Penzberger Moschee

Penzberger Moschee Die Islamische Gemeinde Penzberg e.V. besteht nun seit 1994 im bayerischen Voralpenland als multinationale und offene Religionsgemeinschaft

besteht nun seit 1994 im bayerischen Voralpenland als unabhängige, multinationale, neutrale und offene religiöse Gemeinde. Die Islamische Gemeinde Penzberg gilt für die rund 1000 Muslime der Umgebung seit der Einweihung ihrer Moschee als Zentrum islamischen Glaubens im katholisch geprägten Oberbayern. Die Penzberger Moschee, an der südöstlichen Ausfallstraße gelegen, wurde von dem bosnischstämmige

n Architekten Alen Jasarevic geplant und 2005 eröffnet. Gemeinsam mit einer integrierten religiösen Bibliothek bildet sie das rund 1.600 Quadratmeter große „Islamischen Forum“. Möglich war der Drei-Millionen-Euro-Bau hauptsächlich durch finanzielle Hilfe des Emirs von Schardscha in der Vereinigten Arabischen Emirate Sheikh Dr. Sultan bin Muhammad al-Qassimi. Im Islamischen Forum finden unter anderem Podiumsdiskussionen mit hochkarätigen islamischen Glaubensführern statt. Dazu lädt die Moschee tagtäglich ein. Tausende Besucher – Muslime und Nichtmuslime – konnten wir seit der Eröffnung begrüßen, darunter Schüler, interessierte Bürger, Politiker, Diplomaten, Verbände und Vereine. Das Forum versteht sich als eine Einrichtung der Begegnung, des Austausches und der Kommunikation der Religionen und Kulturen. Fruchtbare Begegnung und Austausch war die Resonanz. Zu den geschätzten Gästen zählten hochrangige Vertreter der Religiongemeinschaften, der Politik und Prominente aus der Gesellschaft. Dabei ließen sie sich informieren über die Architektur und ihre Besonderheiten und über muslimisches Leben in Deutschland; sie gewannen einen kleinen Einblick in den muslimischen Alltag und kamen mit Muslimen ins Gespräch.

 : Die trügerischen Jahre – eine prophetische Diagnose unserer ZeitDas Schlechte der anderen darf das Gute in uns nicht ...
04/09/2026

: Die trügerischen Jahre – eine prophetische Diagnose unserer Zeit

Das Schlechte der anderen darf das Gute in uns nicht zerstören

Liebe Geschwister,

wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Recht und Unrecht, Würde und Erniedrigung werden zunehmend verwischt. Der Prophet Muhammad ﷺ beschrieb eine solche Zeit mit eindringlichen Worten:

«سَيَأْتِي عَلَى النَّاسِ سَنَوَاتٌ خَدَّاعَاتٌ، يُصَدَّقُ فِيهَا الْكَاذِبُ، وَيُكَذَّبُ فِيهَا الصَّادِقُ، وَيُؤْتَمَنُ فِيهَا الْخَائِنُ، وَيُخَوَّنُ فِيهَا الْأَمِينُ، وَيَنْطِقُ فِيهَا الرُّوَيْبِضَةُ». قِيلَ: وَمَا الرُّوَيْبِضَةُ؟ قَالَ: «الرَّجُلُ التَّافِهُ يَتَكَلَّمُ فِي أَمْرِ الْعَامَّةِ»

„Es werden über die Menschen trügerische Jahre kommen: Der Lügner wird für glaubwürdig gehalten und der Wahrhaftige der Lüge bezichtigt. Dem Verräter wird Vertrauen geschenkt und der Vertrauenswürdige wird des Verrats beschuldigt. Und der Ruwai­biḍa wird über die Angelegenheiten der Allgemeinheit sprechen.“

Man fragte: „Wer ist der Ruwai­biḍa?“

Er antwortete: „Ein unbedeutender und unfähiger Mensch, der über die öffentlichen Angelegenheiten spricht.“

Diese „trügerischen Jahre“ sind nicht einfach Zeiten, in denen gelogen und betrogen wird – denn Lüge, Betrug und Unrecht hat es zu allen Zeiten gegeben. Der Prophet beschreibt vielmehr eine Epoche, in der die moralischen Maßstäbe auf den Kopf gestellt und die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge bewusst verwischt werden.

Die Wahrheit wird zur Lüge erklärt – und die Lüge als Wahrheit verkauft.

Dem Verräter wird Vertrauen geschenkt, während der aufrichtige Mensch unter Generalverdacht gerät. Verurteilte Kriegsverbrecher wie Ratko Mladić werden von ihren Anhängern bejubelt, geehrt und zu Helden verklärt, während die unschuldigen Opfer angeklagt werden und sich sogar für ihr Leid rechtfertigen müssen.

Rassisten gelangen zu Macht und Einfluss, während Menschen, die sich für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Würde aller einsetzen, als störend und unerwünscht gelten. Der Hetzer erhält eine Bühne, während der Friedensstifter zum Schweigen gebracht wird. Wer Hass verbreitet, gewinnt Anhänger; wer zur Versöhnung aufruft, wird als schwach oder naiv verspottet.

Gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz ist es noch schwieriger geworden, Wahrheit von Lüge und Wirklichkeit von Täuschung zu unterscheiden. Bilder, Stimmen und Videos können heute so überzeugend manipuliert werden, dass unsere Augen und Ohren allein nicht mehr ausreichen, um die Wahrheit zu erkennen.

Deshalb gehört es zur Verantwortung eines gläubigen Menschen, nicht alles sofort zu glauben und weiterzuverbreiten. Wir müssen prüfen, nachfragen und verlässliche Quellen suchen. Denn nicht alles, was echt aussieht, ist wahr – und nicht alles, was häufig geteilt wird, ist glaubwürdig.

Das sind die trügerischen Jahre: Die Begriffe selbst werden verdreht. Unrecht erhält den Namen der Gerechtigkeit. Unterdrückung wird als Sicherheit bezeichnet. Hass wird als Patriotismus verkauft und Gleichgültigkeit als Neutralität ausgegeben.

Liebe Geschwister,

wie können wir in einer solchen Zeit standhaft bleiben? Wie können wir unsere Werte bewahren, ohne hart zu werden, und unsere Überzeugungen vertreten, ohne die Würde anderer Menschen zu verletzen?

Allah spricht:

فَاسْتَقِمْ كَمَا أُمِرْتَ وَمَنْ تَابَ مَعَكَ وَلَا تَطْغَوْا

„So bleibe standhaft, wie dir aufgetragen wurde – du und diejenigen, die mit dir zu Gott umgekehrt sind. Und überschreitet nicht das Maß.“
(Sure Hūd, 11:112)

Es genügt also nicht, dass nur der Prophet dem Weg des Glaubens folgt. Auch seine Gemeinschaft ist dazu aufgerufen, standhaft zu bleiben.

Wir können der Welt unseren Propheten in der schönsten Weise darstellen – die Welt aber schaut auch auf seine Gemeinschaft. Sie schaut auf uns Muslime und darauf, ob die Werte, die wir verkünden, in unserem Verhalten sichtbar werden.

Es darf keine Kluft geben zwischen der Botschaft des Propheten und dem Verhalten seiner Anhänger.

Standhaftigkeit bedeutet nicht bloß, an äußeren Formen festzuhalten. Sie bedeutet, innerlich aufrecht zu bleiben: wahrhaftig, gerecht, barmherzig und verantwortungsbewusst.

Standhaftigkeit bedeutet, nicht jeden Weg mitzugehen, nur weil viele ihn gehen;

nicht jede Meinung zu übernehmen, nur weil sie laut vorgetragen wird;

und das Gute nicht aufzugeben, nur weil andere das Schlechte tun.

Der Prophet ﷺ sagte:

لَا تَكُونُوا إِمَّعَةً، تَقُولُونَ: إِنْ أَحْسَنَ النَّاسُ أَحْسَنَّا، وَإِنْ ظَلَمُوا ظَلَمْنَا، وَلَكِنْ وَطِّنُوا أَنْفُسَكُمْ، إِنْ أَحْسَنَ النَّاسُ أَنْ تُحْسِنُوا، وَإِنْ أَسَاؤُوا فَلَا تَظْلِمُوا

„Seid keine Menschen ohne eigene Haltung, die sagen: Wenn die Menschen Gutes tun, tun auch wir Gutes, und wenn sie Unrecht begehen, begehen auch wir Unrecht. Festigt vielmehr eure innere Haltung: Wenn die Menschen Gutes tun, dann tut ebenfalls Gutes; und wenn sie Böses tun, dann begeht ihr dennoch kein Unrecht.“

Was für eine bedeutende Botschaft für unsere Zeit!

Der gläubige Mensch ist kein Mensch ohne eigene Haltung, der blind der Menge folgt und seine Werte je nach Umgebung wechselt. Der Gläubige besitzt einen inneren Kompass. Sein Maßstab ist nicht das Verhalten der Menschen, sondern seine Verantwortung vor Allah.

Das Schlechte der anderen darf nicht das Gute in uns zerstören.

Wer uns beleidigt, soll nicht über unsere Sprache bestimmen.

Wer uns hasst, soll nicht über unser Herz bestimmen.

Wer uns ungerecht behandelt, soll nicht unsere Gerechtigkeit zerstören.

Denn wenn wir auf Unrecht mit Unrecht, auf Hass mit Hass und auf Lüge mit Lüge antworten, haben wir äußerlich vielleicht einen Gegner bekämpft, innerlich aber seine Werte übernommen.

Heute kann eine Unwahrheit innerhalb weniger Sekunden Tausende Menschen erreichen. Eine oft wiederholte Lüge erscheint manchen glaubwürdiger als eine leise ausgesprochene Wahrheit. Menschen werden öffentlich verurteilt und in ihrer Würde verletzt, ohne dass man sie angehört oder die Behauptungen über sie überprüft hat.

