Deutsche Franziskanerprovinz

Deutsche Franziskanerprovinz Nachrichten und Informationen der Deutschen Franziskanerprovinz und ihren Einrichtungen sowie ihr nahe stehender Organisationen.

09/09/2026

Mit der Hand auf dem Herzen über Liebe und Mitgefühl sprechen - so steht es in der Predigtanleitung des Franziskaners Antonius Tschallerer aus dem 19. Jahrhundert. Pater Benedikt sieht sich das Büchlein in der Franziskus-Ausstellung genauer an.

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi " im widmet sich den großen Themen, die Franz von Assisi gesetzt hatte. Sie prägten das Leben der Franziskanischen Orden 800 Jahre lang, auf unterschiedliche Weise.

In Kunstwerken, Handschriften und Druckwerken, aber auch durch Gegenstände des Alltags werden sie in der Ausstellung erlebbar.

LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Zu sehen bis 2. November 2026
Im DomQuartier, Salzburg

Weitere Informationen auf der Webseite des DomQuartiers, Link: www.domquartier.at

"'Wilde Kirche' – das löst spannende Assoziationen aus. Was soll ich mir unter einer 'wilden Kirche' vorstellen? Des Rät...
07/09/2026

"'Wilde Kirche' – das löst spannende Assoziationen aus. Was soll ich mir unter einer 'wilden Kirche' vorstellen? Des Rätsels Lösung ist ganz schlicht: Eine Kirche in der freien Natur. Oder besser und genauer: Eine Schöpfungsliturgie draußen in unserer Mitwelt. Anlässlich der Schöpfungszeit habe ich am 4. September zusammen mit einer Ordensschwester einen Schöpfungsgottesdienst auf deren großen Klostergelände, dem Magdalenenpark in München, angeboten. 35 Teilnehmende fanden sich zu diesem erstmaligen, etwas anders gestalteten Gottesdienst ein. Zentrales Element ist der Zugang über die Schöpfung und eine halbstündige Zeit der Stille, die jede und jeder für sich an einem frei gewählten Ort verbringt. Da die Schöpfung neben der Bibel als Buch Gottes verstanden werden kann, ermöglicht sie, die Mitwelt als heiligen Raum und lebendiges Zeugnis für Gott zu erfahren. Eine Form der Liturgie insbesondere auch für Menschen, die sich mit eher traditionellen Formen schwertun und nicht mehr in ein Kirchengebäude zum Gottesdienst kommen würden.

An dem Tag kehrte ich gerade aus Marienthal zurück, einem Marienwallfahrtsort im Rheingau, den wir Franziskaner nun leider verlassen und in andere Hände geben. Ein solcher Ort steht für die eher klassischen Formen der Liturgie und ist Anlaufpunkt für die Menschen, die eher traditionelle Formen des Glaubens bevorzugen wie Anbetung, marianische Andachten, Rosenkranz oder Kreuzweg. Unsere katholische Kirche birgt eine große Fülle von Traditionen und Formen und somit einen großen Reichtum und Schatz. Entscheidend ist für mich, dass diese Vielfalt an spirituellen Formen zugelassen wird, damit sich möglichst viele Menschen durch die unterschiedlichen Angebote angesprochen fühlen. Gerade die Schöpfungszeit ist eine große franziskanisch inspirierte Chance, neue liturgische Formen auszuprobieren. Zumal sie am 4. Oktober mit dem Festtag des hl. Franziskus endet, der als Patron der Mitwelt und mit seinem Sonnengesang für eine tiefe Erd- und Schöpfungsverbundenheit steht. Mit ihm dürfen wir eine 'Wilde Kirche' gestalten, um Gott mit allen Sinnen in allem zu entdecken und zu preisen."

Ein Kommentar von Bruder Stefan Federbusch, München

01/09/2026

Frieden schließen mit einem Wolf? Auf eine solche Idee kann nur Franz von Assisi kommen. Mit der Figur von Laurentius Englisch erklärt Pater Benedikt, wie der Künstler die Legende vom Wolf von Gubbio gedeutet hat.

