Kirchengemeinden Ottoschwanden und Brettental

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03/11/2017

Eindrücklich und augenscheinlich. Ich wäre auch ziemlich weit vorne gestanden. Ohne meinen Verdienst. Mein Ziel ist, dass auch meine Kinder weit vorne stehen. Mein Wunsch, dass alle Kinder dieser Welt weit vorne stehen. Wenn dies auch dein Wunsch sein sollte, den du mit mir gemeinsam teilst: Können du und ich etwas tun, dass dieser Wunsch realistischer wird? Denke mit mir nach und tue es mit mir gemeinsam. Es liegt nur an dir und mir. Kein anderer kann es tun als wir. Gott gab uns die Aufgabe, diese Welt zu bebauen und zu bewahren. Und Jesus sprach uns zu: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Wenn wir nicht salzen und der Welt Würze geben, wer sollte es dann?

12/08/2017

Nachdem mich jetzt so viele darauf angesprochen haben, ob ich die Predigt von meiner Verabschiedung nicht einstellen könnte: Hier kommt sie. Für alle, die nicht bei der Verabschiedung dabei sein konnten, und für die, die es nochmals nachlesen wollen. Aus tiefstem Herzen...

Predigt zu meiner Verabschiedung aus Ottoschwanden und Brettental
Philipper 1, 3-10 + Philipper 4, 4-7
30.07.2017 (7. Sonntag nach Trinitatis)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.
Guter Gott, segne unser Reden und Hören durch deinen Heiligen Geist. Amen.

Liebe Gemeinde,
lange habe ich überlegt, was ich in meiner – zumindest vorerst – letzten Predigt hier in unseren Gemeinden sagen will. Lange habe ich nach vorgeschlagenen Bibeltexten für eine Verabschiedung gesucht, habe aber keine Vorschläge gefunden. Also bin ich dazu übergegangen, zu überlegen, welche Bibelstelle mir einfallen würde.

Und ich gebe zu, als ich diesen Schritt dann endlich gemacht hatte, selbst zu überlegen, welche Bibelstelle mir denn einfallen würde, da ist mir sofort eine eingefallen, die ich wirklich aus ganzem Herzen zum Abschied passend finde.

Es sind Worte, die Paulus an seine – ich glaube, man kann mit Fug und Recht sagen – Lieblingsgemeinde in Philippi richtet. Lieblingsgemeinde, da es die Gemeinde ist, nach der er sich wohl am meisten sehnt. Wo er sich wohl am meisten wohlgefühlt hat. Er musste sich dort nicht ständig rechtfertigen. Es gibt keine Konflikte, keine Probleme. Er muss sie nicht ständig ermahnen, ihnen sagen, was richtig ist und was nicht.

Sondern Paulus empfindet die Menschen dort als tiefgläubig. Das, was er dort ausgesät hat, das hat tiefe Wurzeln bekommen. Die Menschen leben die Frohe Botschaft von Jesus Christus. Sie leben den Glauben an Jesus Christus. Und sie leben die Liebe zum Nächsten. Sich gegenseitig helfen und füreinander da sein: Es scheint, als sei diese Botschaft von Jesus Christus in Philippi den Menschen eben ins Blut übergegangen. Kein Wunder freut sich Paulus überschwänglich über diese Gemeinde, in der er tätig war. So gerne möchte er sie wieder besuchen. Er sehnt sich regelrecht nach ihnen.

Aber auch die Menschen in Philippi sind in außergewöhnlicher Weise Paulus verbunden. Immer wieder dankt Paulus ihnen dafür, dass sie ihn so großzügig für seine Missionsarbeit bei seinen langen Reisen in die verschiedensten Gemeinden unterstützen. Ja, selbst im Gefängnis, wo er jetzt sitzt, vergessen ihn die Philipper nicht, sondern unterstützen ihn weiterhin. Auch mit ihren Gebeten. Darum schreibt er einen Brief an sie. Er erklärt ihnen, warum er im Gefängnis sitzt. Warum er nicht zu ihnen kommen kann. Er wurde ins Gefängnis gesperrt, weil er den christlichen Glauben verbreitet. Weil er den Menschen von Jesus erzählt und von dem, was mit Jesus passiert ist bzw. was Jesus uns beigebracht hat.
Vom Gefängnis aus schreibt Paulus seinen Brief an die Philipper. Er beginnt diesen Brief mit den Worten, mit denen auch ich jede Predigt beginne: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.“
Und dann setzt er eben mit den Worten fort, die auch ich heute an euch, liebe Ottoschwandener und Brettentäler richten möchte:

