30/05/2026
Ludger Schwienhorst-Schönberger, Prof. em. für AT in Wien, versucht sich in diesem Artikel in Communio mit dem Heft von "Bibel und Kirche" über "Bibel q***r lesen" auseinanderzusetzen. Während er im ersten Teil noch Verständnis für eine rezeptionsästhetische Bibelauslegung zeigt, packt er dann aber eine Häresiekeule nach der nächsten aus: Das Plädoyer für Vielfalt wird bei ihm zu einem Plädoyer für Polytheismus; die Lesestrategie, nur empowernde und heilsame Bibeltexte zu empfehlen, wird als eine neue Version eines markionitischen (und damit häretischen) Kanon im Kanon verworfen. Schließlich wirft der den Autor:innen noch einen Mangel an Verständnis christlicher Spiritualität vor, weil sie nicht das durch Meditation erkannte, "wahre Selbst" als Referenzpunkt der Bibelauslegung favorisierten, sondern eine fluide Beliebigkeit der Identitäten bzw. letztlich eine spirituelle Leere.
Eine wilde und aufgeregte Debatte wird Schwienhorst-Schönberger mit seinem Beitrag sicher befeuern, einem Verständnis des Anliegens q***rer Bibelauslegungen wird er so nicht näherkommen.
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Das Heft "Bibel q***r lesen" des Katholischen Bibelwerks hat eine heftige Debatte ausgelöst. Im Zentrum steht die Frage, wie die Bibel heute verstanden werden soll: Gibt es verbindliche Bedeutungen der Heiligen Schrift – oder entstehen Sinn und Wahrheit erst im Zusammenspiel von Text, Erfahrung u...