05/06/2026
Am Mittwoch, 10. Juni 2026, 10.00 Uhr findet wieder ein Vortrag im Rahmen des "ThomasForum - begegnen, bilden, glauben" im Gemeindesaal der Ev.- Luth. Kirchgemeinde St. Thomas Leipzig statt.
Prof. Dr. Maren Röger, Direktorin des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa in Leipzig, wird einen Vortrag halten über:
Flucht, Vertreibung, Umsiedlung. Deutsch-polnische Erinnerungen
Das Ende des Zweiten Weltkriegs hat zu großen Bevölkerungsverschiebungen im östlichen Mitteleuropa geführt, die als Flucht, Vertreibung oder Umsiedlung tiefe Spuren in vielen unserer Familien hinterlassen haben. In der ehemaligen DDR wurde im öffentlichen Raum eher wenig darüber gesprochen; in der Bundesrepublik aus politischen Gründen sehr viel. Beides blockierte über Generationen hinweg das Gespräch in den Familien über den Heimatverlusts. Auch in Polen und der Tschechoslowakei war das Thema der Umsiedlung der deutschsprachigen aber auch der eigenen Bevölkerungen lange Zeit nicht adressierbar. Die Ereignisse sind Beispiele eines in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts international kaum umstrittenen und vielfach angewendeten Verfahren, von dem man sich die Befriedung ethnischer und religiöser Konflikte versprach. Frau Professor Röger wird über die Ereignisse im deutsch-polnischen Kontext sprechen, und über den Umgang mit ihnen nach 1945.
Dieses Veranstaltungsformat findet in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) Sachsen statt, die durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes unterstützt wird.
Der Zugang zum Gemeindesaal ist barrierefrei und für Rollstuhlfahrer geeignet. Der Eintritt ist frei.