12/03/2026
Fastenzeit
Ich bin nicht sonderlich gut im "Fasten". Der Verzicht fällt mir schwer, weil ich schlichtweg gern genieße. Ich will das Fasten auch nicht kleinreden, es hat durchaus seinen Sinn und Wert. Aber in meiner Predigt und so, wie ich Gottesdienst feiere, ist mir anderes wichtiger geworden in den letzten Jahren.
Als Seelsorger ist man viel mit den schweren Seiten des Lebens konfrontiert: Krankheit, Trauer, Schuld, Streit, Ungerechtigkeit, bis hin zu Gewalt und Tod.
Als Prediger thematisiere ich diese Schattenseiten menschlichen Daseins - und setze sie in den Kontext des Ostergeheimnisses, das uns Christinnen und Christen trägt: dass jede Träne getrocknet und jede Wunde geheilt werden wird, dass Ungerechtigkeit gesühnt und Versöhnung ermöglicht wird, dass Trauer zu Freude wird und der Tod nicht mehr ist - weil Gott selbst den Tod überwunden hat und verspricht, dass Leid, Ungerechtigkeit und Tod nicht für immer sein werden.
Auch das ist Fastenzeit, das weiß ich. Sich mit dem eigenen Leben auseinandersetzen, sich der eigenen Gebrochenheit stellen und der der ganzen Welt - und sich immer mehr hineinglauben in das Osterfest, das Fest der Erlösung.
Euch eine gesegnete Vorbereitung auf Ostern!
Dank dir, Matthias, für die Fotos! .le