, Farbe der Berge.

So heißt ein Kapitel, das Dōgen im Frühjahr 1240 seinen Mönchen vorgetragen
hat. Er beginnt mit Sotōba, einem Laien und berühmten Schriftsteller seiner
Zeit, kein Mönch. Auf dem Weg zum Berg Ro übernachtete er im Tal. In der Nacht
hörte er den Bach, und in diesem Klang ging ihm auf, was er lange gesucht
hatte. Am Morgen schrieb er ein paar Zeilen: der Klang des Baches sei die große
Sprache des Erwachten, die Farbe der Berge sein reiner Leib.
Vierundachtzigtausend Verse in einer einzigen Nacht. Und dann die Frage, die
mich seit Jahren nicht loslässt: wie soll ich das morgen den Leuten erzählen?

So eine Geschichte lesen wir gern als glücklichen Zufall. Einer geht spazieren,
hört Wasser, und plötzlich ist alles anders.

Dōgen erzählt sie anders.

Er sagt beiläufig, woher Sotōba kam. Bei einem alten Lehrer namens Jōsō hatte
er eine Frage aufgeschnappt: ob auch die leblosen Dinge die Lehre verkünden.
Unaufhörlich, hatte Jōsō geantwortet. Sotōba verstand das nicht. Er trug den
Satz monatelang mit sich herum wie einen Stein in der Tasche.

Der Bach in dieser Nacht war nicht der Anfang. Er war das Ende einer langen
Frage.

Und das Wasser hat nichts Besonderes getan. Es floss wie in der Nacht davor und
wie in der Nacht danach.

Vielleicht ist genau das das Unbequeme. Es gibt nichts zu finden, was nicht
ohnehin die ganze Zeit Geräusch macht. Nichts Heiliges, das noch dazukommen
müsste.

Vielleicht ist die Frage also nicht, was wir noch hören müssten, sondern wer da
eigentlich zuhört.

Und wenn man lange genug hinschaut, ist da niemand, der zuhört. Da ist nur der
Bach.

Dōgen im Leben, Beitrag eins von drei zum Kapitel Keiseisanshoku.

Quelle: Dōgen, Shōbōgenzō, Band 1, Kapitel 21 „Keiseisanshoku", Klang des
Tales, Farbe der Berge, übertragen von Kōsen Nishiyama und John Stevens, aus dem
Englischen von Manfred Eckstein, Theseus Verlag, 2. Auflage 1986, S. 114 bis 122.
Die Geschichten sind nacherzählt, nicht aus der Übertragung übernommen.


Bildmotiv mit KI erstellt, Text und Verantwortung: Altbäckersmühle.

Manchmal sagt mir jemand nach Jahren des Sitzens:Mir ist langweilig.Meist kommt dieser Satz spät im Gespräch. Nicht vorw...
02/09/2026

Manchmal sagt mir jemand nach Jahren des Sitzens:

Mir ist langweilig.

Meist kommt dieser Satz spät im Gespräch. Nicht vorwurfsvoll. Eher verlegen. Als dürfte er in einer ernsthaften Praxis eigentlich nicht vorkommen.

Ich kenne diese Langeweile beim Sitzen selbst nicht. Für mich ist Zazen wach, beanspruchend, manchmal körperlich müde, aber nicht öde.

Und gerade deshalb höre ich genau hin, wenn Menschen davon erzählen. Wenn viele an derselben Stelle stocken, gehört diese Stelle zur Praxis.

Vielleicht ist Langeweile nicht das Zeichen, dass nichts geschieht.

Vielleicht ist sie der Moment, in dem nichts mehr von außen nach uns greift.

Kein Bildschirm. Keine Wendung im Gespräch. Kein neuer Reiz. Keine kleine Belohnung.

Nur Atem.

Körper.

Licht.

Geräusche.

Stille.

Nichts davon bemüht sich darum, interessant zu sein.

Dann beginnt eine feine Arbeit: nicht sofort etwas verändern, nicht die Übung spannender machen, nicht fliehen. Sondern einen Moment bleiben und fragen:

Was genau ist hier eigentlich langweilig?

Oft ist es nicht die Stille.

Vielleicht ist das, sehr nüchtern, eine kleine Begegnung mit Leere. Nicht nichts, sondern nichts, das sich vordrängt.

Der vierte Teil der Reihe "Die Kunst des Übens" geht dieser Frage nach. Er gehört in die Säule Zen-Praxis.

Der ganze Essay: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/wenn-ueben-langweilig-wird/

Wir hatten es doch anders bestellt.Wir haben uns etwas gewünscht. Und meistens wünschen wir nicht nur die Sache. Wir lie...
01/09/2026

Wir hatten es doch anders bestellt.

