23/07/2026
Tischa beAw
Ein Tag der Trauer, der Erinnerung und der Hoffnung.
Heute begehen wir Tischa beAw . Einen Tag, an dem wir innehalten, uns an Zerstörung, Verfolgung und Leid erinnern und zugleich den mutigen und bewussten Blick nach vorne richten.
In seinem heute in der Jüdischen Allgemeinen erschienenen Artikel lädt der Rabbinische Leiter des Regina Jonas Seminars, Rabbiner Prof. Dr. Yehoyada Amir, dazu ein, Tischa beAw als einen Tag des ehrlichen Erinnerns und der tiefen Reflexion zu verstehen, die auch eine gesellschaftliche und politische Komponente hat. Von der Zerstörung der beiden Tempel über Pogrome und Vertreibungen bis hin zur Schoa und zum 7. Oktober verbindet sich in diesem Tag die vielschichtige und schmerzhafte Geschichte des jüdischen Volkes.
Doch Tischa beAw erzählt nicht nur von Zerstörung und Trauma. Es erzählt auch von Verantwortung, von Widerstandskraft und von der unerschütterlichen positiven Entscheidung, jüdisches Leben zu bewahren, zu stärken und voller Zuversicht weiter aufzubauen.
Gerade heute ist dieser Gedanke von besonderer Bedeutung: Die Erinnerung an das Leid verpflichtet uns, das Gute zu wählen, menschliche Würde zu schützen, jüdisches Leben lebendig und vielfältig zu gestalten und mit Mut, Klarheit und Hoffnung an einer besseren Welt mitzuwirken.
Wir sind dankbar, dass unser Rabbiner Prof. Dr. Amir mit seinem fundierten, eindringlichen und inspirierenden Beitrag einen wichtigen Impuls zu diesem besonderen Tag setzt und uns daran erinnert, dass Erlösung nicht allein etwas ist, auf das wir warten – sondern auch eine Aufgabe, die wir Menschen gemeinsam gestalten können. Und sollten.
Tischa beAw fordert uns heraus, zu erinnern. Zu trauern. Zu fragen. Und schließlich: aufzubauen.
Tzom Kal!
Jüdische Allgemeine