Philipper 1, 3-11 (Basisbibel mit Neue Genfer Übersetzung und eigene Übersetzungsteile)

3 Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke.
4 Ich danke ihm in jedem Gebet, das ich für euch alle spreche!
Ich kann voller Freude beten,
5 weil ihr euch ´seit ihr an Christus glaubt,´ so sehr für die Gute Nachricht einsetzt – vom ersten Tag an bis heute.
6 Ich bin ganz sicher: Derjenige [Gott], der das gute Werk bei euch begonnen hat, wird es auch zum Abschluss bringen – bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus wiederkommt.
7 ´Geschwister,` ich habe euch so ins Herz geschlossen, dass es mehr als selbstverständlich für mich ist, mit solcher Zuversicht an euch alle zu denken. Denn ob ich nun inhaftiert bin oder ob ich für das Evangelium eintrete und seine Wahrheit bekräftige – immer beteiligt ihr alle euch an dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat, und habt damit auch Anteil an der Gnade, die er mich erfahren lässt.
8 Gott weiß, wie sehr ich mich nach euch allen sehne; er ist mein Zeuge. Er weiß auch, dass hinter dieser Sehnsucht meine tiefe Liebe zu euch steht, eine Liebe, die Jesus Christus selber in mir gewirkt hat.
9 Und das ist meine Bitte an Gott: dass er eure Liebe, verbunden mit der rechten Erkenntnis und dem nötigen Einfühlungsvermögen, immer größer werden lässt.
10 Ihr sollt selbst überprüfen können, worauf es ankommt. Denn ihr sollt fehlerlos sein und keinerlei Anstoß erregen an dem Tag, an dem Christus wiederkommt.
11 Durch ihn, Jesus Christus, wird euer Tun von dem geprägt sein, was gut und richtig ist – zum Ruhm und zur Ehre Gottes.

Liebe Gemeinde,
wahrhaftig. Ich danke Gott. Ich danke Gott für die letzten siebeneinhalb Jahre, in denen ich hier in Ottoschwanden und Brettental Pfarrer war und für die weiteren zwei Jahre als Lehrvikar hier. Es wird wohl immer eine ganz besondere Zeit meines Lebens für mich sein. Meine erste Pfarrstelle. So vieles fällt mir ein, was in dieser Zeit gewesen ist. Ich bin dankbar, dass ihr als Gemeinde, als Mitarbeiter, als Kirchengemeinderäte euch auf so viel Neues eingelassen habt. Dass ihr mit mir viel Neues ausprobiert habt. Das Afrikafest, die Tombola beim Gemeindefest, das Tauffest, die Bachtaufen, die Gemeindewoche, den Grünen Gockel, der Adventskalender, das OpenAir. Und so vieles mehr. Wenn ich es auch nur ansatzweise aufzählen würde, und etwas beschreiben würde, säßen wir noch in einer Stunde hier. Bei allem waren immer gleich welche an Bord, die mitgemacht haben, ob beim Adventskalender oder beim Grünen Gockel. Und zwar nicht nur die, die auf unserer langen Mitarbeiterliste stehen, sondern immer wieder auch jemand, der plötzlich da stand und bereit war, für dieses eine Mal mitzumachen. Oder der Kuchen oder Suppen mitbrachte. Spenden für die Tombola usw.

Auch aus den Vereinen, wie beispielsweise dem MSRT beim OpenAir. Es brauchte keinen langen Gespräche, kein bitteln und betteln. Sondern es war gleich klar: Natürlich sind wir dabei. Aber auch einzelne Menschen, wie z.B. als wir ums Gemeindehaus klar Schiff gemacht haben oder die Blumenwiese angelegt haben. Plötzlich waren da Menschen, die mitgearbeitet haben.