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im widmet sich den großen Themen, die Franz von Assisi gesetzt hatte. Sie prägten das Leben der Franziskanischen Orden 800 Jahre lang, auf unterschiedliche Weise.

In Kunstwerken, Handschriften und Druckwerken, aber auch durch Gegenstände des Alltags werden sie in der Ausstellung erlebbar.

LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Zu sehen bis 2. November 2026
Im DomQuartier, Salzburg

Weitere Informationen auf der Webseite des DomQuartiers, Link: www.domquartier.at

Bruder Pierre macht sich Sorgen um die zunehmende Selbstdarstellung der Menschen. Ein Kommentar. "Heute reicht es nicht ...
31/08/2026

Bruder Pierre macht sich Sorgen um die zunehmende Selbstdarstellung der Menschen. Ein Kommentar.

"Heute reicht es nicht mehr aus, einfach nur zu existieren: Es scheint notwendig zu sein, jede eigene Erfahrung obsessiv mit den Erlebnissen anderer zu vergleichen.

Der Vergleich findet selten zwischen echten Leben statt. Er passiert zwischen sichtbaren Fragmenten: dem, was in sozialen Netzwerken gepostet wird, oder den falschen Erfolgsgeschichten, die wir oft von Kollegen, Verwandten oder Freunden hören. Nach und nach werden wir zu Gefangenen dessen, was andere denken könnten. Und am Ende leben wir das Leben, das andere von uns erwarten. Jeden Schritt, den wir machen, messen wir am Blick der anderen. Wir ziehen uns an, um hineinzupassen, wir reden, um zu gefallen, wir schweigen, um niemanden zu verärgern – ein Leben im Gefängnis der kollektiven Meinung, die niemals schweigt.

Die Folge ist schlimm. Das Gefühl von Mangel und Versagen wird ständig da sein. Es scheint immer etwas zu fehlen. Mehr Geld. Mehr Schönheit. Mehr Anerkennung. Mehr Reisen. Mehr Stabilität. Mehr Erfolg. Dann wird das Leben nicht mehr als persönliches Projekt erlebt, sondern als endloser „Wettbewerb“.

Soziale Netzwerke und die Offenlegung des Privatlebens im Internet verstärken dieses Phänomen, weil sie die Selbstdarstellung zur kulturellen Norm machen. Auf Facebook, TikTok oder YouTube wird fast alles retuschiert und verschönert. Selbst Spontanität ist meist kalkuliert. Das Problem ist nicht, dass Menschen ihre besten Momente zeigen. Das Problem ist, zu vergessen, dass es genau das sind: Momente, keine Gesamtheit unseres Daseins.

Angesichts dessen muss man sich daran erinnern, dass sich das menschliche Leben nicht angemessen von „außen“ oder anhand momentaner Trends messen lässt. Jedes Leben hat einzigartige Bedingungen. Unterschiedliche Verletzungen und Schwierigkeiten. Unterschiedliche Möglichkeiten. Unterschiedliche Zeiträume. Leben zu vergleichen, als wären sie gleichwertige Objekte, führt zu einer stillen Form der Ungerechtigkeit gegenüber sichselbst."

Ein Kommentar von Bruder Pierre Guillén, München.

26/08/2026

Mögen Sie Überraschungen? Denn Pater Benedikt hat in der Franziskus-Ausstellung ein altes Gebetbuch entdeckt, das eine Überraschung bereithält. In ihm hat sich nämlich sein einstiger Besitzer verewigt. Und das war kein geringerer als der Hl. Bernardin von Siena.

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im widmet sich den großen Themen, die Franz von Assisi gesetzt hatte. Sie prägten das Leben der Franziskanischen Orden 800 Jahre lang, auf unterschiedliche Weise.

In Kunstwerken, Handschriften und Druckwerken, aber auch durch Gegenstände des Alltags werden sie in der Ausstellung erlebbar.

LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Zu sehen bis 2. November 2026
Im DomQuartier, Salzburg

Weitere Informationen auf der Webseite des DomQuartiers: https://www.domquartier.at/

20/08/2026

Eine 800 Jahre alte Handschrift: Der Codex 12° Cmm. 1., auch als "Codex Rosenthal" oder "Klara-Brevier" bezeichnet, ist um 1235 in Mittelitalien entstanden. Im Laufe seines fast 800-jährigen Lebens ging er durch zahlreiche Hände, wanderte vermutlich als Reisebrevier von Ort zu Ort, bis sich seine Spur verlor. Ende des 19. Jahrhunderts tauchte er im Münchner Antiquariatshandel wieder auf und wurde von der damaligen Bayerischen Franziskanerprovinz gekauft.

Über die Jahrhunderte hat die Handschrift einiges mitgemacht, daher ist sie mittlerweile vollständig gesperrt und darf den Tresor nicht mehr verlassen. Zuvor jedoch ließ die Provinzbibliothek ein Digitalisat anfertigen – davon stammen auch die Bilder im Video. Die digitale Version ist über die Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg und die Webseite unserer Bibliothek einsehbar: www.bibliothek.franziskaner.de.

18/08/2026

Ein Fingerzeig in der Ausstellung: Pater Benedikt und die Fingerreliquie der Hl. Elisabeth von Thüringen. Die Caritas-Heilige, auch bekannt als Elisabeth von Ungarn, ist übrigens auch die Patronin der deutschen Franziskanerprovinz.

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im widmet sich den großen Themen, die Franz von Assisi gesetzt hatte. Sie prägten das Leben der Franziskanischen Orden 800 Jahre lang, auf unterschiedliche Weise.

In Kunstwerken, Handschriften und Druckwerken, aber auch durch Gegenstände des Alltags werden sie in der Ausstellung erlebbar.

LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Zu sehen bis 2. November 2026
Im DomQuartier, Salzburg

Weitere Informationen auf der Webseite des DomQuartiers: www.domquartier.at

Mariä Himmelfahrt hat für Bruder Rudolf eine besondere Bedeutung, denn das kirchliche Hochfest stellt die Frage nach dem...
17/08/2026

Mariä Himmelfahrt hat für Bruder Rudolf eine besondere Bedeutung, denn das kirchliche Hochfest stellt die Frage nach dem Verhältnis von Geist und Leib. Ein Kommentar.

"Am 1. November 1950 schockierte Papst Pius XII. viele Christen, als er die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma verkündete. Nach einer Umfrage glaubten zwar die meisten Katholiken weltweit an diese Überzeugung. Aber die Frage war: Wie kann der Papst etwas verkünden, wovon uns die Bibel nichts sagt?

C.G. Jung, Sohn eines evangelischen Pfarrers und Begründer der analytischen Psychologie, hat diese amtliche Verkündigung für „das wichtigste religiöse Ereignis seit der Reformation“ gehalten. Man solle es nicht historisch, sondern psychologisch als archetypisches Bild deuten. Der Leib erhält eine göttliche Würde, und die Frau wird in den Bereich des Göttlichen erhoben. In Maria feiern wir, was für uns alle gilt.

Jedes Jahr feiert die Kirche dieses optimistische Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August. Als Kind habe ich an diesem Tag Heilkräuter gesammelt, sie in der Kirche weihen lassen und dann im Ziegenstall aufgehängt. Maria ist auch ein Bild des ganzen Kosmos. In der Kräuterweihe kommt zum Ausdruck, dass Gott uns eine gute Schöpfung schenkt, die heilende Kräfte in sich birgt.

Der heilige Franziskus hat seinen Leib oft hart behandelt. Er hat viel gefastet und soll sich sogar Asche ins Essen gestreut haben. Er nennt seinen Leib „Bruder Esel“ – immerhin Bruder. Und am Ende seines Lebens entschuldigt er sich bei ihm für seine Behandlung.

