Protestantische Kirchengemeinde Rülzheim

Protestantische Kirchengemeinde Rülzheim Evangelische Kirche Rülzheim

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Rülzheim
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Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Rülzheim

Im Gegensatz zu vielen umliegenden Gemeinden fand in Rülzheim die Reformation keinen Eingang. Erst ab 1832 wurden Protestanten in Rülzheim sesshaft. In den folgenden 100 Jahren zogen nur vereinzelt protestantische Familien zu.

Erst der 2. Weltkrieg und seine Folgen brachten es mit sich, dass zahlreiche Evangelische in Rülzheim und in den jetzt zur Verbandsgemeinde gehörenden Orten eine neue Heimat fanden. Im Jahre 1943 wurden die ersten Familien, die aus dem Baltikum und dem Banat kamen und schon mehrere Umsiedlungen hinter sich hatten, nach Rülzheim eingewiesen. Erst 1950 erfolgte der nächste größere Umsiedlertransport. Die Neuankömmlinge kamen vorwiegend aus den früheren reichsdeutschen Gebieten, aber auch aus den deutschsprachigen Landstrichen in Russland, Rumänien und Jugoslawien. Die frühen fünfziger Jahre brachten weitere Flüchtlinge nach Rülzheim, vor allem Menschen, die durch die Enteignungspolitik in der damaligen DDR keine Bleibe mehr in Mitteldeutschland sahen.

Die evangelischen Christen in Rülzheim, Leimersheim, Hördt, Neupotz und Kuhardt wurden zunächst von Bellheim aus mitbetreut. Um am Gottesdienst teilnehmen zu können, mussten die Neubürger den weiten Weg nach Bellheim meist zu Fuß zurücklegen. Im Jahre 1951 war dann die Zahl der Evangelischen in Rülzheim so groß, dass am Ort ein evangelischer Gottesdienst gehalten werden konnte. Zunächst gab es Gottesdienste nur in unregelmäßigen Abständen, bald wurden sie jedoch 14-täglich durchgeführt; hinzu kamen Gottesdienste in Hördt und Leimersheim.

Durch den Zustrom der Flüchtlinge wuchs die Arbeit des Bellheimer Pfarrers so sehr an, dass ihm 1963 ein Vikar zur Seite gestellt wurde. Dieser hatte insbesondere die Aufgabe, die Protestanten in Rülzheim und in den dazugehörigen Orten zu betreuen. 1965 war die evangelische Gemeinde auf 350 Gemeindeglieder angewachsen, und Rülzheim wurde zur selbständigen Kirchengemeinde erklärt. Zu ihr gehörten auch die Orte Leimersheim, Kuhardt und Neupotz; Hördt ist später dazugekommen. Die Gottesdienste in Rülzheim wurden zunächst in verschiedenen Schulsälen abgehalten. Zu den Festtagen und zur Konfirmation mussten die evangelischen Christen jedoch weiterhin nach Bellheim gehen.