Und ich gebe zu, manchmal habe ich dann die Gelegenheit beim Schopf gepackt, wenn ich irgendwie mitbekommen habe, dass da jemand in unserer Gemeinde eine besondere Gabe hat und habe direkt nachgefragt: Könnte sie sich nicht vorstellen, unser Archiv in Ordnung zu bringen? Selbstredend. Ja.

Wahrhaftig: Ich weiß, dass das nicht überall so ist. Das ist es ja, was mich so unbeschreiblich dankbar an diese vergangenen Jahre zurückdenken lässt.
Die Kirche, der Glaube ist fest verankert in unserem Dorf und bei den Menschen. So viele Menschen setzen sich hier für den Glauben an Jesus Christus mit ein. Arbeiten daran mit, dass andere Menschen von der Frohen Botschaft, die wir als Christen haben, erfahren.
Ich bin aber auch dankbar dafür, dass diese beiden Gemeinden so kompetent geleitet werden von euch, liebe Kirchengemeinderäte. Ich habe es immer geschätzt, euch als echtes Gegenüber zu haben, bei dem offen und ehrlich über etwas diskutiert und dann miteinander entschieden wird. Manchmal auch nicht immer einer Meinung, aber alle haben die Mehrheitsmeinung mitgetragen. Ihr ward auch so etwas wie mein regulatives Element, wenn ich mal wieder eine neue Idee hatte, was wir vielleicht auch noch machen könnten. Euer: „Michael, das ist eine tolle Idee, aber das machen wir jetzt auch nicht“, tat mir wirklich gut.

Wahrhaftig, ich bin Gott dankbar für diese Jahre. Die vielen Teams, in denen ich mitgearbeitet habe: Die beiden Gottesdienstteams für Familienkirche und den Gottesdienst der anderen Art. Unzählige Gottesdienste haben wir miteinander vorbereitet und ich habe es immer genossen, wie inspirierend dieses Zusammenarbeiten für mich war, wie viele neue Ideen und Gedanken hier entstanden. Genauso auch beim Konfi-Team und dem Umweltteam. Wir haben uns nicht nur auf diese spezielle Aufgabe konzentriert, sondern es sollte auch immer in die Gemeinde hineinwirken, indem wir miteinander Gottesdienste überlegt, vorbereitet und gefeiert haben. Gemeinsam mit den Konfis. Oder die Auftaktveranstaltung zur Handysammelaktion, zur Fastenzeit, zum ökologischen Fußabdruck… Jetzt das neue „Sela-Gottesdienstteam“.

Gott hat in euch allen seinen Raum und wirkt in und durch euch. Sein Geist weht in den Menschen in Ottoschwanden und Brettental. So viele sollte ich jetzt eigentlich noch nennen, Seniorenarbeit, Jugendarbeit, Kirchenchor, Posaunenchor, Lobpreisteam, die Musikvereine und Gesangvereine, die so viele Gottesdienste mitgestaltet haben… Aber ich werde es wohl nicht schaffen, alle zu nennen. Und vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Sondern vielleicht konzentriere ich mich einfach auf die Worte des Paulus. „Ich danke meinem Gott jedes Mal, wenn ich an euch denke.“

Und ich danke Gott dafür, dass er mir in all den Jahren immer wieder neu die Kraft gegeben hat für meine Aufgaben hier. Es gab auch Tage, an denen ich sprach: „Ich h**e meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Es gab schwere Tage. So wie gestern, als ich den Beerdigungsgottesdienst für Erich halten musste. Oder als ich unseren Kirchengemeinderat Hans beerdigen musste, oder Ursula Toball, oder Helga, oder den 27jährigen Roman in Mußbach oder die kleine Mia. Wo ich Menschen gegenüberstand, deren Herz voller Trauer war und die jetzt die richtigen Worte brauchten. Wenn ich an diese Tage denke, werde ich sehr kleinmütig. Werde ich sehr demütig. Weil ich weiß: Das ging über meine Kraft, über mein Vermögen hinaus. Da habe ich wirklich nur noch verzweifelt zu den Bergen schauen können und Gott demütig darum bitten, dass ich die richtigen Worte finde, dass ich die Kraft finde. „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Ich weiß, wem ich die Kraft zu verdanken habe. Auch dafür bin ich dankbar.

