30/03/2026
HUNGERTUCH | Gemeinsam Träumen – Liebe sei Tat
In der christlichen Liturgie hat das Hungertuch, oft auch Fastentuch genannt, eine lange Tradition. Es geht zurück auf den jüdischen Tempelvorhang, der laut Neuem Testament zerriss, als Jesus am Kreuz starb.
Im Mittelalter (etwa zehntes Jahrhundert) wurde mit dem meistens einfarbigen Hungertuch in den Kirchen während der Fastenzeit der geschmückte Altar
verhüllt. Das schlichte Tuch sollte die Gläubigen zur inneren Einkehr bewegen. Sie fasteten mit dem Auge.
Ab dem zwölften Jahrhundert wurden die Hungertücher kunstvoll bestickt oder bemalt. Sie erzählten die Leidensgeschichte Christi. Somit konnten Menschen, die nicht lesen konnten, die Passionsgeschichte verstehen.
Bis heute kennen wir den Spruch “”Am Hungertuch nagen“. Er geht allerdings zurück auf Stofftücher, die Menschen sich im Mittelalter in die Fenster hängten, um auf ihre Armut und Not hinzuweisen. Eine stille Bitte um Hilfe und gleichzeitig eine Form von Protest gegen die Obrigkeit. Da die Hungertücher selbst genäht wurden, entstand zunächst die Bezeichnung „am Hungertuch nähen“. Aus nähen wurde irgendwann nagen, und die Bedeutung änderte sich.
Das Hilfswerk gestaltet seit den 1970er Jahren alle zwei Jahre ein neues Hungertuch. Diese Kunstwerke greifen soziale Themen auf. Sie werden in vielen Kirchengemeinden aufgehängt und stehen im Mittelpunkt von Gottesdiensten oder Aktionen.
So auch in unserer Kirchengemeinde. Am 26. März gab es eine kurze Andacht im Ev. Gemeindezentrum ein, wo wir gemeinsam das diesjährige Hungertuch betrachteten.
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