28/05/2024
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Nach Einführung der Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Dominikanerklosterkirche St. Stephanus Stadtkirche für die evangelische Bevölkerung Pforzheims. Diese wurde durch französische Truppen während des Pfälzischen Erbfolgekriegs 1692 zerstört. Erst nach einer Kollekte, vor allem in Norddeutschland, konnte es sich die durch die Kriegswirren verarmte Pforzheimer Bevölkerung leisten, eine neue Stadtkirche an gleicher Stelle zu errichten, die 1721 eingeweiht wurde. Doch bereits 1789 fiel dieses Bauwerk einem verheerenden Brand in der Pforzheimer Innenstadt zum Opfer. Danach vergingen über 100 Jahre mit Diskussionen über den Standort für eine neue Stadtkirche. Marktplatz, Waisenhausplatz oder Barfüßergasse wurden abgelehnt. Selbst Entwürfe des Baumeisters Friedrich Weinbrenner wurden verworfen. Ende des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerung Pforzheims schließlich so angestiegen, dass Schloss- und Altstädter Kirche zu klein wurden und ein Neubau akut wurde. Schließlich einigte man sich auf den Lindenplatz am Zusammenfluss von Enz und Nagold als neuem Standort. Nach einem Architektenwettbewerb wurde am Ende der zweite Preis des Hamburger Architekten Carl Voss im gotischen Stil realisiert. Am 28. Mai 1899, also vor genau 125 Jahren, fand die feierliche Einweihung in Anwesenheit des Großherzogs Friedrich I. und der Großherzogin Luise statt.
Beim Luftangriff vom 23. Februar 1945 wurde die Kirche weitgehend zerstört. Da auch der Stadtkirchenturm stark beschädigt war und die Kosten für die Renovierung für zu hoch erachtet wurden, wurde dieser unter großen Protesten 1963 schließlich gesprengt. Heute bildet die 1968 eingeweihte neue Stadtkirche mit ihrem markanten freistehenden Campanile ein neues Wahrzeichen Pforzheims.
Abbildung: Stadtkirche um 1901 (Stadtarchiv Pforzheim, S1-04-004-R-151, Foto: Albert Schmidt)
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