Ich weiß auch, dass ich manchem nicht gerecht geworden bin. Dass ich manches nicht geschafft habe. Dass ich manche Menschen vielleicht auch enttäuscht habe. Ihre Erwartung nicht erfüllen konnte. Etwas, was mich nicht unberührt lässt.
Genauso wenig, wie mein Gehen jetzt. Die Ungewissheit, was mich erwartet. Aber jemand hat mich diesbezüglich gestern nach einer Beerdigung an das erinnert, was ich selbst kurz zuvor bei der Beerdigung gepredigt habe. Nämlich: Wenn ich etwas Neues empfangen will, wenn ich etwas Neues in die Hand nehmen will, muss ich das, was bisher in meiner Hand ist, erst loslassen. Erst dann ist meine Hand frei dafür, etwas Neues in Empfang zu nehmen. Dieser Tag des Loslassens ist heute. Der Tag der Verabschiedung. Und so sehr es mir auch Gedanken macht, was kommen wird, in der bevorstehenden Vakanz für Ottoschwanden und Brettental, für mich an der neuen Stelle: Ich weiß, dass Gott bei uns ist und uns allen die Hand füllen wird. Dass wir etwas Neues in die Hand nehmen werden und dass „Gott unseren Fuß nicht gleiten lassen wird.“
Ich weiß, dass wir zu Gott gehören und dass er dafür sorgen wird, dass es gut wird.

Und so möchte ich das sagen, was auch Paulus am Ende seines Briefes geschrieben hat: „Macht euch keine Sorgen! Im Gegenteil! Wendet euch in jeder Lage an Gott.“
Tröstlich für mich: Auch wenn ich gehe. Gott bleibt. Und das ist doch viel entscheidender. Gott wird die Menschen hier so erfüllen, wie er sie bereits in den vergangenen siebeneinhalb Jahren und schon davor erfüllt hat. Und er wird Menschen begeistern, sich für die Gemeinde einzusetzen, so wie es auch schon davor der Fall war. Ich bin nur einer der Mitarbeiter Gottes. Gut, zugegebenermaßen, vielleicht in einem besonderen Amt. Aber eben nur einer von vielen. Und die vielen werden die Gemeinde weitertragen.

So denke ich am Ende: Jeder Abschied führt uns unsere Vergänglichkeit vor Augen. Siebeneinhalb Jahre, die vergangen sind und die nicht wiederkehren werden. So ist jeder Abschied auch ein kleiner Tod. Tröstlich für mich aber, dass ich weiß, dass wir uns wiedersehen werden. Ich habe es schon öfters gesagt: Meine Familie und ich werden nicht einfach alle Beziehungen hier zu den Menschen abbrechen. Immer wieder werden wir zu Besuch kommen und uns über die Freundschaften und netten Gespräche auch weiterhin freuen. Ich freue mich darüber, immer wieder hier in Freiamt vorbeischauen zu können und nicht wie Paulus voller Sehnsucht im Gefängnis zu sitzen und nicht die Freiheit zu haben, bei den Menschen vorbeizuschauen, die einem so ans Herz gewachsen sind.
Am Ende möchte ich euch aber noch die Worte zusprechen, die Paulus zum Abschluss seines Briefes an seine Gemeinde in Philippi geschrieben hat.

Philipper 4, 4-7 (Basisbibel)

4 Freut euch immerzu, weil ihr zum Herrn gehört! Ich sage es noch einmal: Freut euch!
5 Alle Menschen sollen merken, wie gütig ihr seid! Der Herr ist nahe!
6 Macht euch keine Sorgen! Im Gegenteil! Wendet euch in jeder Lage an Gott. Tragt ihm eure Anliegen vor – in Gebeten und Fürbitten und voller Dankbarkeit.
7 Und der Friede Gottes, der jede Vorstellung übertrifft,
soll eure Herzen und Gedanken behüten.
In der Gemeinschaft mit Jesus Christus soll er sie bewahren.

