23/08/2026
Es ist ein besonderer Sonntag für die Region. Wie wunderbar, wenn in Zeiten der grundlegenden Veränderung uralte Worte der Verheißung in Reichweite sind. „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her. Hör auf seine Stimme.“
(Exodus 23,20–21)
„Siehe, er geht voraus …“ – „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage.“
(Matthäus 28,7.20)
Engel, die vorausgehen. Eine Stimme, auf die es zu hören gilt. Und die Zusage: Gott geht mit. Diese Worte begleiteten heute den Abschied der Benediktinerinnen aus der Abtei Kloster Engelthal.
Seit Jahrhunderten ist Engelthal ein spiritueller Ort in der Wetterau – geistliche und ganz konkrete Heimat für viele Menschen. Heute wurde im Gottesdienst der Abschied der Benediktinerinnen unter Gottes Segen gestellt. Viele Menschen waren der Einladung der Schwestern gefolgt. Die große Dankbarkeit für ihr Wirken in mehr als 40 Jahren war mit Händen zu greifen.
Bischof Dr. Peter Kohlgraf aus Mainz würdigte den Mut der Schwestern, die Wirklichkeit anzunehmen und sich bewusst für einen neuen Weg zu entscheiden:
„Wer sich der Wirklichkeit verweigert, kann Zukunft nicht gestalten.“
Engelthal war und ist ein besonderer Ort: ein Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft, ein Ort der Begegnung und des Zuhörens – geprägt von der hörenden Grundhaltung der Schwestern. Ein Ort mit Strahlkraft.
Das zeigte sich auch heute: Gäste aus unterschiedlichen Orden und Kommunitäten, aus Politik und Zivilgesellschaft, aus Ökumene und Diakonie – und viele Menschen, für die Engelthal über Jahrzehnte zu einem wichtigen Ort geworden ist. Den Dank überbrachten Elisabeth Engler-Starck/ Ökumenereferentin und Dekanin Birgit Hamrich.
Nun brechen die Schwestern auf. In den kommenden Wochen werden sie nach und nach an anderen Orten eine neue Heimat finden.
Für sie und für Engelthal bleibt die Hoffnung und der Segen:
Dass Engel vorausgehen.
Dass Gottes Stimme hörbar bleibt.
Dass neue Heimat wachsen kann.
Und dass Engelthal auch in Zukunft ein Ort des Zuhörens, der Begegnung und der Strahlkraft bleibt.
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage.“
Regionale Diakonie Oberhessen
Fotos: Elisabeth Engler Starck und Birgit Hamrich