28/08/2026
Hast du es auch schon gehört oder gelesen - "Dein Baby schläft schlecht? Dein Baby ist x Monate alt? Na klar, dann ist es in einer Schlafregression."
Der Begriff ist griffig und hat sich u.a. durch Schlafcoachings auf Social Media schnell verbreitet. Um eine medizinische oder entwicklungspsychologische Diagnose handelt es sich aber nicht und hält auch wissenschaftlich nicht stand.
Dein Kind entwickelt sich nicht zurück und verlernt daher bereits erworbene Schlafmuster, was dieser Begriff aber bedeuten würde. Eine Regression ist im medizinischen oder auch psychologischen Sinne ein Rückschritt auf ein vorheriges Entwicklungslevel, idR ausgelöst durch Dinge wie Traumata oder körperliche Erkrankungen. Eine Regression in diesem Sinne hätte auf jeden Fall Abklärungsbedarf.
Ganz anders ist es allerdings bei kindlichem Schlafverhalten. Schlechteren / unruhigeren Nächte, mit vermehrten Aufwachen, Wachphasen sowie erhöhtem Kalorien- und / oder Nähebedürfnis liegt in aller Regel eine Progression der kindlichen Entwicklung zugrunde, das Gehirn macht einen "Entwicklungssprung". Das Kind ist nicht defizitär und sein Gehirn hat nichts verlernt. Im Gegenteil - es lernt und entwickelt sich permanent. Zähne bahnen sich ihren Weg. Das alles kann das Nervensystem schon mal temporär überfordern.
Ich halte nichts davon, dass wir Babys & Kleinkinder ständig wie kleine Maschinen betrachten, die kaputt sind, sobald sie nicht in unsere Lebenswelt passen. Wir haben uns eine Welt gebaut, in der kompetentes kindliches Verhalten eine Belastung ist & als störend empfunden wird. Hier liegt das Problem.
Das Kind muss nicht repariert werden, es braucht Erwachsene, die Verantwortung übernehmen und in herausfordernden Phasen entlasten - und ja, häufig liegt das Problem beim Partner, der seinen Teil der Care-Arbeit nicht (ausreichend) übernimmt 🤷🏼♀️
Wie findest du den Begriff "Schlafregression", was hilft dir in schwierigen Schlafphasen und haben dich meine Gedanken zum Nachdenken angeregt?