Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Lukas Schweinfurt

Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Lukas Schweinfurt Evang.-Luth. Kirchengemeinde im Nord-Osten von Schweinfurt Lukas finden.

Gemeinde für die evangelischen Menschen im Hochfeld, Steinberg, Zeilbaum und am Deutschhof, sowie für alle die eine Heimat für ihren christlichen Glauben in St.

"Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es." Eph 2,8„Was war deine größte Ni...
05/07/2021

"Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es." Eph 2,8

„Was war deine größte Niederlage?“ So hat mich diese Woche jemand gefragt. Ich sollte eine oder mehrere Krisensituationen in meinem Leben benennen, von denen ich mich nie wieder richtig erholt habe. Wunden, die bleibenden Schaden hinterlassen haben. Die heute noch weh tun, wenn ich mich daran erinnere – an die ich mich gar nicht erinnern möchte.

Solche Erfahrungen gibt es. Erfahrungen, an deren Ende gebrochene Persönlichkeiten stehen. Menschen, die ihren Halt im Leben verloren haben. Traumatisierte Menschen mit Kriegserfahrungen z.B. Oder Missbrauchsopfer. Die entweder verbittert sind und hasserfüllt, oder eingeschüchtert und ängstlich. Wo Vertrauen ins Leben zerbrochen ist. Jemand, dem so etwas passiert ist, der oder die hat sich entweder ein dickes Fell um seine Seele zugelegt – oder der oder die hat sich in sein Schneckenhaus verkrochen, das sie oder er selten bis gar nicht mehr verlässt.

Und trotzdem gibt es immer wieder Menschen, denen Schreckliches passiert, die die Hölle auf Erden erleben und dennoch aufrecht und zuversichtlich durchs Leben gehen. Viktor Frankl war so jemand. Ein bürgerlicher Jude, von Beruf Psychologe, der die NS-Zeit in einem KZ nur durch Zufall überlebte. In seinem Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen.“ beschreibt er seine Erfahrungen. Die schrecklichen Erlebnisse, aber auch die Mut machenden. Das Erleiden von Schmerz und Verlust, aber auch das Hoffen und Bangen. Er war sich sicher, dass er die schreckliche Zeit nur deshalb überlebt hat, weil er an eine Zukunft geglaubt hat.

Glauben wir, dass Gott eine Zukunft für uns bereit hat? Es gibt auch heute noch viele schreckliche Erfahrungen, die uns ereilen können. Niederlagen und Krisen, die Wunden verursachen, die tief gehen. Grausame Erfahrungen, die wir nicht aus eigener Kraft abwenden können. Vor denen wir uns nicht schützen können. Wenn Menschen so verletzt werden, versuchen viele sich aus eigener Kraft zu helfen. Sie bieten alle ihre Kräfte auf, um mit der Krise fertig zu werden. Aber wenn es wirklich eine tiefgreifende Niederlage ist, die Wunden verursacht, welche unser normales Verarbeiten übersteigen, kann man sich so nicht retten. Dann gleicht man einem Baron Münchhausen, der sich versucht am eigenen Schopf aus dem Sumpf des Verderbens zu ziehen.

„Was war deine größte Niederlage?“ Ich überlegte und überlegte. Egal, welche Situation mir auch kam, rückblickend konnte ich keine Niederlage sehen, die mich so richtig getroffen hätte. Keine, die mich verbittert gemacht oder dauerhaft eingeschüchtert hätte.

Wer einen festen Glauben an einen Gott hat, der ihn rettet, hat neben dem Verbittern und dem Verkriechen noch eine dritte Möglichkeit, mit einer schweren Krise umzugehen. Der Glaubende wird zwar dasselbe Schicksal erleiden, aber er kann – wenn er diese Möglichkeit für sich ergreift – selbst in dunkelsten Zeiten mit Hoffnung in die Zukunft schauen. Denn er vertraut auf Gott. Der ihm rechtzeitig ein Rettungsseil zuwerfen wird, wenn er im Sumpf fest steckt.

Menschen, die an Gott glauben, bekommen von Gott das Angebot des Vertrauens. Wenn sie das annehmen, leben sie in der Gewissheit, dass Gott sie am Ende da raus holt. Dass die Niederlage nicht in einer totalen Vernichtung mündet. Sondern, dass Gott sie durch die Niederlage hindurch an seinem Rettungsseil entlang in eine lebenswerte Zukunft leitet.

