18/03/2022
Sehen: Lieferketten
Jede einzelne Station der Lieferkette eines Kleidungsstücks ist mit problematischen Folgen für Menschen und Umwelt verbunden. Das beginnt bei der Produktion der Fasern, Garne und Stoffe, über die Verfahren des Veredeln, Färben und Imprägnieren der Stoffe, dem Nähen, Verpacken, Verkauf, Transport und der Auslieferung, über Retouren bis hin zum Entsorgen von Alt- und auch Neukleidung. An jedem einzelnen Ort der Lieferkette können nicht eingehaltenes Arbeitsrecht, Menschenrechtsverletzungen, Formen von moderner Sklaverei, Kinderarbeit und schwerwiegende negative Folgen für die Gesundheit der Beteiligten und Schäden für die Umwelt geschehen.
Auch der von der EU-Kommission am 23. Februar veröffentlichte Entwurf für die „Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit" ist trotz positiver Aspekte immer noch verbesserungswürdig, obwohl der Entwurf schon an einigen Stellen über das deutsche Lieferkettengesetz hinausgeht. Unternehmen sollen dazu verpflichtet werden, Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in ihren Lieferketten zu ermitteln und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Was kann jede*r Einzelne tun?
Wenn Sie neue Kleidung kaufen, achten Sie bewusst auf Qualität, Umweltaspekte und faire Arbeitsbedingungen. Siegel geben dazu Hinweise: www.siegelklarheit.de; www.ci-romero.de
Im Zweifelsfall fragen Sie beim Kauf eines Kleidungsstücks nach, sofern die Herkunft und Produktion nicht transparent gemacht sind. Je mehr Kund*innen dafür Interesse zeigen, desto deutlicher wird der Bekleidungsindustrie, dass es ein Bewusstsein dafür gibt.
Machen Sie sich dafür stark, dass ein Lieferkettengesetz verabschiedet wird, das Menschenrechte und Umweltschutz entlang der gesamten textilen Lieferkette verbindlich macht.
Bild: pixabay, jarmoluk, Ausschnitt