26/03/2026
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Mittwoch, 25. März 2026 - Beginn 19.30 Uhr
Erased Memories, Disrupted Futures – Dokumentarfilm, Vortrag und Diskussion mit Prince Kamaazengi Marenga und Julia Manek (medico international)
2025. Deutschland gibt sich als Erinnerungs-Weltmeister. Dabei hat es den ersten kolonialen Genozid an den Ovaherero und Nama im heutigen Namibia immer noch nicht als solchen anerkannt. Stattdessen erstarkt die extreme Rechte – und mit ihr eine vergangen geglaubte Kolonialromantik. Indes wird in Namibia ein neues Energie-Megaprojekt gebaut, das die deutsche Wirtschaft entkarbonisieren könnte – mit absehbar vernichtenden Folgen für die historischen Gedenkstätten der Nama und Ovaherero.
Forensic Architecture ist eines der zur Zeit weltweit wichtigsten Kunst-Kollektive, das internationale Recherche, politischen Aktivismus und interdisziplinäre Kunst-Installationen verbindet. Gemeinsam mit der humanitären Organisation medico international präsentiert Forensic Architecture Filmdokumentationen, die in Zusammenarbeit mit Organisationen der Nama und Ovaherero entstanden sind. Auf der Grundlage von Zeitzeugnissen wie alten Postkarten und Erinnerungen werden mit Digitaltechnik Orte deutscher Kolonialherrschaft rekonstruiert. Das Projekt wird präsentiert von Julia Manek (medico international).
Prince Kamaazengi Marenga ist Aktivist, Dichter und Autor in den Bereichen Poesie, Journalismus und Kurzgeschichten. Sein Buch P-O-E-M-S (2019) befasst sich mit den grundlegenden Fragen und Dilemmata rund um die komplexen sozialen Realitäten in Namibia und Afrika. Seine Arbeit ist nicht nur eine Reflexion, sondern eine Verkörperung des anhaltenden Kampfes und des Geistes seines Volkes. Marenga lebt zur Zeit in der Nähe von Bremen. Er stammt direkt von Jacobus Morenga ab, dem „schwarzen Napoleon“ einem der wichtigsten Anführer der Herero und Nama von 1904 bis 1907. Prince K, wie er sich auch nennt, ist auch Vertreter der Ovaherero Genocide Foundation, so dass bei dieser Veranstaltung die seltene Gelegenheit besteht, direkt mit einem Nachfahren der Opfer des damaligen Genozids ins Gespräch zu kommen.