Allah spricht:

يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا اتَّقُوا اللَّهَ وَكُونُوا مَعَ الصَّادِقِينَ

„Ihr, die ihr glaubt! Seid euch Gottes bewusst und gehört zu den Wahrhaftigen.“
(Sure at-Tauba, 9:119)

Doch auch die Wahrheit darf nicht als Waffe zur Erniedrigung anderer Menschen missbraucht werden. Nicht nur das Gesagte muss wahr sein – auch die Art, wie wir es sagen, muss unserer Würde entsprechen.

Es ist leicht, Gerechtigkeit zu verlangen, wenn wir selbst benachteiligt werden. Schwieriger ist es, gerecht zu bleiben, wenn es um Menschen geht, die wir nicht mögen.

Allah spricht:

وَلَا يَجْرِمَنَّكُمْ شَنَآنُ قَوْمٍ عَلَىٰ أَلَّا تَعْدِلُوا ۚ اعْدِلُوا هُوَ أَقْرَبُ لِلتَّقْوَىٰ

„Der Hass gegenüber Menschen soll euch nicht dazu verleiten, ungerecht zu handeln. Seid gerecht; das kommt der Gottesfurcht näher.“
(Sure al-Māʾida, 5:8)

Das ist eine der größten moralischen Forderungen des Korans: nicht nur gegenüber Freunden gerecht zu sein, sondern auch gegenüber Gegnern; nicht nur das Unrecht der anderen Seite zu verurteilen, sondern ebenso das Unrecht der eigenen Seite.

Liebe Geschwister,

es ist leicht, den Werteverfall der Gesellschaft zu beklagen. Schwieriger ist es, die eigenen Worte und Handlungen zu überprüfen. Es genügt nicht, ständig über die Dunkelheit unserer Zeit zu sprechen. Wer nur die Dunkelheit beschreibt, entzündet noch kein Licht.

Allah sagt:

إِنَّ الَّذِينَ قَالُوا رَبُّنَا اللَّهُ ثُمَّ اسْتَقَامُوا فَلَا خَوْفٌ عَلَيْهِمْ وَلَا هُمْ يَحْزَنُونَ

„Diejenigen, die sagen: Unser Herr ist Allah, und danach standhaft bleiben – über sie soll keine Furcht kommen, und sie sollen nicht traurig sein.“
(Sure al-Aḥqāf, 46:13)

Unsere Zeit braucht keine Menschen, die ihre Werte nur verkünden. Sie braucht Menschen, die diese Werte verkörpern: Menschen, deren Glaube in ihrer Ehrlichkeit sichtbar wird und deren Gebet sie vom Unrecht abhält.

Wenn andere beleidigen, bewahren wir unsere Sprache.

Wenn andere Hass verbreiten, antworten wir mit Haltung und dem schönen Wort.

Wenn Respekt schwindet, begegnen wir den Menschen mit umso mehr Respekt.

Wenn die Sprache verroht und Schimpfwörter zum Alltag werden, achten wir umso bewusster auf unsere Zunge.

Wenn Menschen auseinandergetrieben werden, bauen wir Brücken.

Wenn Menschen entwürdigt werden, verteidigen wir ihre Würde.

Wenn andere ihren Müll auf die Straße werfen, werfen wir unseren in den Mülleimer.

Denn unsere Werte richten sich nicht danach, was andere tun. Gerade wenn andere ihre Verantwortung vergessen, müssen wir uns unserer eigenen Verantwortung umso bewusster werden.

WIR BETEN

O Allah, festige unsere Herzen auf dem Weg des Guten.

Lass uns die Wahrheit als Wahrheit erkennen und ihr folgen.

Lass uns das Unrecht als Unrecht erkennen und bewahre uns davor.

Schenke uns Mut ohne Hochmut, Klarheit ohne Härte und Barmherzigkeit ohne Schwäche.

Gib uns Wissen, Urteilskraft und eine aufrechte Haltung.

Lass uns nicht nur über den Verlust der Werte klagen, sondern durch unser Leben zeigen, dass Wahrheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Menschenwürde niemals ihren Wert verlieren.

Āmīn.

Imam Benjamin Idriz

 : Was lehrte er uns? Und was von seiner Lehre lebt heute durch uns weiter?Liebe Geschwister,wir befinden uns in dem Mon...
28/08/2026

: Was lehrte er uns? Und was von seiner Lehre lebt heute durch uns weiter?

Liebe Geschwister,

wir befinden uns in dem Monat, in dem der Prophet Muhammad ﷺ geboren wurde. Dieser Monat gibt uns Anlass, uns an ihn zu erinnern, von seiner Lehre zu erzählen und unsere Liebe zu ihm neu zu beleben. Doch vielleicht ist die wichtigste Frage in diesen Tagen nicht nur, wie sehr wir ihn lieben, sondern: Was lehrte er uns? Und was von seiner Lehre lebt heute durch uns weiter?

Liebe wird sichtbar im Charakter.

Muhammad ﷺ lehrte uns, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Geschlecht, seiner Herkunft, seinem Besitz oder seinem gesellschaftlichen Rang abhängt, sondern von seiner Gottesnähe, seinem Charakter und seinen Taten. Er lehrte uns: Verbeuge dein Herz vor Gott – aber verliere niemals deine Würde vor den Menschen.

