08/06/2026
Manchmal, da rauscht das Leben ganz schön an uns vorbei. Auch die schönen Momente. Christina Lang hat einen Tipp, wie man die ein bisschen länger festhalten kann - und erzählt davon in ihrer Radioandacht auf MDR Sachsen-Anhalt:
Am Pfingstmontag war ich mal wieder an der Saale spazieren. Ach, was ist das herrlich dort! Das frische Grün der Bäume. Der Duft nach Frühling. Vogelgezwitscher, Sonnenschein, und an den Staustufen rauscht das Wasser. Was für ein Glück! Wenn man das nur festhalten könnte!
Vor Jahren habe ich aber mal gehört, wie man solche Momente noch ein bisschen „haltbarer“ machen kann, und seitdem praktiziere ich das: Man steckt sich morgens einfach ein paar kleine trockene Bohnen oder Linsen in die linke Hosentasche.
Und immer, wenn man sich tagsüber über etwas freut oder etwas gut läuft, nimmt man eine davon und steckt sie in die andere Hostentasche.
Abends zieht man Bilanz, holt die Bohnen aus der rechten Tasche heraus und erinnert sich nochmal an den einen oder anderen Moment. Mitunter erstaunlich, was da zusammengekommen ist.
Auf jeden Fall war der Spaziergang am Pfingstmontag für mich gleich mehrere Bohnen wert.
Zum Kaffee gab es dann noch Erdbeerkuchen – wieder eine Bohne.
Und so wandern jeden Tag Bohnen von der einen Hosenseite auf die andere: Für ein konstruktives Meeting, für die Freunde, die da sind, wenn man sie braucht, für ein besonders gut gelungenes Werkstück oder dafür, dass ich jemand anderem behilflich sein konnte.
Für mich sind das alles Geschenke Gottes, für die ich am Ende des Tages dankbar bin.
Sie helfen mir dabei, auch das andere zu tragen, das es ja auch gibt. Kennt jeder von uns.
Es braucht eben nur offene Augen, um die Geschenke zu sehen.
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Die wünscht Ihnen Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg
📷 pixabay