Wir haben uns etwas gewünscht. Und meistens wünschen wir nicht nur die Sache. Wir liefern gleich die ganze Bauanleitung mit.

So soll das Gespräch verlaufen.
So soll der andere Mensch reagieren.
So soll sich der neue Anfang anfühlen.
Bitte pünktlich, freundlich und möglichst ohne Umwege.

Das Leben nimmt solche Bestellungen zur Kenntnis. Es fühlt sich nur selten daran gebunden.

Dann geschieht etwas. Vielleicht sogar etwas Gutes. Nur nicht ganz so, wie wir es uns vorgestellt haben. Und schon stellen wir das Wirkliche neben unser inneres Bild und erklären das Wirkliche zum Fehler.

Wir schieben. Wir deuten. Wir versuchen, den Augenblick doch noch passend zu machen.

Manchmal so lange, bis wir selbst in der Tür stehen, durch die etwas Neues hereinkommen könnte.

Einverstanden zu sein heißt nicht, dass uns alles gefallen muss. Es heißt auch nicht, dass wir jeden Wunsch aufgeben. Es heißt zunächst nur: So ist es jetzt.

Der Wunsch darf bleiben.

Nur die Bauanleitung dürfen wir für einen Moment aus der Hand legen.

Vielleicht ist das schon ein Stück Leere. Nicht das große Nichts mit ernstem Gesicht. Nur etwas Platz auf dem Tisch, weil unsere Bauanleitung nicht mehr alles bedeckt.

Vielleicht können wir dann sogar ein wenig lachen. Nicht spöttisch über uns. Eher freundlich mit uns.

Ach, schau. Schon wieder wollte ich dem Leben erklären, wie es meine Wünsche zu erfüllen hat.

Und während wir noch lächeln, wird die Hand etwas lockerer.

Vielleicht ist da längst etwas. Es sieht nur anders aus als bestellt.

Der ganze Text, mit einer kleinen Übung: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/loslassen/

Falls du den Beitrag hilfreich findest, leite ihn gerne weiter.

Bildmotiv mit KI erstellt, Text und Verantwortung: Altbäckersmühle.

Du wolltest diesen Sommer mehr draußen sein. Jetzt ist Ende August, und die Rechnung geht nicht auf: zu viel zu tun geha...
31/08/2026

Du wolltest diesen Sommer mehr draußen sein. Jetzt ist Ende August, und die Rechnung geht nicht auf: zu viel zu tun gehabt, zu wenig hinausgekommen.

Der Hasenbach fließt über denselben Schiefer wie im Juli. Der Holzbackofen im Garten wird angeheizt wie immer. Nur das Licht hat sich verschoben. Es kommt später ins Tal und geht früher wieder. Zwischen den Bäumen steht es flacher.

Unter den Bäumen liegt Laub. So viel, dass man beim Gehen meint, es sei Oktober. Heruntergeholt hat es nicht der Herbst, sondern die Trockenheit: Die Bäume haben abgeworfen, was sie nicht mehr versorgen konnten. Seit ein paar Tagen regnet es endlich. Der Boden nimmt es auf, als wäre lange nichts gekommen. Es war auch lange nichts gekommen.

War das schon der Sommer? Der Satz kommt jedes Jahr um diese Zeit, und immer klingt er, als sei etwas versäumt worden. In der Mühle sagt niemand, dass etwas vorbei ist.

Gerade weil sich beim Sitzen nichts ändert, merken wir, was draußen anders wird. Das Laub kam zu früh, der Regen spät. Wer jeden Morgen kommt, wenn die Glocke ruft, sieht den Sommer nicht enden. Er sieht ihn leiser werden.

Vielleicht war das schon der Sommer. Er ist es gerade.

Und wenn jemand deine Kinder angreift?Dieser Satz kommt in fast jedem Gespräch über Frieden. Meistens schnell, fast triu...
30/08/2026

Und wenn jemand deine Kinder angreift?

Dieser Satz kommt in fast jedem Gespräch über Frieden. Meistens schnell, fast triumphierend, so als sei damit alles Vorherige erledigt.

Und ehrlich gesagt: er trifft etwas. Denn wer über Gewaltlosigkeit spricht, ohne diese Frage auszuhalten, spricht über eine Welt, in der er selbst nicht lebt.

Es gibt zwei Antworten, die sofort bereitliegen. Die erhabene: ein Buddhist tötet nicht, unter keinen Umständen. Die vernünftige: natürlich verteidigt man seine Kinder, alles andere wäre Heuchelei.

