19/09/2025
Zu Kirchenführung am Tag des Denkmals konnte die Vorsitzende, des Vereins zum Erhalt der ev. Kirche Schönbergs, Antje Klein, 50 interessierte Gäste begrüßen.
Der versierte Kenner der Geschichte der Probstei und der Kirche, Hans Hermann Malchau, erklärte die historische Entwicklung:
„Die Kirche wurde nach dem großen Brand von 1719 bis 1782 wieder aufgebaut. Sie wurde an der höchsten und markantesten Stelle Schönbergs errichtet. 52.422 Mark mussten dafür aufgewendet werden, Allein 37.452 Mark kamen aus Spenden zusammen, was zeigt, dass eine enorme Solidarität herrschte damals unter den Menschen. In drei Jahren ist die Kirche, so wie sie heute vor uns steht wieder aufgebaut worden. Das war eine grosse Leistung an Planung, Ausführung und Logistik. Woher kam die Menge an Ziegelsteine, woher ist das Holz für das für unsere Verhältnisse riesige Dach gekommen, wer hat die Materialien transportiert? So etwas ist heute selbst bei aller Technik kaum möglich. Der Baumeister Johann Adam Richter hat es geschafft und mit den großen Fenstern eine schöne helle sonnendurchflutete Kirche gebaut.
Wertvolle Zinnpfeifen der Orgel wurden für Zwecke der Waffenproduktion im Krieg gegen minderwertige Zinkpfeifen ausgetauscht. Ebenso mussten zwei Bronzeglocken aus dem Geläut für die Waffenproduktion herhalten. Sie wird heute gespielt von unserem Organisten und Kirchenmusiker Axel Wolter, der mit vielen Gruppen und Chören ein vielfältiges Musikprogramm initiiert.
Höhepunkt der Führung war die Besteigung des 34 m hohen Turms mit einem wunderbaren Blick auf Schönberg und der Probstei bis zur Ostsee. Da hat sich der Aufstieg über sieben steile und verwinkelte Treppen, der für manchen ganz beschwerlich war, doch gelohnt.
Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Prof. Nebendahl, bedankte sich beim ehrenamtlichen Vorstand des Vereins, der seit seiner Gründung 200.000 Euro an Spenden und Mitgliederbeiträge an die Kirche für Renovierungsarbeiten geleitet hat, denn der Verein hat sich es zur Aufgabe gemacht, mit dafür zu sorgen, dass dieses einmalige Kulturdenkmal erhalten bleibt und kontinuierlich instand gesetzt wird.
Nach der Führung wurden alle Gäste in der Kirche zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Es wurde eifrig gespendet und zwei neue Mitglieder konnten verzeichnet werden Klaus Struve, Kassierer des Vereins, bedankte sich bei den Gästen für Ihr Kommen und bei Hans Hermann Malchau mit einem kleinen Geschenk. Kirchenführungen sollen in Zukunft regelmäßig durchgeführt werden, um dieses Kulturdenkmal zu würdigen.