29/12/2023
Mit der Präsentation, der im Sommer fertiggestellten Restaurierung der Johann August Poppe – Orgel in Groitschen, beenden wir das Orgelbaujahr für unsere Werkstatt. Das wunderbare Instrument wurde 1823/24 erbaut und verfügt über 12 Register auf einem Manual und Pedal.
Schon am 07. Januar 2024 wird die Orgel wieder im Konzert mit Matthias Grünert zu hören sein.
Auszug aus dem Abnahmegutachten:
Mit der handwerklich und infolgedessen klanglich hervorragend gelungenen Restaurierung der Johann-August-Poppe Orgel hat sich die Firma Vogtländischer Orgelbau, Thomas Wolf, das große Verdienst erworben, ein wichtiges Instrument aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts vor dem Verfall gerettet zu haben. Im Bereich des Orgelbaus haben sie eine unterrepräsentierte Epoche mit einem Referenzobjekt in die das Blickfeld der Öffentlichkeit gehoben. Das äußerst sehenswerte Äußere des gesamten Innenraumes der Groitschener Kirche mit dem klassizistisch ausgewogen anmutenden Orgelprospekt korrespondiert auf angenehmste Weise mit der Klangerwartung.
Ausgeführte Arbeiten:
- Sanierung der Windanlage (Doppelfaltenmagazin [nicht original] und neues Gebläse)
- Restaurierung des Gehäuses Holzteile und Stellagen, Teilrekonstruktion Flammen zwischen den Füßen im Prospekt
- Restaurierung Ton- und Registertraktur
- Rekonstruktion Porzellanschilder Quinte 2 2/3´ & Mixtur 3fach
- Restaurierung der Schleifwindladen
- Rekonstruktion des gesamten Registeraufbaus und dadurch Wiederherstellung der originalen Tonhöhe, versetzen aller Register um zwei Halbtöne
- Rekonstruktion der Manualklaviatur
- Restaurierung der Pedalklaviatur
- Restaurierung der Holzpfeifen, teilweise Anlängung erforderlich
- Restaurierung der Metallpfeifen, desolater Zustand, teilwiese Anlängung erforderlich, verlöten von Stimmschlitzen
- Rekonstruktion von cs³ und d³ bei allen Originalregistern
- Rekonstruktion von diversen Fehlpfeifen in allen Originalregistern
- Rekonstruktion der Register Principal 4´, Quinte 2 2/3´, Sifflöte 1´und Mixtur 3fach 1´
-Rekonstruktion der Intonation
MANUAL: C – d³
1. Principal 4´ Rekonstruktion
2. Viola di gambe 8´ C – c° Holz offen; cs° - d³ Metall offen,
Originalregister
3. Bordun 8´ C – d³ Holz gedeckt, Originalregister
4. Principal Diskant 8´ c¹ – d³ Metall zylindrisch offen,
Originalregister
5. Quintadena 8´ C – c° Holz gedeckt; cs° - d³ Metall
gedeckt, Originalregister;
6. Hohlflöte 4´ C – d³ Holz offen, Originalregister,
7. Quinte 2 2/3´ C – d³ Metall konisch, Rekonstruktion
8. Octave 2´ C – d³ Metall zylindrisch offen,
Originalregister,
9. Sifflöte 1´ C – d³ Metall zylindrisch offen,
Rekonstruktion
10. Mixtur 3fach 1´ Rekonstruktion
Mixtur 3fach 1´: (nach Crölpa – Löbschütz 1822)
C 1´ 2/3´ 1/2´
c° 1 1/3´ 1´ 2/3´
c¹ 2´ 1 1/3´ 1´
c² 2 2/3´ 2´ 1 1/3´
PEDAL: C – c¹
11. Subbaß 16´ C – c¹ Holz gedeckt, Originalregister
12. Principal Baß 8´ C – c¹ Holz offen, Originalregister
KOPPELN
Pedalkoppel I/P
NEBENZÜGE
Calcantenruf
Winddruck: 66 mmWs = 28°
Stimmtonhöhe: 493 Hz bei 18°C