So sei es! Oder wie die Bibel sagt:
Amen.

12/08/2017

Abschied für die Pfarrersfamilie Wurtz nach sieben Jahren in der Gemeinde.

30/07/2017

Verabschiedung

Heute verabschieden wir mit einem Gottesdienst unseren Pfr. Michael Wurtz um 17 Uhr in der Kirche Ottoschwanden. Du bist herzlich eingeladen, mit dabei zu sein.

905 € KonfiDank-Spendenübergabe an krankes MädchenDie diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinden...
30/05/2017

905 € KonfiDank-Spendenübergabe an krankes Mädchen
Die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinden Ottoschwanden und Brettental haben sich für ihre KonfiDank-Spende etwas ganz besonderes herausgesucht: „Hilfe für Lilly“, diese Seite haben sie auf Facebook gefunden (https://www.facebook.com/FamilieSchillinger/). Das Freiämter Mädchen leidet an einer extrem seltenen und tödlich verlaufenden genetischen Krankheit namens GAN, die bisher unheilbar schien. Doch dank der Initiative betroffener Eltern wurde 2008 in den USA eine Stiftung ins Leben gerufen, die die Forschung vorantrieb. Inzwischen gibt es mit einer neuartigen Gentherapie erste Behandlungserfolge. Die sechsjährige Lilly aus Freiamt, bei der Ende 2016 die Krankheit festgestellt wurde, hat die besten Voraussetzungen für eine Behandlung und wartet derzeit auf den Termin für die Therapie in den USA. Um die Kosten für die Behandlung mitzutragen und die Stiftung zu unterstützen, haben die Jugendlichen sich entschieden, ihre KonfiDank-Spende Lilly zu widmen. 23 der 28 Konfirmandinnen und Konfirmanden haben sich daran beteiligt und die stolze Summe von 905 € an Lilly übergeben. „Ein Meilenstein zur Heilung der Krankheit“, so kommentiert Pfr. Michael Wurtz stolz die Spendenbereitschaft seiner Konfirmandinnen und Konfirmanden. „Die Kirchengemeinden Ottoschwanden und Brettental bleiben aber darüber hinaus auch im Gebet mit der kleinen Lilly verbunden und hoffen, dass die Therapie vollen Erfolg hat und Lilly als gesundes Mädchen aufwachsen kann. Wir wünschen Lilly und ihrer Familie Gottes Segen“, so Wurtz.

30/04/2017

Heute feiern wir Jubelkonfirmation - mit unseren Eisernen Konfirmanden aus Ottoschwanden und Brettental gemeinsam. Was für ein wunderschöner, sonniger Tag dafür.

Wer mag, kann hier die Predigt vom heutigen Gottesdienst zur Jubelkonfirmation nachlesen. Es geht um Petrus, um Paulus und vor allem um uns. Es geht um bekennen und für den Glauben einstehen: Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! (1. Kor 16,13+14)