Bleiben Sie behütet!
Alles Gute und Gottes Segen.

Pfr. Sigrid Ullmann

"Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." Gal 6,2 Ein Klavier zu transportieren ist kein...
27/06/2021

"Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen." Gal 6,2

Ein Klavier zu transportieren ist keine leichte Aufgabe. Und dann doch wieder. Ich erinnere mich, als wir vor ein paar Monaten ein Klavier transportieren wollten. Ich habe hin und her überlegt, wie wir das hinkriegen können. Vielleicht, wenn alle unsere Kinder mit anpacken? Aber es war eine steile Steintreppe zu überwinden – aufwärts! Aussichtslos – da brauchen wir schon fachkundige Hilfe. Also habe ich mich nach einer Spedition erkundigt, die so etwas erledigen kann. Aber einen schnellen Termin kann man da vergessen. Ziemlich teuer ist es obendrein, wie sich herausstellte. Und das alles nur für eine Klavier, das eine Treppe hinauf muss. Da wäre es billiger gekommen, sich ein neues zu kaufen und liefern zu lassen.
Durch Zufall kam ich bei der Verwandtschaft darauf zu sprechen. Mein Schwager bot mir spontan seine Hilfe an. Er würde einfach mal vorbei kommen. "Und dann schau mer mal, wie weit mer komm'n". Ich habe nicht daran geglaubt. Doch bald darauf war er da. Zusammen packten wir an – auch der Nachbar, der zufällig vorbei schaute. Und die Last war gar nicht mehr belastend. Die vielen Hände, die beteiligt waren, teilten sich die Last. Jede Hand musste umso weniger tragen, je mehr Hände mitmachten. So wurde das für mich so schwere belastende Instrument eine leicht zu stemmende Aufgabe. Jeder trug nur einen Teil des Gesamtgewichts, keiner musste sich überfordern oder hatte übermäßig schwer daran zu tragen.

Auch nicht im übertragenen Sinn. Mein Schwager, dem ich die Anfahrt nicht zumuten wollte, freute sich, mal zu Besuch kommen zu können. Wo man sich doch wegen Corona schon lange nicht mehr gesehen hatte.

Eigentlich hatte ich gar nicht fragen wollen. Weil ich das nicht von ihm verlangen kann. Weil ich keine Hilfe in Anspruch nehmen will. Weil ich auch bei ihm nicht in der Schuld stehen will. Ich wollte anderen und auch mir selbst zeigen, dass ich das allein schaffe! Dass ich wer bin. Dass ich klar komme. Aber darauf kommt es oft gar nicht an. Die Probleme, die sich vor uns auftun, müssen gelöst werden. Die Erledigungen, die zu tun sind, müssen gemacht werden. Die Lasten, die wir zu tragen haben, müssen getragen werden. Das ist nicht zu ändern. Wir müssen die Aufgaben, die uns gestellt sind, lösen. Aber das müssen wir nicht alles alleine tun. Wir müssen uns da nichts beweisen: nicht, dass wir stark genug sind; nicht, dass wir clever genug sind; nicht, dass wir selbständig sind. Wir müssen es nur schaffen, die Last aus dem Weg zu räumen. Und wenn wir dabei einfach mal zupacken, einfach mal nachfragen, einfach mal tun, was wir gern machen und können – wie es mein Schwager gemacht hat – dann ist die Last schneller weg als befürchtet. Darum geht es im heutigen Wochenspruch: statt über die Last zu jammern, sollen wir offen bleiben; es zulassen, dass uns geholfen wird. Dass jemand anderes meine Last trägt und ich seine trage – dass keiner unter der Last stöhnt. Und am Ende alle Lasten getragen sind.

Bleiben Sie behütet!

Alles Gute und Gottes Segen.

Pfrin. Sigrid Ullmann

13/06/2021

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Mt 11,28

Es gibt einfach so viele Dinge und Angelegenheiten, die uns Mühe bereiten.
Ganz gleich, ob wir uns Mühe machen mit den richtigen Entscheidungen für unsere Familie. Oder, ob uns das Wieder-In-Schwung-Kommen der bekannten Arbeitsroutinen nach Abklingen der nun hoffentlich überstandenen Corona-Welle schwer fällt. Ob wir uns mit traurigen Verlusterfahrungen abmühen (etwa wenn jemand verstorben ist), ob wir uns mit neuen Situationen, die sich in unserem Leben einstellen, hart tun – oder wir einfach mit der Lebenssituation, in der wir uns befinden, unzufrieden sind.