Er lehrte uns Barmherzigkeit

Gott beschreibt ihn als „Barmherzigkeit für die Welten“. Und diese Barmherzigkeit war keine Theorie. Er war barmherzig zu Kindern und Alten. Zu Armen und Schwachen. Zu Menschen, die Fehler machten. Zu Menschen, die Hilfe brauchten. Und sogar zu Menschen, die ihm Unrecht getan hatten.

Deshalb genügt es nicht, die Sunna nur in äußeren Formen zu suchen. Barmherzigkeit ist Sunna. Vergebung ist Sunna. Geduld ist Sunna. Ein gutes Wort ist Sunna. Wahrhaftigkeit ist Sunna. Die Würde eines Menschen zu achten, ist Sunna. Den Arbeitenden ihren gerechten Lohn zu geben, ist Sunna. Rücksicht auf andere zu nehmen, ist Sunna. Den Schwachen beizustehen, ist Sunna. Frieden zu stiften, ist Sunna. Frauen zu achten, ist Sunna.

Wer Muhammad ﷺ liebt, soll etwas von seiner Barmherzigkeit in diese Welt tragen.

Er lehrte uns, Frauen zu achten

Er lehrte uns, Frauen mit Würde, Respekt und Güte zu behandeln. Nicht Erniedrigung. Nicht Einschüchterung. Nicht Gewalt. Nicht Erpressung. Nichts davon darf das Verhältnis zwischen Mann und Frau bestimmen.

Der Prophet ﷺ machte gerade den Umgang mit der eigenen Familie zu einem Maßstab des Charakters: „Die Besten unter euch sind diejenigen, die am besten zu ihren Familien sind.“ Das bedeutet: Es reicht nicht, draußen freundlich zu sein und zu Hause hart. Es reicht nicht, in der Moschee fromm zu erscheinen und zu Hause Menschen zu verletzen. Es reicht nicht, vom Propheten ﷺ zu sprechen und gleichzeitig diejenigen zu demütigen, die uns am nächsten stehen. Liebe braucht Güte. Ehe braucht Respekt. Familie braucht Vertrauen und Sicherheit.

Er lehrte uns Gerechtigkeit gegenüber den Arbeitenden

Er lehrte uns, die Arbeit eines Menschen zu achten und ihm seinen Lohn zügig und gerecht zu geben. Wer für uns arbeitet, gibt uns nicht nur seine Kraft. Er gibt uns einen Teil seiner Lebenszeit. Darum ist es Unrecht, seinen Lohn zurückzuhalten, seine Abhängigkeit auszunutzen oder seine Notlage für den eigenen Vorteil zu missbrauchen.

Er lehrte uns, unsere Eltern zu ehren

Er lehrte uns, unseren Eltern mit Güte zu begegnen. Manchmal erkennen Menschen den Wert ihrer Eltern erst, wenn ein Stuhl leer geworden ist, eine vertraute Stimme verstummt ist und man plötzlich vieles noch einmal sagen möchte – aber nicht mehr kann.

Darum: Solange deine Eltern leben, schenke ihnen Zeit. Schenke ihnen Aufmerksamkeit. Schenke ihnen Geduld. Schenke ihnen Respekt. Und schenke ihnen ein gutes Wort.

Er lehrte uns die Rechte des Nachbarn

Der Prophet machte den Nachbarn zu einem Teil unserer religiösen Verantwortung. Welche Herkunft er hat, welche Sprache er spricht oder welchen Glauben er hat, nimmt ihm sein Recht auf unsere Güte nicht. Gerade hier, in unserer europäischen Lebenswirklichkeit, ist das ein großes prophetisches Vermächtnis: Ein Muslim soll dort, wo er lebt, ein guter Nachbar sein. Ein Mensch, von dem kein Unheil ausgeht. Ein Mensch, bei dem andere Sicherheit erfahren. Ein Mensch, von dem Frieden ausgeht. Er lehrte uns Rücksicht und Selbstlosigkeit

Er lehrte uns, nicht immer zuerst an uns selbst zu denken.

Rücksicht zu nehmen. Dem anderen Platz zu machen. Seine Bedürfnisse wahrzunehmen.

Zu teilen. Und manchmal sogar den anderen sich selbst vorzuziehen. Der Koran beschreibt Menschen mit dieser Haltung: „Sie ziehen andere sich selbst vor, auch wenn sie selbst Bedürftigkeit verspüren.“ (59:9) Was für eine Schule des Charakters!

Nicht immer: Ich zuerst. Nicht immer: Was bekomme ich? Nicht immer: Was nützt mir das? Sondern auch: Was braucht der andere? Wem kann ich heute etwas erleichtern? Wem kann ich Platz machen? Wen kann ich trösten? Wem kann ich Freude bereiten?

Der Prophet ﷺ lehrte uns eine Religion, in der der Mensch nicht größer wird, indem er andere verdrängt, sondern indem er anderen Raum gibt.