Predigt zur Eisernen Konfirmation in Brettental
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Jubelkonfirmanden,
den Glauben bekennen. Sich zu Jesus Christus, zu Gott bekennen. Das ist der Inhalt einer jeden Konfirmation. Das machen unsere aktuellen 28 Konfirmanden kommenden Sonntag. Darum gibt es Konfirmation überhaupt: Nicht, weil es ein schönes Fest ist. Nicht, weil wir als Jugendliche während der Konfi-Zeit hoffentlich viele schöne Momente miteinander verbringen und den Pfarrer dabei nochmals ganz anders kennenlernen.
Nein. Konfirmation ist die Möglichkeit für einen jungen Menschen beim Übergang zum Erwachsenensein; der gerade beginnt, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, sich auch ganz bewusst für den Glauben zu entscheiden. Sicher, wir wurden als Kinder alle getauft. Aber das war die Entscheidung unserer Eltern. So, wie sie vieles anderes für uns als Kinder entschieden haben. Doch bei der Konfirmation ist mein eigenes Ja gefragt: Willst Du zu Gott gehören? Willst Du mit ihm gemeinsam deine weiteren Wege gehen? Dich vielleicht auch das ein oder andere Mal führen lassen? Hast Du in Jesus Christus jemanden gefunden, der dich Gott näher bringt und willst Du dich zu ihm bekennen? Bist Du bereit, deinen Glauben zu leben, so dass andere sehen: Das ist einer, der zu Jesus gehört. Das ist einer, der Jesus nachfolgt?
Bei unserer Konfirmation haben wir alle genau dazu Ja gesagt. Mehr oder weniger bewusst.
Wie ist es Ihnen, liebe Jubelkonfirmanden, in den letzten Jahren damit gegangen? Haben Sie in den letzten 65 Jahren immer daran festgehalten? Haben Sie anderen von Jesus Christus erzählt? Sich immer zu ihm bekannt? Ja? Sind sie ganz sicher?
Nun, ich persönlich bin mir da bei mir nicht immer so ganz sicher. Klar, ich bin Pfarrer. Oft genug bekenne ich unseren Glauben. Aber vor Kurzem habe ich mich erwischt, als wir vor ein paar Tagen im Urlaub waren und ich mit meinem Sohn in der Umkleide im Schwimmbad stand, dass ich ganz unbewusst ein Lied vor mich hinsang: Befiehl du deine Wege.
Und für einen kurzen Moment bin ich zusammengezuckt. Mir ging durch den Kopf: Was werden die anderen denken, die es hören? Hier im Schwimmbad. Wie einer ein Kirchenlied singt.
Ich war hier nicht der Pfarrer. Das weiß keiner. Was werden Sie denken?
Und einen Augenblick lang wollte ich schon aufhören zu singen, bevor ich mich ganz bewusst dazu entschied, doch weiter zu singen.
Kennen Sie solche Momente? Momente, in denen wir uns vielleicht nicht ganz so zu unserem Glauben bekennen? Am Stammtisch oder bei der Arbeit, wenn jemand gerade über den Glauben und die Kirche herzieht. Unreflektiert die evangelische und die katholische Kirche in einen Topf wirft. Oder gar den christlichen Glauben und den muslimischen.
Trauen Sie sich da immer, Kontra zu geben. Zu ihrem Glauben zu stehen? Jesus Christus zu bekennen? Oder kommt ihnen vielleicht folgende Geschichte bekannt vor, auch in ihrem eigenen Leben.
Lukas 22, 54-62 (Luther-Übersetzung)
54 Die Wachen ergriffen Jesus aber und führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.
55 Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Hof und setzten sich zusammen; und Petrus setzte sich mitten unter sie.
56 Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen und sah ihn genau an und sprach: Dieser war auch mit ihm.
57 Er aber leugnete und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht.
58 Und nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von denen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht.
59 Und nach einer Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, dieser war auch mit ihm; denn er ist ein Galiläer.
60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.
61 Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.
Liebe Gemeinde,
der Hahn. Nicht umsonst sitzt er ganz oben auf unseren Kirchen. Jedes Jahr bespreche ich mit meinen Konfirmanden, wenn wir die Kirche unter die Lupe nehmen, jeden Winkel um und in der Kirche erforschen bis hoch zum Glockenturm, was dieser Hahn auf unserer Kirche soll.
Liebe Jubelkonfirmanden: Warum haben ihre Ur-Ur-Ur-Urgroßväter, als sie die Ottoschwandener und die Brettentäler Kirche bauten, oben einen Hahn drauf gesetzt?
Klar: Die Geschichte dazu haben wir gerade gehört. Er soll uns jedes Mal, wenn wir den Kirchturm sehen, ob aus der Nähe oder aus der Ferne, an etwas erinnern. An die Geschichte, wie Petrus sich eben nicht zu Jesus bekannt hat, sondern ihn verleugnete. Sogar er, der felsenstarke Petrus, ist ins Schwanken gekommen.
Beruhigend für mich, wenn ich, und wenn es nur einen Augenblick ist, im Schwimmbad ins Schwanken komme, weil ich unbewusst ein Kirchenlied vor mich hinsinge. Oder wenn ich irgendwo auf wildfremde Menschen stoße, die nicht wissen, wer oder was ich bin und die auf einmal anfangen, über unseren Glauben herzufallen. Oute ich mich, beziehe ich Stellung? Oder gehe ich lieber in Deckung?