Mühe – das ist ein altes deutsches Wort, das ein Inanspruchnehmen durch eine Sache oder Tätigkeit beschreibt, bei dem man nicht nur körperlich, sondern in seinem ganzen Erleben gefordert wird. Und zwar meist über einen längeren Zeitraum. Das Wort „müde“ ist damit verwandt. Weil das, was Mühe bereitet, eben müde macht.
Denn es macht einfach müde, wenn wir uns die Fragen durch den Kopf gehen lassen, die uns Mühe bereiten. Wenn wir darüber grübeln, was gut ist für unsere Kinder oder die alten Eltern. Wenn wir uns Gedanken machen über das, was wir von unserer Arbeitsstelle wünschen und brauchen. Wenn wir bei Krankheit darüber grübeln, welche Therapie oder Operation die beste ist. Wenn wir uns beim Tod eines nahen Angehörigen fragen, wie es weiter gehen soll für mich ohne ihn oder sie.
In all diesen mühseligen Situationen werden wir müde, weil Entscheidungen zu treffen sind, die nicht schnell und einfach und klar getroffen werden können. Je weitreichender eine Entscheidung ist, umso schwerer wird die Last. Diese Mühe macht müde.
Allerdings ist es genau genommen nicht die anstehende Entscheidung, die uns quält und müde macht. Es ist die Angst davor, die falsche Alternative gewählt zu haben. Die Entscheidungsfindung wird zur Bürde, die uns nieder drückt. Aus einer Auswahl zwischen mehreren Entscheidungsmöglichkeiten wird die Alternative von richtig oder falsch, von gesiegt oder gescheitert. Das macht krank, raubt den Schlaf, kostet Kraft. Besonders, wenn das, was Mühe macht, sich hinzieht. Dabei merken wir vielleicht nicht, dass die Mühe und die Sorge viel größer ist, als die Sache, um die es geht. Wenn die Angst vor der Angst größer ist, als die beängstigende Situation.

„Kommt her zu mir“, sagt Jesus, „wenn ihr Mühe habt und euch das belastet. Jeder und jede von euch mit all euren verschiedenen Mühen.“

Jesus lädt uns ein zu sich: zum Gebet, zur Gemeinschaft mit ihm, dazu, auf sein Wort zu hören. Gott nimmt uns nicht aus der Verantwortung. Er mag uns nicht unsere Probleme lösen und unsere Arbeit tun. Doch er kann uns helfen, dass wir aufhören uns abzumühen. Indem wir mit unseren Sorgen und Ängsten zu ihm kommen, an ihn glauben. Es ist genug, wenn wir unser Bestes geben. Wir sind recht, auch wenn wir nicht immer alles richtig machen.
So verlieren die Probleme ihre Last. Die Mühen werden zu Herausforderungen, die wir zu bewältigen imstande sind. Und vor allem: die notwendigen Entscheidungen werden wieder zur Auswahl von Möglichkeiten – und entscheiden nicht über mein Bestehen oder Scheitern. Wenn ich mich falsch entscheide, ist das unter Umständen bitter. Aber es stellt mich nicht als Mensch in Frage. Als Mensch, der mit seinen Mühen zu Jesus kommt, bin ich bereits auf dem richtigen Weg. Das zu wissen, ist erfrischend und tut gut.

Bleiben Sie behütet!
Pfrin Sigrid Ullmann/Pfr. Jörg Zech

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." 2.Kor 5,17Früh...
25/04/2021

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." 2.Kor 5,17

Frühlingsspaziergänge können so unterschiedlich ausfallen. An Anfang des Frühlings sind die Bäume und Sträucher wie tot: leere, dürre Äste mit vertrockneten Blättern vom Vorjahr hängen an Zweigen oder liegen auf der braunen, matschigen Wiese. Zwei Wochen später scheint die Sonne, Licht und Wärme erfüllt die Landschaft und die Natur verändert sich explosionsartig: frisches, zartes Grün, Blüten in allen Farben und Größen, Bienen, Insekten, Vögel. Man spürt, wie aus dem Winter heraus neues Leben beginnt, die Schöpfung sich neu erfindet.