Er lehrte uns, die Schwachen nicht zu vergessen

Er gab dem Waisen Würde. Er erinnerte an den Armen. Er schützte den Schwachen. Er stellte sich an die Seite derer, die leicht übersehen werden. Denn eine Gemeinschaft wird nicht nur daran gemessen, wie erfolgreich ihre Erfolgreichen und wie mächtig ihre Mächtigen sind. Sie wird auch daran gemessen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Wie behandeln wir den Menschen, von dem wir nichts erwarten können? Wie behandeln wir den Armen? Den Kranken? Den Einsamen? Den Fremden? Den Menschen ohne Einfluss und ohne Stimme? Gerade dort zeigt sich unser Charakter.

Er lehrte uns, unsere Kinder zu erziehen

Nicht nur, ihnen Essen, Kleidung und eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Sondern: ihre Herzen und ihren Charakter zu bilden. Unsere Kinder brauchen von uns Glauben – aber auch Liebe. Orientierung – aber auch Verständnis. Grenzen – aber auch Vertrauen.

Sie müssen von uns lernen, wie man betet – aber auch, wie man verzeiht. Sie sollen den Koran kennenlernen – aber auch lernen, Menschen zu respektieren. Sie sollen wissen, was halal und haram ist – aber ebenso, was ehrlich und unehrlich, gerecht und ungerecht, barmherzig und herzlos ist. Denn was nützt es, wenn ein Kind viele religiöse Regeln kennt, aber nicht gelernt hat, einen Menschen mit Würde zu behandeln? Religion muss auch Charakter bilden.

Und deshalb stellt dieser Monat eine Frage an uns

vielleicht sollten wir uns in diesem Monat weniger fragen: Wie viel sprechen wir über Muhammad ﷺ? Und mehr: Wie viel von Muhammad ﷺ ist in unserem Verhalten erkennbar?

Was hat unsere Liebe zu ihm aus uns gemacht? Sind wir wahrhaftiger geworden? Sind wir barmherziger geworden? Geduldiger? Großzügiger? Friedlicher? Sind unsere Familien durch unseren Glauben wärmer geworden? Fühlen sich unsere Frauen und Männer gegenseitig geachtet? Fühlen sich unsere Kinder bei uns verstanden? Können unsere Eltern unsere Dankbarkeit spüren? Können unsere Nachbarn unsere Güte erfahren? Werden Menschen, die für uns arbeiten, gerecht behandelt? Kann ein Schwacher auf unsere Hilfe hoffen?

Das sind Fragen an unsere Liebe zum Propheten.
Denn Muhammad ﷺ braucht unsere Worte über ihn nicht.

Wir brauchen seine Lehre.

Wir brauchen seine Barmherzigkeit in einer Zeit der Härte.

Seine Wahrhaftigkeit in einer Zeit der Täuschung.

Seine Bescheidenheit in einer Zeit der Selbstdarstellung.

Seine Gerechtigkeit in einer Zeit des Egoismus.

Seine Rücksichtnahme in einer Zeit des „Ich zuerst“.

Seinen Sinn für Gemeinschaft in einer Zeit der Einsamkeit.

Seine Versöhnung in einer Zeit der Spaltung.

Und seine Menschlichkeit in einer Zeit, in der Menschen einander immer schneller verurteilen.

Vielleicht ist genau das die schönste Art, den Monat seiner Geburt zu begehen: Nicht nur daran zu erinnern, dass Muhammad geboren wurde – sondern dafür zu sorgen, dass das, wofür er lebte, in uns nicht stirbt.

Seine Sunna ist nicht nur eine Form des religiösen Lebens. Seine Sunna ist eine Schule des menschlichen Charakters.

Möge Allah unsere Herzen mit Barmherzigkeit füllen, unsere Zungen mit Wahrheit, unsere Hände mit Hilfsbereitschaft, unsere Familien mit Liebe und unsere Gesellschaft mit Frieden.

Amin.

Ein herzliches Dankeschön an die Stadt Penzberg, dass das Hinweisschild zum Freitagsgebet wieder an seinem Platz hängt.W...
27/08/2026

Ein herzliches Dankeschön an die Stadt Penzberg, dass das Hinweisschild zum Freitagsgebet wieder an seinem Platz hängt.

Wer solche Schilder beschmiert oder beschädigt, sendet nicht nur eine Botschaft des Hasses und der Ablehnung. Er schadet damit auch dem Ansehen unseres Landes, das für Offenheit, Religionsfreiheit und ein friedliches Miteinander steht. Zugleich verursacht solcher Vandalismus unnötige Kosten, Arbeit und Energie.

Dabei dienen diese Schilder einem ganz einfachen Zweck: Transparenz, Orientierung und Offenheit. Sie zeigen, wo Menschen beten – in der Kirche wie in der Moschee – und sind damit auch ein sichtbares Zeichen unseres selbstverständlichen Miteinanders.

Umso mehr freuen wir uns, dass das Schild wieder da ist. Danke an die Stadt Penzberg und an alle, die sich für Respekt, Vielfalt und ein friedliches Zusammenleben einsetzen.

Wir lassen uns unser Miteinander nicht beschmieren.

Hinweisschild

Heute wurde das Hinweisschild zum Freitagsgebet an der Seeshaupter Straße wieder aufgehängt. Die bisherigen Schilder waren mehrfach mit Farbe beschmiert und daraufhin entfernt worden. Nun kehrt das Schild an seinen Platz zurück.

