Deshalb hat das Gebäude eine besondere Bedeutung für den Orden. „Willkommen daheim“ hieß es am 12. Oktober für die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf, die nach mehr als 120 Jahren wieder in die Koblenzer Altstadt zurückgekehrt ist. Mit einem Gottesdienst in der Liebfrauenkirche feierte der Trierer Weihbischof Robert Brahm gemeinsam mit den Brüdern und vielen Festgästen die F
ertigstellung des neuen und alten Stammhauses in der Florinspfaffengasse. Im Anschluss weihte Brahm das nach dem Ordensgründer benannte Peter-Friedhofen-Haus von der gleichnamigen Kapelle im Innenhof aus ein. Der Gebäudekomplex war nach langer Planungsphase ab 2011 umgebaut, renoviert und erweitert worden. Ein neu angelegter Klostergarten soll künftig Besuchern als Ort der Ruhe und Besinnung offenstehen. In dem neu gegründeten Konvent werden nun wieder fünf Brüder ständig in der Koblenzer Innenstadt vertreten sein.
„Gott einen Ort sichern, mitten unter den Menschen – das wird die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf jetzt wieder in der Koblenzer Altstadt tun“, sagte Weihbischof Brahm in seiner Predigt. Er freue sich sehr, dass die Gemeinschaft zu ihren Ursprüngen zurückkehre. 1850 gründete Peter Friedhofen in Weitersburg die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder, 1852 kam das Gebäude in der Florinspfaffengasse in ihren Besitz. Ab diesem Zeitpunkt bis zu seinem frühen Tod mit 41 Jahren 1860 lebte und wirkte der Ordensgründer Peter Friedhofen hier. Brahm erklärte, mit ihrem Einsatz für arme, schwache und kranke Menschen hätten die Barmherzigen Brüder schon damals Gott einen Ort mitten unter den Menschen gesichert. Denn Gottesliebe verstünde der Orden vor allem auch als Nächstenliebe. So sei auch der Satz aus dem Matthäus-Evangelium zu verstehen: ‚Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan‘ – sozusagen ein Leitgedanke für die Brüder. „Nur wenige Evangelienworte prägen und beunruhigen die Kirche so sehr wie dieses“, betonte Brahm. Denn es bedeute, dass der Mensch an seinem Handeln gemessen werde, dass es die konkrete Hilfe sei, die zähle. „Wir werden hier zum Handeln aufgefordert, wir sollen die Not der Menschen sehen. Momentan denken wir dabei etwa an die ertrunkenen Flüchtlinge vor der Insel Lampedusa oder an die syrischen Flüchtlingslager.“ Gott lasse diese Menschen nicht allein, erklärte Brahm weiter, sondern er stelle sich an ihre Seite. „Eine kraftvollere Antwort auf unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit kann es gar nicht geben“. Der Dienst am Menschen sei vor allem auch für die Barmherzigen Brüder der Dienst an Gott. Jetzt sichere die kleine Klostergemeinschaft mit ihrem Wirken Gott wieder einen besonderen Platz inmitten von Koblenz. Am Ende des Gottesdienstes bedankten sich die Brüder auch bei dem 80-köpfigen Projektchor, der unter Leitung von Professor Matthias Kreuels den Gottesdienst musikalisch begleitete. Der Chor setzte sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Einrichtungen der Brüder zusammen. Bevor es wenige Schritte weiter zur Einweihung des Peter-Friedhofen-Hauses ging, begrüßte auch Pfarrer Stefan Wolff die Ordensgemeinschaft im Namen der Pfarreiengemeinschaft ‚Koblenz-Innenstadt Dreifaltigkeit‘: „Wer anderen helfen und für sie da sein will, der braucht auch selbst ein Zuhause, eine geistige und menschliche Heimat. In diesem Sinne: Willkommen daheim!“