Der Frühling, die aufbrechende Knospen und Blüten - das sind schöne Bilder für unsere menschlichen Beziehungen. Im Leben gibt es die Eiszeiten und menschlichen Winter. Wenn Menschen wie Bäume und Sträucher im Winter erstarren und in ihren Meinungen, Verletzungen und Kränkungen verharren. Der Kalte Krieg, wenn sich gespaltene Lager gegenüber stehen und nichts mehr vorwärts geht. Weil jeder recht haben will und den Schuldigen sucht.

Ein Beziehungswinter in der Gemeinde von Korinth steht bei unserem Schriftwort der Woche im Hintergrund: Ein Richtungsstreit darüber, wie die frohe Botschaft vom Aufblühen zu neuem Leben am besten Ausdruck verliehen werden kann. Wie man vom Leben reden, wie man auftreten, wie man gestikulieren soll. Wie eine Explosion muss es sein! Wie ein Feuerwerk. Eine fantastische Show - meinten manche.

Am Ende gab es in Korinth viel Wintergefühle: Kälte und Beziehungsarmut. Weil manche glaubten, es besser zu wissen. Genau zu erkennen, worauf es ankommt – bei der Darstellung, beim Präsentieren des richtigen Lebensgefühls.
Ich denke, was damals – und manchmal in manchen Situationen heute immer noch – im Hintergrund steht, ist die Angst davor, das Ziel zu verfehlen. In Frühlingssituationen steht der Aufbruch an. Wohin der führt, ist offen: an welchen Stellen sich neue Triebe bilden, in welche Richtungen und in welcher Zahl die Pflanzen in kürzester Zeit ihre neuen Zweige und dann auch Knospen sprießen lässt – abhänigig vom vorherrschenden Sonnenschein, der jeweiligen Wetterlage oder einfach vom Zufall des Wachstumsprozesses.

Im Frühling herrscht Offenheit: In der Natur und in den Frühlingssituationen bei menschlichen Beziehungen. Manchen macht das Angst. Denn es nimmt uns das Handlungsheft aus der Hand: Das Drehbuch, das wir uns vom Aufbruch gemacht haben. So, dass auf jeden Fall auf einem vorgegebenen Weg das Ziel erreicht wird. So, wie es unserer Vorstellung entspricht, wie es unseren Bedürfnissen entspricht – So, wie es aber vielleicht von anderen nicht getragen wird, vielleicht gar nicht geleistet werden kann.
Und dann entsteht Streit. Weil die mit dem fertigen Drehbuch in der Hand die Angst haben, dass ihnen die anderen, die Planlosen alles kaputt machen. Dass ihr Drehbuch nicht verwirklicht wird – und damit auch all ihre erträumten Hoffnungen und Bedürfnisse unerfüllt bleiben. Das Ziel nicht erreicht wird. Und am Ende gar nichts wächst. Dass das Leben ausbleibt.

In Christus – schreibt Paulus den Wintermenschen in Korinth – seid ihr Kreaturen, die sich wie die Natur im Frühling neu entwickeln. Das Alte, das vorherige Tote ist vergangen – unabhängig davon, was man davon äußerlich sieht oder (noch) nicht sieht. Lasst euch auf das Neue ein. Auf das, woraus Gott etwas wachsen lassen will. Auf das Ziel, das Gott für alle gesetzt hat: das aufblühende Leben, das Gott allen gibt, die sich mit Christus aus dem Wintertod auferwecken lassen.

Pfrin. Sigrid Ullmann/Pfr. Jörg Zech

19/04/2021

Am vergangenen Samstag trafen die Delegierten der 27 Kirchengemeinden im Dekanat Schweinfurt zu ihrer halbjährlichen Synodaltagung zusammen. Ehrenamtliche aus allen Kirchenvorständen, Delegierte aus den Diensten und Werken sowie Pfarrerinnen und Pfarrer berieten über die Zukunft des Dekanats.Ange...

19/04/2021
Herzlichen Glückwunsch zur vollendeten Ausbildung!Frau Anna Rothecker hat mit sehr gutem Erfolg die Ausbildung zur "Päda...
19/04/2021

Herzlichen Glückwunsch zur vollendeten Ausbildung!