Wir bedauern und verurteilen die erneute Beschädigung der Hinweisschilder auf das Freitagsgebet unserer Gemeinde.Nach de...
21/08/2026

Wir bedauern und verurteilen die erneute Beschädigung der Hinweisschilder auf das Freitagsgebet unserer Gemeinde.

Nach den wiederholten Vorfällen erwarten wir, dass die Ermittlungen konsequent fortgeführt, geeignete Maßnahmen ergriffen und die Verantwortlichen für diese kriminellen Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Gleichzeitig sagen wir allen hasserfüllten und kriminell Handelnden: Lassen Sie die Penzberger Stadtgesellschaft in Ruhe. Wir wollen gemeinsam nach vorne schauen. Penzberg steht für ein friedliches und respektvolles Miteinander. Dieses Miteinander lassen wir uns durch solche Taten nicht nehmen.

Wir setzen auf Aufklärung, Verantwortung und Besonnenheit – und richten unseren Blick gemeinsam nach vorne.

Islamische Gemeinde Penzberg e.V.

Die umstrittenen Hinweisschilder auf islamische Gebetszeiten in Penzberg wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag erneut mit Farbe besprüht.

Der Penzberger Imam Benjamin Idriz möchte trotz persönlicher Drohungen weiterhin öffentlich für ein interreligiöses Mite...
06/08/2026

Der Penzberger Imam Benjamin Idriz möchte trotz persönlicher Drohungen weiterhin öffentlich für ein interreligiöses Miteinander eintreten.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Nachdem das Schild mit dem Hinweis auf das Freitagsgebet erneut beschmiert wurde, versammelten sich auf Einladung des Aktionsbündnisses „Penzberg bleibt bunt“ etwa 450 Bürgerinnen und Bürger an der Bichler Straße.

„Aufgeben kommt für mich nicht infrage.“ Für diese Antwort muss Benjamin Idriz nicht lange überlegen. Im Besprechungsraum der Islamischen Gemeinde in Penzberg hat der Imam auf dem blauen Sofa Platz genommen und ist bereit, wieder einmal über Toleranz, demokratische Werte und Menschlichkeit zu sprechen. Und darüber, dass es gerade ein besonderer Tag für ihn ist: An diesem Mittwoch hat Idriz die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Ein konsequenter Schritt. Nach dem Medienrummel in den vergangenen Tagen, nach unzähligen Hasstiraden in sozialen Medien, aber auch nach viel Zuspruch und Solidaritätsbekundungen kann Idriz jedoch eine gewisse Müdigkeit nicht verbergen.

Alles begann mit einer Mitteilung der Stadt auf Facebook und Co. Seit Kurzem weisen Schilder an den Ortseingängen in Penzberg nicht allein auf die christlichen Gottesdienste hin, sondern auch auf das muslimische Freitagsgebet. Das ist deutschlandweit einzigartig. Auf dem offiziellen Foto, das die Stadt gepostet hat, sind neben Idriz Penzbergs Bürgermeister Thomas Kopf, der katholische Pfarrer Bernhard Holz und sein evangelischer Kollege Julian Lademann zu sehen. Das quadratische Stück Blech hat es geschafft, was Penzberg ansonsten Hunderttausende Euro an Werbung gekostet hätte: Es hat die oberbayerische Kleinstadt im Landkreis Weilheim-Schongau deutschlandweit in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. In den sozialen Medien brach ein Sturm los, polizeiliche Ermittlungen folgten.

Imam Benjamin Idriz steht einer der bekanntesten Moscheegemeinden in Deutschland vor.

Nach etwa acht Stunden fanden sich unter dem Post circa 500 Kommentare – meist islamfeindlich. Im Rathaus löschte man daraufhin die ursprüngliche Nachricht und postete das Foto neu mit dem Hinweis, dass Beleidigungen nicht geduldet würden und in Penzberg seit vielen Jahren ein lebendiges interreligiöses Miteinander gepflegt werde. Die Kommentarfunktion wurde ausgeschaltet. Damit sollte es nicht sein Bewenden haben. Das Schild mit den Zeiten für das Freitagsgebet wurde beschmiert. Kaum gesäubert und wieder montiert, kam es erneut zu einer Sachbeschädigung: Dieses Mal wurde das Schild mit dem Emblem der rechtsextremen Gruppierung „Der III. Weg“ verunstaltet.

Idriz sucht nach Erklärungen für die Schmierereien auf der Gottesdiensttafel. Gott habe die Welt mit Herausforderungen für die Menschheit erschaffen, positiven wie negativen, sagt der Imam. Und er habe den Menschen ebenfalls dazu befähigt, „die Welt zu managen“, Werte zu definieren und dafür einzutreten. Es hänge von persönlichen Eigenschaften und dem eigenen Charakter ab, wie dies geschehe, und nicht von Religionen und Ethnien. Idriz spricht von „guten und bösen Menschen“ und liefert eine Definition gleich mit: Böse sei derjenige, der anderen das antue, was er nicht erdulden wolle; gute Menschen würden für andere das tun, was sie sich für sich selbst wünschen. Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Liebe, Vergebung und den Frieden in der Gesellschaft zu bewahren, seien „gute Werte“.

