27/05/2024
Steile Lagen – Gute Aussicht?
Mit 11 Personen konnte der Arbeitskreis Umwelt des Pastoralen Raumes Maifeld-Untermosel das
Weingut und die Arbeit von Uwe Weber in Lehmen kennenlernen. Zunächst ging es in den
Klosterberg, direkt hinter dem Haus von Uwe Weber. Dort konnten wir unterschiedliche Rebsorten
an Hand der Blätter erkennen. In mehreren Versuchsanbauflächen wachsen neben Riesling und
Burgunder auch unbekanntere Sorten die besonders unempfindlich gegen Pilzbefall sind. Darunter
Solaris und Helios. Zum Teil kommen die Trauben in Mengen bis 15% in den Riesling, zum Teil
werden sie auch separat ausgebaut.
Ein gut erkennbarer Unterschied zwischen konventionellem und biologischen Weinbau ist der
Bewuchs zwischen den Reben. War es früher von Vorteil für die Reifung der Trauben, dass der
Schieferboden in den Terrassen die Wärme der Sonne noch bis in den Abend speichert, so ist es
heute in Zeiten der
Erderwärmung besser die
Gräser und Pflanzen stehen zu
lassen. Zum Einen weil zu
starke Hitze den Trauben
schadet, zum Anderen um
Regenwasser in der Fläche zu
behalten. Das haben auch
konventionelle Winzer erkannt
und die Praxis zum Teil
übernommen, die Biowinzer
wie Weber schon seit der 80er
Jahren betreiben. Nebenbei
dient es genau wie der Verzicht
auf Herbizide und Pestizide der
Artenvielfalt.
Erschreckend war zu hören wie stark der Weinbau an der Mosel zurück geht. Bis vor wenigen
Jahren wurden rund 13.000 ha Fläche zwischen Perl und Koblenz bewirtschaftet. Heute sind es
noch 8.000 ha. Die Steillagen und die damit verbundene Handarbeit ist für Winzer, ob Neben- oder
Haupterwerb, nicht wirtschaftlich und zudem mühsam. In flacheren Lagen kann mit Traktoren
gearbeitet werden, was Lohnkosten und Zeitaufwand
erheblich senkt.
Nach knapp zwei Stunden Rundgang, zwischen
Reben, über Bruchsteinmauern und kleine Treppen,
kamen wir zur abschließenden Verkostung. Dabei
sprachen wir über die Herstellungsprozesse beim
Ausbau der Bio-Weine. Es werden Zellstofffilter
benutzt und keine Chemikalien eingesetzt. Uwe
Webers Wein ist zudem nicht nur biologisch sondern
auch vegan. Bei nicht veganen Weinen werden
tierische Stoffe wie Gelatine, Eiklar oder Fischblasen
verwendet um die Schwebstoffe schneller zu binden.
Ein Verzicht darauf bedeutet nur mehr Zeitaufwand,
bis die Schwebstoffe sich im Tank abgesetzt haben.
Interessant war es, die Unterschiede der Jahrgänge aus der gleichen Lage, also von den selben
Reben, zu schmecken. Außerdem konnten wir die neue, pilzresistente und weitestgehend
unbekannte Sorte Helios probieren. Ein Wein mit einem völlig neuem Charakter.
Insgesamt sieht Uwe Weber keine gute Zukunft für den Weinbau an der Mosel und den Bio-
Weinbau im Besonderen. Alle Flächen, die er aus betrieblichen Gründen der Verkleinerung nach
und nach abgibt, sind bislang in konventionellen Anbau zurück gefallen oder liegen brach.
Zum Schluss konnten wir uns schon auf ein neues Ziel für den nächsten Ausflug des Arbeitskreises
verständigen. Ebenfalls in Lehmen befindet sich der Lavendel- und Kräutergarten der Lehmener
Razejunge. Dort gibt es eine unbeschreibliche Artenvielfalt.
Unser Dank gilt dem Pastoralen Raum Maifeld Untermosel und der KEB Mittelmosel, die unsere
Exkursion unterstützt haben, sowie dem Winzer Uwe Weber.
Sie sind schöpfungsinteressiert und wollen Teil des Arbeitskreises werden, dann melden Sie sich
gerne beim Pfarrbüro Dieblich, dort wird Ihre Nachricht an uns weitergeleitet.
Bio-Terrassen-Weingut Weber Sonnige Untermosel Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Trier - KEB