Der böse Krampus

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08/05/2017

VOM KLEINEN ARBERSEE
Nahe an der bayerisch-böhmischen Grenze, in ziemlicher Nähe des Arbers, hausten vor vielen Jahren ein paar Dutzend Waldler in ihrem weltentlegenen Dörflein schlecht und recht, wie sie es von Väterzeiten gewohnt waren. Schlecht, weil sie nur Erdäpfel und Ziegenmilch, selten ein Stück Fleisch (nur dann und wann hatten sie Hasenbraten oder einen Rehschlegel in der "Rein") zu kosten hatten; recht, weil sie jahraus, jahrein nichts anderes als harte Arbeit kannten und nur dicke Schwielen an den Händen fühlten; aber nie murrten, sondern immer mit ihrem Lose zufrieden waren.

Sonntags gingen sie in ihre Kirche und beteten zu ihrem Herrgott, aßen dieselbe Speise, die sie werktags hatten. Das Wirtshaussitzen kannten sie nicht, dafür flickten sie ihre zerrissenen Wämser und Hosen, besserten die schadhaft gewordenen Werkzeuge aus und sangen ihre alten Weisen oder erzählten sich wieder und immer wieder ihre Sagen und Geschichten. Ihr betagter Pfarrer lebte wie sie, ja, hungerte wie sie. Er starb. Nun kam an seine Stelle ein jüngerer Mann. "Ausmisten! Ausmisten!" war sein Wahlspruch. Er wußte nicht, daß es leichter geht, wenn einer sich nach vielen richten soll, als daß viele sich nach einem richten und statt schließlich langsam in seiner Seelsorge ändernd einzugreifen, ging er rips, raps darauf los. Doch gewöhnten sich die braven Waldler bald in dieses Neue, bald in jenes; aber daß sie von Zeit zu Zeit Haus und Herd auf zwei oder gar drei Tage verlassen sollten um einmal nach Neukirchen hl. Blut, ein andermal nach Regen, ein drittes Mal ins Böhmische hinüber zu wallfahren, das ging ihnen nicht ein. Sie setzten sich in den Kopf, hier fest zu bleiben und es beim Alten zu lassen, d. h. wenn der Pfarrer wallfahren gehen will, ihn allein reisen zu lassen.

So ward an Maria Himmelfahrt (15. August) die erste Wallfahrt nach Neukirchen hl. Blut angesetzt ... Morgen sollte es bei Tagesgrauen dahingehen. Der Pfarrer stand mit den Ministranten und dem Mesner bereits in der Kirche und wartete der säumigen Begleiter. Da erhob sich plötzlich ein Sturmwind, wie man ihn noch nie erlebt hatte. Das pfiff und heulte und zischte und krachte und rollte, als ob das Ende der Welt nahe sei. Zwei volle Stunden dauerte das Unwetter. Da verging auch dem Pfarrer die Lust zu wallfahren ...

Ein paar unserer Waldler hatten sich nämlich bereits vortags zum kleinen Arbersee, dem Ursprung des weißen Regen, geschlichen und hatten Stein auf Stein in denselben geschleudert; denn schon ihre Großmütter hatten erzählt, daß es jedesmal ein gräßliches Ungewitter gebe, wenn man Steine in den kleinen Arbersee wirft.
Michael Waltinger

Ein kaltes HerzDer "Kalte Baum" steht bei einem Einödhof nahe Leuchtenberg. Eine Sage erzählt von einer kaltherzigen Lan...
28/04/2017

Ein kaltes Herz
Der "Kalte Baum" steht bei einem Einödhof nahe Leuchtenberg. Eine Sage erzählt von einer kaltherzigen Landgräfin: Die junge Witwe verliebte sich in den Grafen von Sulzberg. Dieser wollte ihre Liebe jedoch wegen ihrer beiden Kinder nicht erwidern. Deshalb entschied sich die Landgräfin, diese umzubringen. Als der Graf jedoch erfuhr, dass die Kinder seinetwegen gestorben sind, rammte er der Landgräfin ein Schwert mitten ins Herz. An der Stelle, wo sie begraben liegt, soll dann der "Kalte Baum" gewachsen sein. Noch heute wandert der Geist der Gräfin um das Grab – daher der kalte Wind auf dieser Anhöhe, so sagt man.