Frau Anna Rothecker hat mit sehr gutem Erfolg die Ausbildung zur "Pädagogischen Fachkraft in Kindertageseinrichtungen" absolviert.

Die 15-monatige berufsbegleitende Weiterbildung hat sie in Theorie- und Praxisphase und und einer dreiteiligen Prüfung nun erfolgreich abgeschlossen.

Wir gratulieren herzlich und freuen uns über ihre bereichernde Arbeit in unserem Team St. Lukas KiTa!

Ines Lamberty

"Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ic...
19/04/2021

"Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben." | Joh 10,11a.27–28a

Nicht nur in der Bibel kommen Schafe vor. So ein Schaf, das ist halt auch ein niedliches Tier – mit seinem flauschig weichen Fell, seiner bequemen rundlichen Form und seinen süßen Schlappohren. Das sieht lustig aus. Manchmal wirkt es dadurch auch etwas verträumt und naiv. In manchen politischen Kreisen spricht man sogar vom „Schlafschaf“, das etwas verschlafen daher kommt - um nicht zu sagen: dumm.
Von da ist es nicht weit zur bekannten Redewendung vom „dummen Schaf“: Niemand möchte das sein. Denn ein dummes Schaft zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es in blindem Vertrauen jedem, der es ein wenig lockt, hinterher rennt. Jedenfalls wird denjenigen, die man so bezeichnet, dieser Vorwurf gemacht.

Auch in unserem Wochenspruch ist von Schafen die Rede, manche unterstellen auch hier: von dummen Schafen. Immerhin ist davon die Rede, dass die Schafe die Stimme ihres Hirten hören – und daraufhin dem Hirten vertrauensvoll folgen. Aber sind sie deshalb dumm? Sind wir Christ*innen dumm, wenn wir der Stimme unseres Hirten in blindem Vertrauen folgen?

Im Bibeltext kommt es auf das Hören einer Stimme an. Genauer gesagt: auf die Stimme des guten Hirten, auf die Stimme Jesu Christi.
Wenn man das Bild mit dem Hirten und seinen Schafen vor Augen hat, dann ist es auch ganz logisch: der Hirte spricht, das Schaf hört die vertraute Stimme – und folgt. Durch die Vertrautheit der Stimme, durch den bekannten Klang, den das Schaf wieder erkennt, weiß es: Das muss der Hirte sein, der mich von Weide zu Weide führt und dafür sorgt, dass es mir gut geht. Den kenne ich. Dem kann man vertrauen. Dem folge ich jetzt nach.

Doch das ist nicht der Standpunkt, aus dem heraus Jesus mit diesem Bibelwort zu uns spricht: Ich, der Hirte, bin es, der seine Stimme erklingen lässt. Und wenn die Schafe folgen, dann ist das kein Hinweis auf besondere Vertrautheit, sondern dann stellt das – aus Sicht des Hirten – eine erwartete Reaktion dar: Er ruft – sie kommen. „Ich kenne sie nämlich!“ fügt Jesus hinzu. Ich weiß, worauf sie stehen, was sie fürchten, womit ich sie anlocken kann; auch, was sie verschrecken würde.

Christus weiß, was er sagen muss, welche Worte er wählen muss, um uns zu erreichen. Um uns verständlich zu machen, worauf es ankommt. Er ist in der Tat ein guter Hirte, nicht so sehr, weil er Vertrautheit vermittelt. Sondern, weil er uns das Richtige sagt. Weil er uns auf die wichtigen Dinge hinweist. Weil seine Worte uns auf das aufmerksam machen, worauf es ankommt – bei Gott.

Diese Stimme hören die Schafe – und erkennen ihre Lage und begreifen Zusammenhänge und verstehen, wo und warum es da und nirgendwo anders hin gehen muss. Deshalb folgen sie. Weil sie immer wieder neu in seinem Wort Leitung und Hilfe für ihr Leben bekommen. Weil sie von ihm immer wieder die frohe Botschaft ausgerichtet bekommen, dass sie – unter seiner Führung – auf dem richtigen Weg zum guten Weideland sind.

