04/08/2016
Im Mai 2016 verstarben in St. Wendel zwei in St. Arnold sehr bekannte Bewohner des Missionshauses: Pater Stegemann und Bruder "Willi" Quaing.
Pater Stegemann, der "Bruder-Kostka-Gemeinschaft" sehr verbunden, stammte aus Rheine und war mit den "Stegemännern" in Neuenkirchen verwandt, u.a. ein Cousin von Frau Hedwig Brockmann (Altehenger). - Es hat ihn sehr berührt, dass er 2008 nach der Übersiedlung nach St. Wendel ein Zimmer zugewiesen erhielt, in dem er zu seiner Überraschung das einzige Ölbild von Bruder Kostka vorfand. R.I.P.
Bruder "Willi", ein gebürtiger Bentheimer, sah man in St. Arnold fast nur mit seiner Kamera unterwegs auf seinem Fahrrad, er war ein passionierter Fotograf. R.I.P.
Auf der Homepage der Steyler Missionare findet man diese Nachrufe:
"P. Paul Stegemann SVD (1925 -2016)
16.05.2016
Am Erscheinungstag „Unserer Lieben Frau von Fatima“ ist unser Mitbruder und großer Marienverehrer P. Paul Stegemann heimgerufen worden.
Paul Stegemann wurde als viertes Kind der Eheleute Heinrich Stegemann und Emma, geb. Baar, in Rheine geboren. Die Eltern waren einfache, aber tief im Glauben verwurzelte Leute. Über ein Jahrzehnt lebte die Familie in Rheine bis der Vater, ein Eisenbahner, nach Albachten bei Münster versetzt wurde. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte Paul an Ostern 1936 an das „Staatliche Gymnasium Paulinum“ in Münster. Im Sommer 1943 holte ihn das Kriegsgeschehen von der Obersekunda zunächst in den Arbeitsdienst, dann zur Wehrmacht an die Ostfront. Ein Unterarmdurchschuss im Sommer 1944, den er als Fügung Gottes und Bewahrung vor Schlimmerem ansah, brachte ihn in den Westen zurück. In der Karwoche 1945 geriet er in französische Gefangenschaft. Dort reifte in ihm der Wunsch Priester zu werden und sein Leben ganz Gott zu weihen. Er kam nach Chartres in das sog. „Stacheldrahtseminar“. Hier konnte er seine gymnasialen Studien ergänzen. Durch den Kontakt zu deutschen „Steylern“ im Lager reifte in ihm der Entschluss sich nach der Entlassung aus der Gefangenschaft den Steyler Missionaren anzuschließen.
So trat er am 14. April 1947 in St. Augustin ein. Nach dem Noviziat und der Ablegung der Ersten Gelübde am 1. Mai 1949 folgte das philosophisch-theologische Studium. Am 27. Februar 1953 legte er die Ewigen Gelübde ab und wurde am 28. August des gleichen Jahres in der Kirche des Missionspriesterseminars von Bischof Augustin Olbert SVD zum Priester geweiht. Danach ging er nach Münster, wo er Deutsch und Geschichte für das Lehramt an Höheren Schulen studierte. Nach den Staatsexamina unterrichtete er zunächst an der ordenseigenen Schule in Steyl bis zu deren Schließung. Im Anschluss wechselte er nach St. Arnold an das Arnold-Janssen-Gymnasium. Ab 1975 war er gleichzeitig neben seiner Lehrtätigkeit Subsidiar bzw. Pfarrverwalter in zwei Pfarreien der Umgebung. 1987 musste er krankheitsbedingt seine Lehrtätigkeit aufgeben.
Die Oberen schickten ihn in die Pfarreien Hünshoven und Prummern, wo er P. Johannes Lorse, dem Pfarrer, helfend zur Seite stand. Der Bischof von Aachen ernannte ihn auch zum Leiter des Fatima-Weltapostolates in seinem Bistum. Diese Aufgabe hat gerne und mit viel Engagement wahrgenommen. Nach 13 Jahren im Bistum Aachen kehrte er im Jahr 2000 nach St. Arnold zurück. Soweit es ihm seine Gesundheit erlaubte, half er immer noch in den umliegenden Pfarreien aus. 2003 musste er sich einer Krebsoperation unterziehen, die seine körperliche Konstitution noch mehr schwächte.
