07/06/2026
BETRACHTUNG DES EVANGELIUMS (Mt 9,9-13) AUS DER SICHT EINER, DIE AUCH DABEI WAR
Ich heiße Antonia. Ich bin eine jener, die Matthäus zu sich ins Haus eingeladen hatte. Von Jesus hatte ich schon gehört. Viel hat er von sich reden gemacht. Er gibt sich ab mit Leuten wie mich. Er wendet nicht den Kopf ab, wenn er uns sieht. Er geht uns nicht aus dem Weg, sondern auf uns zu.
Ich weiß schon, dass das, was ich mache, wie ich versuche über die Runden zu kommen, nicht das ist, was mich in den Himmel bringt. Wie oft zeigen sie mit dem Finger auf mich oder tuscheln hinter meinem Rücken. Aber ich habe schließlich keine andere Wahl. Irgendjemand muss es ja machen. Die anderen, die können es sich leisten, das nicht zu tun. Ich aber…
Da sitze ich nun mit Jesus an einem Tisch, als ob es das Selbstverständlichste auf der Welt wäre. Er schiebt mich nicht beiseite. Er zeigt mir, dass ich in seiner Nähe willkommen bin. Ich spüre, wie mein Herz aufgeht und wie seine Worte meiner Seele guttun. Ich vergesse für diese kurze Zeit das Schwere meines Lebens und die Last meiner Sorgen. Vielleicht kann sich mit seiner Hilfe auch mein Leben zum Guten wenden? Ich höre, wie er zu den Pharisäern sagt: „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.“
Es kann gut sein, dass Jesus dieser Arzt ist, den ich für mein Leben brauche, der mich wieder aufrichtet und zur Heilung verhilft.
(© Gabi Ceric)
Allen Menschen wünschen wir einen gesegneten Sonntag! ☀️
(mk)