Beide beenden das Gespräch.

Ich bin an dieser Frage einmal ganz wörtlich geprüft worden. Vor einer Kommission, an einem Tisch, mit Aktenzeichen. Das ist fünfundvierzig Jahre her, ich hatte den Kriegsdienst verweigert, und damals musste man dafür sein Gewissen vorführen.

Dann kam die Frage, die sie damals allen stellten. Sie gehen mit Ihrer Freundin spazieren, eine Horde fällt über sie her, Sie haben eine Maschinenpistole umgehängt. Was tun Sie?

Ich sagte, dass ich nicht schieße. Das war die falsche Antwort.

Erst als ich sagte, gut, dann schieße ich, und danach hänge ich mich am nächsten Baum auf, waren sie zufrieden. Da war ich anerkannt.

Was für ein Unsinn.

Ich habe lange gebraucht, um zu sehen, dass darin trotzdem etwas steckte. Sie wollten nicht wissen, ob ich rein bleibe. Sie wollten hören, dass ich bereit bin, alles zu tragen, was aus einer solchen Tat folgt.

Und langsam beginne ich zu ahnen, dass schon die Frage nicht stimmt. Darf ich, das sucht eine Instanz, die vorher entscheidet, damit ich nachher sauber bleibe.

Diese Instanz gibt es nicht. Auch nicht mit Aktenzeichen.

Die allermeisten von uns werden nie vor einem Angreifer stehen. Wir stehen vor kleineren Dingen. Vor einer Sitzung, in der jemand sein Gesicht verlieren könnte. Vor einem Streit, in dem wir die schärfere Formulierung schon fertig im Mund haben.

Dort entscheidet sich, welche Sprache unser Herz lernt.

Der ganze Text, mit einer kleinen Übung: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/bodhisattva-kaempfen/


Bildmotiv mit KI erstellt, Text und Verantwortung: Altbäckersmühle.

War die Stimmung besser, als ich gegangen bin?Die Haustür fällt ins Schloss, im Auto ist es still, und dann fängt der Ko...
29/08/2026

War die Stimmung besser, als ich gegangen bin?

Die Haustür fällt ins Schloss, im Auto ist es still, und dann fängt der Kopf an zu rechnen. Hat das Gespräch etwas gelöst? Ruht sie jetzt ein wenig mehr in sich?

Fällt die Antwort gut aus, sind wir erleichtert. Fällt sie schlecht aus, kommt der Zweifel. Vielleicht hätte ich länger bleiben sollen. Vielleicht achtsamer sprechen. Vielleicht eine Lösung finden.

Ohne es zu bemerken, haben wir unsere Fürsorge an ein Ergebnis gebunden.

In der Familie geschieht das besonders leicht. Wir kennen die verletzlichen Stellen. Wir wissen, welcher Satz beruhigt und welches Wort den Frieden kippen lässt. Daraus wächst der Gedanke, wir müssten nur die richtige Form finden, dann fände auch der andere Frieden.

Darin liegt eine Verwechslung.

Wir verantworten, in welcher Haltung wir einem Menschen begegnen. Wir verantworten nicht den Zustand, in dem wir ihn zurücklassen.

Das klingt klein. Für alles Weitere ist es der Boden.

Denn Fürsorge verändert sich in dem Augenblick, in dem sie Dankbarkeit erwartet. Dann hören wir nicht mehr offen zu. Wir warten auf ein Zeichen. Wir werden ungeduldig, wenn die Traurigkeit bleibt. Vielleicht geben wir noch mehr, weil das Gegebene offenbar nicht gereicht hat.

So geht eine liebevolle Bewegung unmerklich in ein Ziehen über. Nicht aus bösem Willen. Meist aus Hilflosigkeit.

Und doch sind wir von diesen Menschen nie getrennt. Das Kind, das damals gewartet hat, und das Elternteil, das heute im Zimmer sitzt und wartet, sind nicht zwei. Es ist dasselbe Warten. Es hat nur die Plätze getauscht.

Wir können Zeit verschenken. Die Stille teilen. Eine warme Schale Reis reichen. Verlässlich da sein. Und manchmal den schwersten Dienst tun: einen dunklen Moment stehen lassen, ohne ihn vertreiben zu müssen.

Aber wir greifen nicht nach der Frucht.

Der ganze Text, mit einer kleinen Übung: https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de/zen-im-leben/glueck-der-eltern/


Bildmotiv mit KI erstellt, Text und Verantwortung: Altbäckersmühle.

Adresse

Altbäckersmühle
Singhofen
56379

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