„Ich bin ein positiver Mensch“

„Menschen brauchen positive Botschaften. Die versuche ich zu vermitteln“, betont der Imam. Pessimismus oder Perspektivlosigkeit weiterzugeben, führe zu Hoffnungslosigkeit. „Daher denke ich positiv. Ich bin ein positiver Mensch.“ Das müsse er allein deshalb schon sein, da er als Imam Verantwortung für seine Familie und die Gesellschaft trage.

Das Böse, so Idriz, sei „in uns“. Aber Gott habe den Menschen sowohl eine Seele als auch die Vernunft gegeben, um dieses Böse zu bekämpfen. „Der Mensch muss bereit sein, sich selbst zu erziehen.“ Dass so ein Stück Metall solchen Hass hervorrufen könne, habe ihn sehr nachdenklich gemacht. „Es ist nicht nur ein Schild. Es ist eine Botschaft, die die Gesellschaft von uns erwartet“, erklärt Idriz. Das Präsentieren der Zeiten für das Freitagsgebet stehe für die Offenheit der Islamischen Gemeinde in Penzberg. Oftmals würden muslimische Einrichtungen kritisiert, sehr zurückhaltend zu agieren, kaum nach außen zu kommunizieren. „Diese Kritik ist teilweise berechtigt“, betont Idriz. „Auf sie braucht es eine klare Antwort.“

Zwei Mal wurde das Schild zum Freitagsgebet beschädigt. Die Stadt Penzberg hält dennoch daran fest.

Gerade in einer Zeit, in der die Gesellschaft derart polarisiert ist, seien persönliche Begegnungen notwendig, von Mensch zu Mensch. Die Realität sei indes, dass die meisten in einer „abstrakten Welt“ unterwegs seien, sprich im Internet. Weil dem so ist, nutze auch er diese Kanäle. Idriz veröffentlicht auf Instagram und anderen Medien regelmäßig. Es gebe durchaus den Wunsch, dass er noch mehr Videos poste, sagt der Imam. Andere würden ihm zu mehr Zurückhaltung raten. In diesem Spannungsfeld bewege er sich, sagt Idriz. Für ihn stelle sich nach den vergangenen Tagen grundsätzlich die Frage, wie er es künftig mit den sozialen Medien halten solle. Wegen seiner Gesundheit und der Zukunft der Penzberger Gemeinde komme er immer mehr zum Schluss, künftig passiver zu agieren.

Der Hass selbst auf friedlich in Deutschland lebende Musliminnen und Muslime sitze tief, stellt der Imam ernüchtert fest. Schweigen könne darauf keine Antwort sein, auch wenn sich die islamfeindlichen Kommentare längst zu eindeutigen Drohungen gegen seine Person und die Islamische Gemeinde entwickelt hätten. „Ich ignoriere manches“, sagt er, aus reinem Selbstschutz. Von Angst wolle er sich nicht leiten lassen. „Ich will sie nicht in den Vordergrund meiner Arbeit stellen.“ Im Übrigen vertraue er auf die Sicherheitsbehörden. Für Polizei und Staatsschutz ist Penzberg längst kein weißer Fleck mehr.

Muslime unter Generalverdacht

Die Sicherheit sei immer wieder Thema im Vorstand der Gemeinde. Videokameras sind installiert. Weitere Maßnahmen folgen. Was unweigerlich zu dem Spagat führt, einerseits die Menschen, die die Moschee besuchen, bestmöglich zu schützen, andererseits die Offenheit des Hauses nicht aufzugeben.
Beherrscht ein Anschlag wie jüngst auf den Christopher Street Day in Berlin die Nachrichten, setzt ein Reflex ein: Musliminnen und Muslime werden aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit per se unter Generalverdacht gestellt. Idriz seufzt.

Seit 25 Jahren bemühe er sich um das interreligiöse Miteinander, sagt er. Manchmal, wenn wieder eine Welle islamfeindlicher Reaktionen hochkommt, werde er gefragt, ob sich sein Engagement wirklich gelohnt habe. „Ich mache das, weil es meine Überzeugung ist. Ich erwarte dafür keine Anerkennung, aber ich verdiene auch nicht, stigmatisiert zu werden“, betont er. Der Weg, den seine Gemeinde beschritten habe, sei der richtige.

Dass es Islamisten in Deutschland gebe, sei Realität. Radikale seien in erster Linie eine Herausforderung für jene Muslime, die für den Schutz der Demokratie in Deutschland eintreten, sagt er. Die Aufgabe der Imame sieht Idriz darin, zeitgemäße theologische Antworten auf drängende Fragen zu geben. Am wichtigsten sei, den Islam „richtig“ darzustellen. Auch dabei spielten die sozialen Medien eine Rolle, durchaus manchmal eine negative. Idriz spricht von Influencern, die Jugendliche einer Gehirnwäsche unterziehen würden. „Da kann ich nicht wegschauen.“ Es brauche Imame, die in Deutschland sozialisiert wurden und die Sprache beherrschten. Abschottung sei keine Lösung, ist Idriz überzeugt.

