20/06/2026
Liebe Freundinnen und Freunde der Gemeinde St. Barbara,
an diesem Sonntag hören wir das Evangelium Mt 10,26–33.
(Na ja, für das Gemeindefest haben wir ein anderes gewählt. Aber normalerweise würden wir es hören.)
Als ich die Bibelstelle gelesen habe, war ich ehrlich gesagt etwas ratlos.
Da ist von Angst die Rede, von Spatzen, von gezählten Haaren und davon, sich zu Jesus zu bekennen.
Und ich habe mich gefragt:
Wie würde Jesus das heute sagen? Wie würde er zu uns sprechen?
Vielleicht so:
Macht euch nicht ständig Gedanken darüber, was andere von euch halten.
Menschen können sich irren.
Menschen sehen oft nur einen kleinen Teil.
Traut euch, zu dem zu stehen, was euch wichtig ist.
Zu Freundlichkeit. Zu Hoffnung. Zu Menschlichkeit.
Schaut euch doch mal um.
Da ist die Amsel im Garten.
Die Biene auf der Blüte.
Das Kind auf dem Spielplatz.
Der alte Mensch im Pflegeheim.
Viele gehen an ihnen vorbei.
Aber keiner von ihnen ist unwichtig.
Keiner ist Gott egal.
Warum glaubt ihr dann, dass ihr ihm egal sein könntet?
Und schaut mal auf euer Handy.
Die Algorithmen wissen, was ihr kauft.
Die Werbung weiß, wonach ihr sucht.
Die Krankenkasse kennt eure Daten.
Die Bank kennt eure Kontobewegungen.
Aber das alles sagt noch nicht, wer ihr seid.
Es sagt nichts darüber, worüber ihr euch freut.
Wovor ihr Angst habt. Wen ihr vermisst. Worauf ihr hofft.
Gott kennt euch.
Nicht als Nummer. Nicht als Profil.
Sondern als Menschen.
Darum müsst ihr euren Wert nicht beweisen.
Ihr seid längst gesehen.
Also habt keine Angst.
Und dann kam mir noch ein anderer Gedanke.
Wo würde Jesus heute eigentlich sprechen?
Wahrscheinlich nicht in der Fußgängerzone.
Die meisten würden dann vorbeigehen.
Andere würden ihr Handy zücken und ihn filmen.
Manche würden ihn für verrückt halten.
Vielleicht wäre Jesus heute dort, wo Menschen ohnehin zusammenkommen.
Bei einer Tasse Kaffee. Am Grill. Im Seniorenheim.
Auf dem Spielplatz. Bei einer Beerdigung.
Oder auf einem Gemeindefest.
Vielleicht würde er gar keine große Rede halten.
Vielleicht würde er einfach an einer Bierbank sitzen.
Mitten unter den Menschen.
Zuhören. Fragen stellen. Lachen. Mut machen.
Und vielleicht würden die Leute gar nicht sofort merken, wer da neben ihnen sitzt.
Aber sie hätten das Gefühl:
Da sieht mich jemand. Nicht meine Rolle. Nicht meine Aufgaben.
Nicht das, was ich leiste. Sondern mich.
Und irgendwie gefällt mir dieser Gedanke.
Gerade an unserem Gemeindefest.
Die Vorstellung, dass Jesus nicht weit weg ist.
Sondern vielleicht mitten unter uns sitzt.
An einem Tisch.
Mit einem Kaffee in der Hand.
Und sich freut, dass Menschen zusammenkommen.
Gut, dass wir einander haben
Was steht noch so an?
Gemeindefest - Endlich
Gemeindefest am 20. und 21. Juni
Herzliche Einladung zum Feiern, Begegnen und Klönen.
Los geht es am Samstag um 17.30 Uhr mit einem kurzen Impuls. Anschließend sitzen wir am Lagerfeuer zusammen, essen, trinken und genießen einen hoffentlich schönen Sommerabend.
Am Sonntag feiern wir um 10.30 Uhr die Messe auf der Festwiese. Danach ist Zeit für Begegnungen, Gespräche und viele Angebote für Groß und Klein: Sandberg, Hüpfburg, Spielestände, Büchertrödel, Dom-Café sowie Essen und Getränke.
Damit alles gelingt, freuen wir uns auch über helfende Hände:
Aufbau
Samstag ab 10.00 Uhr - wer möchte kann auch schon
ab 9.15 Uhr kommen. Wegen des Wetters.Sonntag bis 10.15 Uhr
Abbau
Sonntag ab 17.00 UhrMontag ab 10.00 Uhr und ab 17.00 Uhr
Wir freuen uns auf viele bekannte und neue Gesichter.
Treffen für die "Lange Tafel" ist am 28.06.26
nach dem Gottesdienst.
Das war es für heute.
Manchmal denken wir bei Gemeinde an Gebäude, Sitzungen oder Termine.
Aber Gemeinde sind vor allem Menschen.
Menschen, die vor uns geglaubt, gehofft, gebaut, organisiert, gesungen, gebetet, gestritten und wieder zusammengefunden haben.
Menschen, die ein Fundament gelegt haben, auf dem wir heute stehen.
Dafür bin ich dankbar.
Und ich hoffe, dass auch wir etwas weitergeben können.
Nicht perfekte Veranstaltungen.
Nicht volle Terminpläne.
Sondern die Erfahrung:
Hier ist ein Ort, an dem Menschen willkommen sind.
Hier ist ein Ort, an dem man miteinander lachen kann.
Hier ist ein Ort, an dem man nicht allein ist.
Wenn ich an unsere Gemeinde denke, dann fallen mir natürlich viele Gottesdienste, Fest, Aktionen und Termine ein.
Aber vor allem bin ich dankbar, dass ich ein Teil davon sein darf.
Dass es Menschen gibt, die miteinander lachen, anpacken, feiern, trauern, hoffen und füreinander da sind.
Und ich wünsche mir, dass noch viele andere erleben können, wie gut so eine Gemeinschaft tut.
Bleibt behütet und zuversichtlich
Wir sehen uns hoffentlich auf dem Gemeindefest.
Glück Auf
Anne Henze