Bin ich bereit, mich jeden Augenblick meines Lebens zu Jesus Christus zu bekennen? Zumindest bei mir gilt: Nein, es gibt Momente, in denen ich ins Schwanken komme. Auch wenn es nur Augenblicke sind. Sie sind da. Kurzes Innehalten und Zögern.
Doch dann denke ich an den Hahn auf unserem Kirchturm, an die Geschichte mit Petrus. Und dieser Hahn kräht mich an. Fordert mich auf. Ruft mir ins Gedächtnis, was ich bei meiner Konfirmation bekannt und versprochen habe. Ich fasse mir ein Herz und bekenne mich zu Jesus Christus. Ich bekenne mich als Christ.
Sicher: Ich habe nicht das zu befürchten, was Petrus geblüht hätte, hätte er sich damals zu Jesus bekannt: Gefangen genommen zu werden, ausgepeitscht, gefoltert und vielleicht sogar getötet.
Ich habe nicht das zu befürchten, was tausende und abertausende Christen in den ersten 300 Jahren drohte: In die Arena des Zirkus geworfen zu werden, wo mich Gladiatoren abstechen und Löwen auffressen. Oder was Petrus am Ende doch geschah, als er sich später doch beherzt zu Jesus bekannte: Dass auch bei ihm Nägel durch Hände und Füße geschlagen wurden, mit denen er an einem Kreuz hochgezogen wurde und wo er starb.
Nein, all das habe ich heute nicht zu befürchten, was Christen bis heute in anderen Ländern befürchten müssen: Dass sie, wenn sie sich zu ihrem Glauben, zu Jesus Christus bekennen, dafür den Kopf abgeschlagen bekommen oder sonst wie getötet werden. Dass sie Angst haben müssen, dass eine Bombe explodiert, wenn sie in die Kirche gehen.
Und doch: Ich kenne das Gefühl. Diese Angst, dass sie über mich herfallen könnten, wenn ich mich bekenne. Wenn ich ihnen gegenüber trete, während sie über unseren Glauben herfallen, den Glauben ins lächerliche ziehen oder sagen, man müsse dumm sein, wenn man glauben würde. Wenn jemand unsere Nächstenliebe als Dummheit oder Gutherzigkeit bezeichnet, wenn er menschenverachtende, fremdenfeindliche Parolen von sich gibt. Ich kenne das Gefühl, die Fragen in mir: Was passiert, wenn ich ihm Paroli biete. Wird er aggressiv? Habe ich etwas zu befürchten? Ich kenne den Mut, den es braucht, hier entgegenzutreten.
Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! (1. Kor 16,13+14)
So sagt es Paulus, der selbst einmal die Menschen verfolgt hat, die sich zu Jesus bekannt haben und der später selbst für seinen Glauben verhaftet wurde und vermutlich im Gefängnis starb.
Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! (1. Kor 16,13+14)
Seid wachsam. Wachsam, wo andere unsere Hilfe brauchen. Beobachtet wachsam euer Leben und eure Umwelt. Begutachtet alles. Prüft, was gut ist und was nicht. Steht im Glauben. Betrachtet alles aus dem Blickwinkel eures Glaubens. Aus dem Blickwinkel Gottes. Nehmt seine Perspektive an. Sie verhilft euch dazu, die Dinge, euer Leben von außen zu betrachten. Von oben drauf zu schauen. Nicht einfach vor sich hinzuwurschteln und betriebsblind einfach immer weiterzumachen. Sondern euch, euer Leben kritisch zu betrachten. Und damit auch eure Umwelt, die Gesellschaft.
Wo läuft etwas falsch? Das erkennst du viel besser, wenn du deinen üblichen Blick verlässt und von oben, von außen, von der Perspektive Gottes drauf schaust. Aus dem Blickwinkel des Glaubens heraus. Steh im Glauben und es werden sich dir neue Wege, neue Möglichkeiten offenbaren.
Steh im Glauben und du wirst einen festen Stand haben, um Dinge in deinem Leben zu verändern. Sei dazu mutig und stark. Wage die neuen Schritte. Wage Veränderungen in deinem eigenen Leben und wage es, deine Umwelt zu verändern. Sei mutig und stark. Aber lass alles in der Liebe geschehen. Nichts anderes soll dein Leben, dein Handeln bestimmen. Sei mutig und stark, dich für Gerechtigkeit und Nächstenliebe einzusetzen. Sei mutig und stark dabei selbst den ersten Schritt zu gehen.
Liebe Gemeinde,
wo sind wir so mutig und stark? Und wo verlässt uns vielleicht der Mut, uns für Gerechtigkeit, für Nächstenliebe einzusetzen? Jemandem Paroli zu bieten, wenn er das Gegenteil lebt oder erzählt.
Bekennen wir uns immer zu Jesus Christus. Oder haben wir vielleicht manchmal Angst, unseren Glauben offen zu bekennen und leben ihn lieber heimlich im Verborgenen?
Ich glaube, dass die Ur-Ur-Ur-Urgroßväter, die diese Kirche gebaut haben, nicht umsonst den Hahn oben drauf gesetzt haben. Möge er uns immer wieder im Ohr krähen und uns dazu anstiften, uns zu Jesus Christus, zu unserem Glauben zu bekennen. Nicht nur bei der Konfirmation. Sondern unser Leben lang. Gerade auch im Alltag als Christen erkennbar zu bleiben und einen Gegenpol zu bilden, für Gerechtigkeit und Nächstenliebe.
Gerade, wenn andere Menschen auf die Straße ziehen und fremdenfeindliche Parolen brüllen. Wenn Menschen meinen, Flüchtlinge hätten keinen Platz bei uns. Sie sollten lieber dort bleiben, wo sie abgeschlachtet werden.
Gerade dann, wenn Nächstenliebe und Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
Mögen wir wachsam sein gegen solche Dinge, mutig und stark, fest in unserem Glauben zu stehen. Und möge Gott es uns gelingen lassen, dass wir alle unsere Dinge in Liebe geschehen lassen.
So sei es! Oder wie die Bibel sagt: Amen.