Da bin ich gern ein Schaf, schlau genug zu erkennen, dass es wirklich dämlich wäre, dem guten Hirten nicht zu folgen.

Bleiben Sie behütet!
Alles Gute und Gottes Segen.

Pfrin. Sigrid UllmannLieLie

12/04/2021
WochenspruchandachtGelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wi...
12/04/2021

Wochenspruchandacht

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. - 1. Petr 1,3

Liebe Gemeinde,
es ist eine Woche nach Ostern, zwei Wochen nach Frühlingsanfang. Aber irgendwie kommt nichts so richtig in Gang. Weder in der Politik, wo über die richtigen Maßnahmen zur Coronabekämpfung gerungen wird, noch in der Wirtschaft, wo der Aufschwung ersehnt wird, aber die wegweisenden Innovationen fehlen. Auch nicht in Kultur und Sport. Noch nicht einmal das Wetter zeigt sich eindeutig. Alles wirkt verschlafen, fast schon verkatert. Mancher ist vielleicht auch ein wenig geknickt und traurig, weil sich nicht wirklich viel bewegt und kein dauerhafter Erfolg sichtbar ist. Schon das zweite Ostern unter Corona und alles bleibt unsicher. Wo soll da neue Hoffnung herkommen?
Seit einem Jahr bekomme ich regelmäßig kleine und große Karten, Grüße und E-Mails, in denen Menschen mir danken: für Trost und Erbauung, für Aufmerksamkeiten, für kleine Präsente unseres Pfarramtes. Für all das Ermutigende, das ganz nebenbei - fast unbemerkt - in Begegnungen auf Distanz, in Gesprächen und Telefonaten, in Andachtstexten und Gottesdiensten, in Mails und Chats geäußert wird und das vor Corona oft keiner Erwähnung wert war. Das ist großartig und irritierend zugleich: Seit letztem Jahr! - da war doch alles abgesagt, da war und ist doch Tiefpunkt, Niedergang, Abgesang - mit der Kirche, Gemeinde und überhaupt. Und dann schreibt mir jemand, wie toll es ist, dass gerade in dieser Zeit Gutes entstanden ist.
Wo kommt die Hoffnung her? Ihr seid die Hoffnung!, ermutigt uns der heutige Wochenspruch. Jedenfalls dann, wenn ihr euer Leben aus der Auferstehung Jesu heraus lebt. Wenn ihr nicht nur den Niedergang, sondern auch das Gute seht, das im Niedergang entsteht. Und dafür dankbar seid. Dankbar, wenn mir unverhofft ein gutes Wort gesagt bekommt. Dankbar, wenn ich plötzlich den Eindruck habe, dass der HERR gerade diesen Menschen gerade im rechten Moment in meinem Leben vorbei geschickt hat. Dankbar, dass ich nicht allein bin an schlechten Tagen, weil ich seine Nähe, seine Kraft, seinen Plan für mein Leben erspüre. In allem Tod, in allen Corona-Pannen, in allem Sterben an und mit Corona, in allen auf Eis gelegten Projekten und verlorenen Arbeitsstellen bleibt die Hoffnung auf Auferstehung und Neuanfang.
Der barmherzige Gott hat es mit unserm Herrn Jesus Christus gut gemacht, er wird es auch mit uns gut machen. In dieser Gewissheit leben wir und sind das lebende Beispiel für die Hoffnung. So wie sie bei allem Ermutigenden und Wohltuenden im letzten Jahr aufgeleuchtet ist. Ja, als aus unserer Traurigkeit auferstandene Christ*innen sind wir selbst die lebendige Hoffnung, die uns wieder in Schwung bringt und die der 1. Petrusbrief uns verheißt.
Bleiben Sie behütet!
Alles Gute und Gottes Segen.

Pfrin. Sigrid Ullmann

10/04/2021

Den Segen gibt es für alle! 🤗 Die PAX Jugendkirche Leipzig ist auch für Jugendliche außerhalb der Kirche da.

„Es geht um Glauben, Bildung und Kultur", erzählt Jugendpfarrerin Grit Markert. "Wir missionieren nicht. Aber die Jugendlichen erleben bei uns nebenbei, was Glaube bedeuten kann und was ihnen in dieser schwierigen Phase Halt gibt."

👉 https://www.ekd.de/den-segen-gibt-es-fuer-alle-64138.htm

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