Quelle:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/penzberg-islamische-gemeinde-dialog-islamfeindlichkeit-freitagsgebet-li.3524071

Nach der zweiten islamfeindlichen Schmiererei kamen in Penzberg 450 Menschen zur Moschee. Sie bildeten eine Menschenkett...
04/08/2026

Nach der zweiten islamfeindlichen Schmiererei kamen in Penzberg 450 Menschen zur Moschee. Sie bildeten eine Menschenkette und setzten ein Zeichen der Solidarität mit der islamischen Gemeinde – Gewitterwarnung und Regen zum Trotz.

Penzberg – Nachdem die Hinweistafel auf das Freitagsgebet des Islamischen Forums zum zweiten Mal beschmiert worden war, war es für viele Penzberger offenbar an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Am Freitagmorgen war die islamfeindliche Tat von einer Polizeistreife entdeckt worden; am Freitagabend entschloss sich das Aktionsbündnis „Penzberg bleibt bunt“ zum Handeln. „Es geht darum, den Anfängen zu wehren, nicht stillzuhalten und nicht wegzuschauen“, so Clemens Meikis, einer der Mitbegründer der Aktionsgemeinschaft.

Bis Freitagabend um 21.30 Uhr liefen die Telefone heiß. Penzbergs erster Bürgermeister Thomas Kopf mitsamt Ordnungsamtsleiter Joachim Bodendieck, die Polizeiinspektion Penzberg sowie das Landratsamt als zuständige Genehmigungsbehörde waren kontaktiert worden, um der für Sonntag geplanten Eilversammlung in Form einer „Menschenkette für Zusammenhalt und Solidarität mit der Islamischen Gemeinde Penzberg“ die rechtliche Grundlage zu verleihen.

300 Menschen waren angemeldet worden, an die 450 Teilnehmer wurden am Sonntagabend von den anwesenden Polizeikräften gezählt. Trotz Gewitterwarnung und Regen strömten immer mehr Menschen zur Penzberger Moschee. Bald war den Veranstaltern klar, dass der geplante Radius der Menschenkette erweitert werden musste; nicht nur rund um die Moschee, sondern auch um das angrenzende Lokal „Maida“ hielten die Menschen sich an den Händen, an manchen Stellen in Dreierreihen. Mit mehr Vorlauf hätte man sicherlich noch mehr Bürger mobilisieren können, war von einigen Seiten zu hören. Meikis und Versammlungsleiterin Gianna Lisci war es nach eigenem Bekunden jedoch wichtig, nach dem zweiten Vorfall keine Zeit verstreichen zu lassen.

In Penzberg halten die Religionsgemeinschaften zusammen: Pfarrer Bernhard Holz warb am Sonntag im katholischen Gottesdienst für die Teilnahme an der Menschenkette, der evangelische Pfarrer Julian Lademann nahm an dieser teil. Nicht nur Penzberger Bürger waren zur Moschee gekommen, Tarek Abdin-Bey vom Deutsch-Syrischen Verein war extra aus München angereist. „Ich bin sehr beeindruckt von der großen Solidarität der Menschen hier“, sagte er der Zeitung. Auch Imam Benjamin Idriz, der Hand in Hand mit allen drei Penzberger Bürgermeistern und einigen Stadträten in einer Reihe stand, war sichtlich bewegt von der Solidaritsbekundung. „Dass Hunderte von Leuten kommen, hätte ich nicht erwartet. Ich bin überwältigt“, sagte Idriz.

Bevor sich die Menschenkette formierte, richteten die Organisatoren und Bürgermeister Thomas Kopf kurze Begrüßungsworte an die Teilnehmer.

Das Penzberger Ehepaar Sonnenstuhl war Teil der Menschenkette, weil man nicht alles schweigend wegdrücken könne. „Man muss auch mal Farbe bekennen“, so Dieter Sonnenstuhl. Hans-Jürgen Drasdo aus Penzberg befand nach der Veranstaltung: „Penzberg funktioniert.“ Die Kundgebung verlief friedlich und ohne Vorkommnisse. Als der offizielle Teil für beendet erklärt wurde, standen viele Teilnehmer noch im Gespräch zusammen.

„Ich finde die jetzige Situation beklemmend“

Dieses starke Zeichen für Vielfalt und Toleranz mache Mut und Hoffnung auf ein friedvolles Zusammenleben in Penzberg, war zu vernehmen. Auch Stadtratsmitglied Bayram Yerli freute sich über die vielen Penzberger Mitbürger, die Haltung bewiesen hätten. Dennoch blickt er sorgenvoll in die Zukunft. „Ich finde die jetzige Situation beklemmend“, sagte er im Gespräch mit der Zeitung. In den letzten zwei bis drei Jahren hätte eine beängstigende Entwicklung stattgefunden.

Nach der zweiten islamfeindlichen Schmiererei kamen in Penzberg 450 Menschen zur Moschee. Sie bildeten eine Menschenkette und setzten ein Zeichen der Solidarität mit der islamischen Gemeinde – Gewitterwarnung und Regen zum Trotz.

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Penzberg
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