14/04/2017

Am heutigen Karfreitag feiern wir drei Gottesdienste:

Um 9:30 denken wir in der Ottoschwandener Kirche darüber nach, was es für mich, für dich, für uns bedeutet, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Musste es wirklich so kommen? Und wenn: Warum? Der Musikverein Ottoschwanden begleitet uns gemeinsam mit der Orgel mit seiner Musik.

Um 11:00 Uhr feiern wir in der Ottoschwandener Kirche einen kurzen Abendmahlsgottesdienst, zu dem insbesondere die Älteren eingeladen sind, die nicht mehr lange sitzen können.

Und um 15 Uhr - zur Sterbestunde - in der Brettentäler Kirche ein meditativer Impuls, geprägt von Ruhe. Mit Abendmahl, das auch in den Bänken ausgeteilt wird.

Karfreitag - von vielen als der höchste Feiertag der Evangelischen angesehen.

14/04/2017

Osternacht

Die ursprünglichste Feier zu Ostern ist die Osternachtfeier. Das Dunkel des Karfreitags lichtet sich. In unserer Osternachtsfeier spüren wir dem symbolisch nach durch das Entzünden der Osterkerze, dessen Licht weitergereicht wird, bis es zu einem Meer an brennenden Kerzen in der Kirche geworden ist, die die anfangs stockdunkle Kirche erhellen. Eine Feier, mit der wir das Wunder von Ostern nacherleben und ihm nachspüren. Im Mittelpunkt stehen dabei Taizé-Gesänge und meditative Texte.
Sie sind herzlich eingeladen, es mitzuerleben.
Die Osternachtfeier beginnt um 21 Uhr in der Ottoschwandener Kirche.

02/04/2017

„Genau nach dem Plan, den ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr’s machen.“ (Ex 25,9) Ein Beitrag zu von Tobias Graßmann (). Letzte Woche hat…

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