14/06/2026
Gedanken zum Evangelium am 11. Sonntag im Jahreskreis
Gesandt, Hoffnung zu bringen
Als Jesus die vielen Menschen sieht, wird er von tiefem Mitgefühl bewegt. Sie erscheinen ihm wie Schafe, die keinen Hirten haben – orientierungslos, erschöpft und auf der Suche nach Halt.
Jesus Christus schaut nicht weg. Er sieht die Not der Menschen und lässt sich davon berühren. Das ist der Ausgangspunkt seines Handelns: Mitgefühl.
Dann sagt er zu seinen Jüngern:
„Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.“
Damit meint Jesus nicht nur die damalige Zeit. Auch heute braucht die Welt Menschen, die Hoffnung schenken, zuhören, ermutigen und Gottes Liebe sichtbar machen.
Jesus ruft die Zwölf zu sich und sendet sie aus. Interessant ist: Er beruft keine perfekten Menschen. Die Jünger haben Stärken und Schwächen, Mut und Zweifel. Dennoch vertraut Jesus ihnen eine große Aufgabe an.
Das Evangelium macht deutlich: Berufung beginnt nicht mit Fähigkeiten, sondern mit der Bereitschaft, sich rufen zu lassen.
Auch wir sind gesandt. Vielleicht nicht in ferne Länder, aber zu den Menschen, denen wir täglich begegnen. Durch ein gutes Wort, eine helfende Hand, ein offenes Ohr oder einen Moment der Aufmerksamkeit können wir Zeugen der Liebe Gottes sein.
Jesus gibt seinen Jüngern einen klaren Auftrag:
„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“
Alles, was wir von Gott erhalten – Liebe, Vergebung, Hoffnung und Kraft –, ist Geschenk. Dieses Geschenk will weitergegeben werden.
Impuls
Wo sehe ich Menschen, die Ermutigung und Hoffnung brauchen?
Und wie kann ich heute ein Zeichen der Liebe Gottes sein?
Denn Christus ruft nicht nur wenige Auserwählte –
er sendet jeden, der bereit ist, sein Herz für andere zu öffnen.