04/09/2026
Bauarbeiten in Rendsburg brachten vor drei Jahren unzählige Knochen ans Licht, darunter zahlreiche Schädel. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt: Sie stammen von über hundert Verstorbenen, darunter auch viele Kinder, aus dem Dreißigjährigen Krieg.
Knochenbrüche, Schussverletzungen und Stiche durch Säbel oder andere scharfe Waffen wurden festgestellt. Aufgeschwemmte Knochen gaben Hinweise auf die Ansteckung mit der Seuche Syphilis. Etwa die Hälfte der Stadtbevölkerung ist 1644 während der Belagerung durch die Schweden umgekommen oder schwer verletzt worden.
Heute sei der Krieg auch in Europa wieder eine Gefahr, waren sich der Rendsburger Pastor Rainer Karstens und die städtische Abordnung beim Treffen auf dem Garnisonsfriedhof einig. Dort wurden die Knochen in neun kleinen Särgen und in den Erdschichten darunter bestattet, außerdem wurde ein Gedenkstein aufgestellt. „Diese Stätte soll daran appellieren, den Frieden zu wahren“, sagte der Pastor in seiner Andacht.