Wir Franziskaner heute haben eine andere Einstellung zur Leiblichkeit gewonnen. Nein, wir machen keinen Körperkult mit, nehmen keine Anti-Aging-Cremes, konsumieren keine Doping-Pillen und unterziehen uns auch keinen Schönheitsoperationen. Aber der Leib ist der Gedächtnisspeicher für alle Erfahrungen. Alles, was wir erlebt haben, wird in Gott hinein gerettet.

Als erste hat Maria das erlebt. An ihrem Fest nehmen wir voraus, worauf wir hoffen. Alles wird eins sein: Leib und Seele, Gott und Mensch, Mann und Frau, Himmel und Erde."

Ein Kommentar von Bruder Rudolf Dingenotto, Berlin.

12/08/2026

Der Kolibri als Analogie zur Weihnachtsgeschichte: Pater Benedikt stellt ein ganz besonderes Stück aus der Franziskus-Ausstellung vor.

Die Ausstellung "LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi" im widmet sich den großen Themen, die Franz von Assisi gesetzt hatte. Sie prägten das Leben der Franziskanischen Orden 800 Jahre lang, auf unterschiedliche Weise.

In Kunstwerken, Handschriften und Druckwerken, aber auch durch Gegenstände des Alltags werden sie in der Ausstellung erlebbar.

LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi
Zu sehen bis 2. November 2026
Im DomQuartier, Salzburg

Weitere Informationen auf der Webseite des DomQuartiers: www.domquartier.at

Bruder Martin hat in den 80ern Zivildienst in einem Kinderheim absolviert. Für ihn ist es nur fair, dem Staat auch etwas...
10/08/2026

Bruder Martin hat in den 80ern Zivildienst in einem Kinderheim absolviert. Für ihn ist es nur fair, dem Staat auch etwas zurückzugeben. Ein Kommentar.

"In den letzten Tagen machte die Nachricht Schlagzeilen, dass die Bundesregierung mit Planungen für die Wiedereinführung eines neuen Zivildienstes begonnen hat.

Dies ließ mich an meinen eigenen Zivildienst Mitte der 80er Jahre zurückdenken. Ich glaube nicht, dass sich meine Erfahrungen einfach so auf heute übertragen lassen. Zu unterschiedlich sind wirtschaftliche und soziale Situationen heute und vor 40 Jahren. Dennoch fand ich die Erinnerung für mich erhellend.

Zunächst: Für mich war es nie eine Frage, dass ich den Kriegsdienst verweigere und damit auch den Wehrdienst. Ich habe damals kritisch auf die Aufrüstungsspirale geschaut und ich tue dies auch heute, wenn es heißt, unser Land müsse wieder „kriegstüchtig“ werden. Nein, ich meine, wir müssen nach wie vor „friedenstüchtig“ werden.

Ich habe 1983 verweigert, von Herbst 1984 bis Frühjahr 1986 habe ich 20 Monate als „Zivi“ in einem Kinderheim gearbeitet. Es war für mich eine gute Zeit und eine Hilfe für meine Berufs- und Berufungsfindung. Für mich war es leicht nachvollziehbar, dass ich einem Staat, der mir zum einen viel Freiheit gewährt, zum anderen viel Sicherheit garantiert, etwas „zurückgebe“. Es war für mich leicht nachvollziehbar, dass im Rahmen anderer ehrenamtlicher oder schlecht bezahlter Tätigkeiten, auch der Zivildienst einen guten Platz hat.

Ich hatte damals keine Sorge, dass ich das, was ich in dieser Zeit verliere, wieder aufholen werde. Heute gibt es diese Sicherheit einer gelingenden beruflichen Laufbahn wohl nicht mehr so leicht. Dennoch leben unser Land und unsere Welt davon, dass Menschen etwas von ihrer Zeit, ihrem Engagement, ihrer Kraft, ihrer Kreativität der Gesellschaft zur Verfügung stellen.

Für den Fall, dass es tatsächlich demnächst einen neue Zivildienst geben sollte, müssen viele Dinge bedacht werden. Aber als Alternative zu einer möglichen Wehrpflicht ist er notwendig. Ich habe damals weit mehr gewonnen als verloren."

Ein Kommentar von Bruder Martin Lütticke, Hülfensberg.

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