05/04/2026
Der Herr ist auferstanden!
"Hallo" ruft am Ostermorgen ein Junge mir zu, der mit seinem Hund Gassi geht. Ich bin mit meinem Talar auf dem Weg zum Ostergottesdienst in der Marktkirche.
Ein Jogger lässt im Vorüberlaufen ein "Moin" fallen. Ich habe mir vorgenommen, heute anders zu grüßen, es ist Ostern: "Der Herr ist auferstanden!" Der nächste Passant, dem ich diese Worte zurufe, schaut mich verwundert an. "Was soll das denn?"
Wenig später an der Fußgängerampel steht neben mir ein junges Ehepaar, vielleicht auch auf dem Weg in die Kirche. Als ich grüße mit: "Der Herr ist auferstanden" antworten sie sofort: "Er ist wahrhaftig auferstanden". Wir drei lachen. So, als wären wir ein kleiner Geheimbund, der sein Losungswort gerade ausgetauscht hat.
In den östlichen Kirchen kennt man diesen Gruß. Bei uns weitet er sich langsam aus. Es wird üblicher, sich am Ostertag so zu grüßen. "Der Herr" oder auch "Christus ist auferstanden". "Er ist wahrhaftig auferstanden."
Was ein Gruß verändern kann!
Ostern ist der Morgen, der von je her überrascht. "Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?", fragen sich die Frauen in der Ostergeschichte. "Den ihr sucht, der ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat," heißt es in der Bibel.
Kein Stein ist unverrückbar. Keine Hoffnung verloren und keine Aussicht umsonst. Wenn das keinen besonderen Gruß wert ist! "Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden."
Halleluja! Und Fröhliche Ostern!
/ Landesbischof Ralf Meister in "Zwischenruf" auf NDR Niedersachsen