24/04/2017

Sage aus dem bayriachen Wald bei Nittenau

Auf der Burg Stockenfels, hoch auf einem Bergrücken über dem Regental gelegen, büßen allnächtlich die ihre Sünden, die das drittschlimmste Verbrechen in Bayern begangen haben. Nach Mord und Brandstiftung ist dies „Wasser ins Bier zu schütten“, so sagen es wenigstens der Volksmund und die einschlägigen Sagen und Geschichten rund um die berüchtigte Geisterburg Stockenfels, auch manchmal Bierpanscher-Walhalla genannt. Zu den Panschern gesellen sich auch die ungetreuen Kellnerinnen, Schankkellner, Wirte und Wirtinnen, die gepanscht, schlecht eingeschenkt oder sonstwie ihre vertrauensvollen Gäste betrogen haben.

Pünktlich um Mitternacht öffnet sich der sonst verschüttete grundlose Burgbrunnen und eine endlos scheinende Leiter reicht von der Brunnensohle bis hoch hinauf zur Turmspitze des wuchtigen Bergfrieds. Die Stockenfelser Teufel treiben nun die armen und jammernden Seelen der Malefizianten auf die Leiter, bis Sprosse um Sprosse besetzt ist, von ganz unten bis hoch oben. Unten schenkt ein Teufel Eimer um Eimer voll Wasser und die Kette der Verbannten muss sie weiterreichen bis ganz oben, wo der Oberteufel das geschöpfte Wasser über die Burgmauer wieder ausschüttet.

Das geht so Nacht für Nacht in der Geisterstunde, und die Buße dauert in alle Ewigkeit, weil Braumalefizianten niemals Ruhe finden. Sie müssen so viel Wasser schöpfen, wie sie in ihrem Erdenleben ins Bier geschüttet und so ihre Gäste betrogen haben. Etliche sind auch namentlich bekannt, so der Schwodlbräu von Zangenstein, die Kellnerin von Stadtamhof, drei Kellnerinnen vom Hofbräuhaus, einige Bräuer von München, der Podagrawirt von Haag, der Pfleger von Aufhausen, der Bräu von Regensburg und viele andere aus bayerischen Landen.

Und etliche sind schon seit 300 Jahren da oben, und täglich werden es mehr. Deshalb trocknen auch die tiefen Weiher zu Füßen der Burg sogar im heißesten Sommer niemals aus, kein Wunder angesichts der Wasserläufe, die sich von der Burg allnächtlich in sie ergießen. Und es gehen viele Geschichten um von neugierigen, nächtlichen Wanderern, die unfreiwillig Zeugen der Panscherbuße auf Burg Stockenfels wurden. Sie haben aber allesamt ihre Neugierde mit dem Leben bezahlt und schauen nun selbst allnächtlich und ewiglich das Geisterfest auf Stockenfels.

22/04/2017

Wer kennt sie nicht

DIE SAGE DER TEUFELSMÜHLE

Früher gab es im Bayerischen Wald viele Mühlen. Die kleineren mit nur einem Mühlgang waren kaum rentabel. So hat sich einmal ein Müller mit dem Teufel eingelassen, damit er künftig sein Auskommen habe. Der Teufel versprach ihm, eine neue Mühle zu bauen, mit der er viel Geld verdienen werde. Als Gegenleistung verlangte er, daß der Müller jede Woche ein Goldstück aus seinem Verdienst in einen Stiefel lege. Wenn der Stiefel voll sei, wollte der Teufel das Gold samt der Müllersseele holen.
Tatsächlich stand bald eine neue Mühle neben der kleinen alten und die Geschäfte gingen gut. Das Korn, das die Bauern brachten, wurde mit dem neuen Werk viel ergiebiger ausgemahlen und dem Müller mit seiner Familie ging es bestens. Jede Woche legte der Mann auch brav ein Goldstück in einen Stiefel. Den hatte der Müller ganz sorgfältig ausgesucht: Die Sohle des Stiefels war gänzlich durchgelaufen, so daß die Goldstücke immer wieder herausfielen und der Stiefel nie voll wurde.
Jedes Jahr schaute der Teufel einmal beim Müller vorbei. Als er endlich merkte, daß er hinters Licht geführt worden war, wurde er so zornig, daß er auf der Stelle die Mühle zerstörte. Dem Müller selbst konnte er nicht an, denn er durfte ihn ja nur zusammen mit dem Stiefel voll Gold holen. Der Müller aber hatte bestens gewirtschaftet und kam nun auch ohne die Teufelsmühle aus.

Ein Paar  Nüsse und Orangen Oder doch das Stück Kohle vom Nordpol
22/04/2017

Ein Paar Nüsse und Orangen
Oder doch das Stück Kohle vom Nordpol

Adresse

Rettenbach
93191

Öffnungszeiten

Montag 15:00 - 20:00
Dienstag 15:00 - 20:00
Mittwoch 15:00 - 20:00
Donnerstag 15:00 - 20:00
Freitag 15:00 - 20:00
Samstag 09:00 - 20:00

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