05/12/2021
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! – Philipper 4,4–5
Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden!
Als Paulus diese Worte an die Philipper richtete, befand er sich im Gefängnis in Rom. Er war angekettet. Ein römischer Soldat ließ ihn nicht aus den Augen. So war er nie allein, immer war ein Soldat dabei. Ob er betete oder schlief, ob er Besucher empfing oder Briefe verfasste, egal was er tat, immer war der Soldat dabei.
Er war in einer schrecklichen Lage! War das nicht ein Grund mürrisch und verdrießlich zu sein? Paulus war es offensichtlich nicht. In keinem seiner Briefe schrieb Paulus so viel von seiner Freude und forderte zur Freude auf wie in seinem Brief an die Philipper. Paulus kannte diese Freude am Herrn – allewege. Das war auch der Grund, weshalb er allen dazu raten und sie seinen Lesern empfehlen konnte.
Der Freudengrund ist seitdem unverändert geblieben, die Freude am Herrn. Ja, gerade in der gegenwärtigen Zeit beweist sich dieser Freudengrund als wertbeständig. Wenn alles wankt und nichts mehr so ist, wie es war, Jesus besteht und seine Gnade währt ewig. Er ist unwandelbar derselbe.
Das wollte Paulus den Philippern sagen und er gibt es auch uns mit auf den Weg. Und wie kann man diesen Rat erproben? In guten Tagen ein Christ zu sein, das ist nicht schwer. Erst in den schlechten Tagen und Nächten, da wird man gewahr, was man an ihm hat.
Martin Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ (Psalm 46) wurde vermutlich im Jahr 1527 von ihm gedichtet. Es war das Jahr, in dem er im Sommer einen Schwächeanfall erlitt und die Pest in Wittenberg ausbrach. Viele flohen, Luther blieb! Er besuchte die Kranken und tröstete sie, verkündete ihnen Gottes Wort und spendete das Abendmahl. Er freute sich des Herrn und trotzig erklang sein Glaubenslied „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Paul Gerhardt lebte in der düsteren Zeit des dreißigjährigen Krieges. Er hat seine Kinder begraben. Er musste seine Stelle aufgeben. Trübsal und Not waren seine Begleiter. Und doch konnte er singen:
„Mein Herz geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Lust und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ, das, was mich singend machet, ist, was im Himmel ist.“
Der Herr kann vieles bewirken, so kann er unser Herz füllen mit Frieden und Freude durch seinen Geist.
Wenn wir den Paulusgedanken beherzigen und uns allewege des Herrn erfreuen, so verherrlichen wir auch den Herrn. Was für ein Zeichen ist dies auch für unsere Umwelt in dem kommenden Advent und in der kommenden Weihnachtszeit.
Freuen Sie sich, was auch kommen mag, in dem Herrn allewege!