28/01/2021
Am Holocaust-Gedenktag erinnerte auch der Bezirk Oberfranken an die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. „Wir sind verpflichtet, die Erinnerung wachzuhalten“, betonte Bezirkstagspräsident Henry Schramm. „Der Bezirk Oberfranken hat erst kürzlich durch eine Gedenktafel für Schloss Hartheim bei Linz die oberfränkischen Opfer der T4-Aktion geehrt, die zum großen Teil aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Kutzenberg deportiert wurden.“ Die zehn jüdischen Patientinnen und Patienten der späteren Bezirksklinik Obermain waren die ersten Behinderten, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. 🙏😔
Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold erinnerte daran, dass die Verbrechen gegen Jüdinnen und Juden in Oberfranken bereits in der Heimat stattfanden. „Schon in der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurden nicht nur Häuser geplündert und Synagogen geschändet, sondern auch Menschen erschlagen und in den Suizid getrieben“, berichtete Dippold. Im November 1941 begannen die Deportierungen der oberfränkischen Juden, die bis in den September 1942 andauerten. Mehrere tausend Menschen wurden in Güterwaggons in die Vernichtungslager geschafft. Das Grauen des Holocaust überlebten nur Wenige von ihnen. 😥💐
„Umso mehr können wir froh sein, dass es heute wieder jüdisches Leben in Oberfranken gibt“, stellte Bezirkstagspräsident Schramm heraus und verwies auf die aktiven Kultusgemeinden in Bamberg, Bayreuth und Hof. 👍🙂
Foto: Stolperstein für die Lichtenfelser Lehrersfrau Sofie Seliger, die in der Pogromnacht 1938 zu Tode gebracht wurde