06/09/2026
"Gib Frieden" - Wort zum 14. Sonntag nach Trinitatis von Supn. Pilger-Janßen
Die Sehnsucht nach Frieden ist so aktuell wie eh und je. Das zeigt auch das Lied „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“, das bei Friedensgebeten in vielen Kirchen gesungen wird. Obwohl es bereits vor mehr als 60 Jahren in den Niederlanden entstanden ist, sprechen seine Worte bis heute Menschen an. Angesichts von Kriegen, Konflikten und gesellschaftlichen Spannungen wird deutlich: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit.
Das Lied verbindet die Bitte an Gott um Frieden mit einem klaren Auftrag an die Menschen. Frieden soll nicht nur erbeten, sondern auch gelebt werden. Er beginnt bei jedem Einzelnen und zeigt sich dort, wo Menschen aufeinander zugehen, trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander im Gespräch bleiben und Verantwortung füreinander übernehmen.
Frieden bedeutet, Streit nicht weiter anzuheizen, sondern nach Verständigung und Kompromissen zu suchen. Er lebt von Respekt, Rücksichtnahme und dem Willen, das Zusammenleben gemeinsam zu gestalten. In einer demokratischen Gesellschaft gehört dazu auch, die Interessen verschiedener Gruppen auszugleichen und die Rechte aller zu achten.
Nicht ohne Grund endet jeder Gottesdienst mit der Bitte um Gottes Frieden. Er gilt dem einzelnen Menschen ebenso wie der gesamten Gemeinschaft. Es ist wichtig, die Hoffnung auf Frieden wachzuhalten und zugleich selbst ein Zeichen für Frieden zu setzen. Jede und jeder trägt dazu bei, dass Zusammenhalt, Verständnis und Menschlichkeit wachsen und Frieden in unserer Gesellschaft und in unserem Land siegt.