Nach der Auflösung des Missionshauses St. Arnold übersiedelte er am 30. Juni 2008 in das neu errichte Wendelinusheim in St. Wendel. P. Stegemann war ein großer Beter und so war es nicht verwunderlich, dass er viele Stunden des Tages in der Kapelle verbrachte. Jeden Tag betete er den Rosenkranz mit vor und kümmerte sich im Speisesaal liebevoll um seine Tischnachbarn. In den letzten Monaten ließen seine Kräfte sowohl körperlich als auch geistig immer mehr nach. Vor einer Woche musste er wegen einer Darmverschlingung notoperiert werden. Er wachte aus dem Koma nicht mehr auf und man verlegte ihn zurück nach Hause, wo er nun sein Leben in die Hände seines Schöpfers zurücklegte. Wir wollen unserem Gott für das Leben von P. Stegemann danken und ihn bitten, dass er seinen treuen Diener nun teilhaben lässt an den Freuden des Himmels.
Das Sterbeamt für P. Stegemann, in dem wir uns von ihm verabschieden, feiern wir am Mittwoch, 18. Mai 2016, um 14.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel, anschließend findet die Beerdigung auf unserem Klosterfriedhof statt.
St. Wendel, 13. Mai 2016
Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes"
"Bruder Wilhelm Quaing SVD (1932 – 2016)
22.05.2016
Am Morgen des 22. Mai 2016 verstarb Bruder Wilhelm Quaing SVD im Diakonie Klinikum in Neunkirchen (Saar). Der "m Freitag, den 27. Mai 2016, um 14.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel statt.
Bruder Quaing, von allen Willi gerufen, wurde am 12. Mai 1932 als jüngstes von acht Kindern des Schmiedemeisters Wilhelm Quaing und seiner Frau Maria, geb. Witkamp, in Bentheim/Niedersachsen geboren.
Von Ostern 1938 bis Ostern 1947 besuchte er die Volksschule in Bentheim. Sofort danach begann er eine Lehre als Elektroinstallateur. Am 02. Dezember 1955 legte er in Oldenburg die Meisterprüfung ab und arbeitete in Konstanz als Richtmeister bei der Firma Pintsel Elektro.
Viele Jahre hindurch spürte er den Ruf Gottes in sich, sein Leben der Mission zu weihen, und so schloss er sich im Missionspriesterseminar in Sankt Augustin als Missionsbruder den Steyler Missionaren an. Am 26. Juni 1960 begann er das Novizhiat und erhielt den Brudernamen Wido. Nach Abschluss des Noviziates legte er am 26. Juni 1962 die Ersten Gelübde und wurde in das Mutterhaus nach Steyl versetzt, um dort die Leitung der Elektrowerkstatt zu übernehmen. Diese Arbeit leistete er über 40 Jahre. In all dieser Zeit hat er sehr viele junge Männer im Elektrohandwerk ausgebildet. Viele seiner ehemaligen Auszubildenden standen bis zuletzt in Kontakt mit ihm.
Ein großer Wunsch ging für ihn in Erfüllung, als er von Januar bis Juli 1985 in den Kongo (damals Zaire) reisen durfte, um dort einen Mitbruder zu vertreten. Obwohl er kein Französisch sprach, kam er erstaunlich gut zurecht. Dieser Einsatz in Afrika hat ihn tief geprägt.
Nachdem er einen leichten Schlaganfall erlitten hatte, wechselte er im Juli 2003 von Steyl in das Missionshaus St. Arnold. Auch hier brachte er sich mit all seinen Fähigkeiten ein und übernahm zusätzlich den Dienst des Sakristans. Als im Juni 2008 das Missionshaus St. Arnold aufgelöst wurde, ging Willi zurück nach Steyl. Hier blieb er bis Oktober 2011 – dann zog auch er nach St. Wendel in das Wendelinusheim um. Nach nur zwei Monaten erlitt er einen zweiten Schlaganfall, der ihn linksseitig lähmte und an den Rollstuhl band. Doch Willi ließ sich nicht entmutigen trotz aller Beschwerlichkeiten, die ihm die Krankheit auferlegte. Sein großes Hobby war immer das Fotografieren. Mit einigen Hilfsmitteln konnte er diesem Hobby bei verschiedenen Gelegenheiten immer noch nachgehen. In den letzten Monaten musste er oft ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil er immer wieder mit Infektionen zu kämpfen hatte. Zuletzt erkrankte er an einer Lungenentzündung, die ein Multiorganversagen zur Folge hatte, von dem er sich nicht mehr erholte.
Willi war ein froher und geselliger Mitbruder, der gerne in der Gemeinschaft seiner Mitbrüder verweilte. Viele werden ihn nun vermissen. Wir wollen Gott für das Leben unseres Mitbruders danken und für all das Gute, das er so vielen Menschen getan hat. Der HERR möge es ihm mit dem ewigen Leben vergelten.
St. Wendel, 23. Mai 2016
Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes