20/10/2025
Spannende Einblicke in die Zeit der Reformation im Fürstbistum Bamberg und der Marktgrafschaft Brandenburg-Kulmbach, vermittelte Msgr. Rüdiger Feulner mit einem Vortrag der Erwachsenenbildung im Kantorats-Gebäude in Marienweiher.
Die Leiterin des Pilgerbüros, Hannelore Klier, freute sich zu Beginn, dass mit diesem Vortrag durch den Vorsitzenden der Freunde der Wallfahrtsbasilika Marienweiher, die Reihe zur Kirchengeschichte eine Fortführung findet und begrüßte Msgr. Feulner aufs Herzlichste.
Feulner eröffnete mit einem Rückblick, auf die lokale, wirtschaftliche und politische Situation in Deutschland um 1500 . Das Land selbst war im Gegensatz umliegender Länder von der Kleinstaatlichkeit geprägt. Wenige Patrizierfamilien profitierten vom Handel und beherrschten das wirtschaftliche Geschehen. Der Großteil der Bevölkerung, auch der Landadel und die Bauern lebten in ärmlichen Verhältnissen.
Dabei machte Feulner deutlich, dass die Reformation Martin Luthers ein Geschehen von universal-geschichtlicher Bedeutsamkeit war. Chronologisch zeigte er auf, wer die Vorreiter der Reformation, auch vor Ort in Kulmbach, waren und wer ihre Gegner Hier sind vor allem für Kulmbach die Reformatoren Johann Eck und Ludwig Agrcola zu nennen. Für Hof Kaspar Löhner und für Bayreuth Georg Schmalzig. Die schärfsten Gegner in Bamberg waren der Domherr Kaspar von Berg, der Generalvikar Paul Neydecker und der Karmelitenprovinzial Andreas Stoß- Dabei stieg er auch tiefer in die theologischen Grundaussagen ein und erläuterte anschaulich die liturgischen und kirchlich-verfassungsrechtlichen Reformen.
Abschließend fasste Feulner zusammen, dass es Missstände und Missverständnisse waren, die der Reformation Tür und Tor öffneten. Der Blick auf die Region, wo sich von Ort zu Ort die Konfession anders darstellt, mache ein Handeln deutlich. Es muss uns ein Anliegen sein, die Spaltung zu überwinden. Dabei richtete er die Bitte an die Zuhörer, in den Familien, die heute in vielfältiger Weise auch ökumenisch geprägt sind, zu helfen diese Spaltung zu beseitigen. Dies könne gelingen, indem wir, so der Referent weiter, diesen Weg mit Herzlichkeit, mit Entschlossenheit und im Wissen gehen, dass hier etwas in Ordnung gebracht werden muss.
Lieber Oswald Purucker, vielen lieben Dank für diesen exklusiven Bericht!