23/03/2026
Die Entscheidung ist gefallen: Jan St. Werner wird die Elisabethkirche in Kassel zur "Klang-Raum-Kirche" umgestalten und dabei die unbeschädigten Orgelpfeifen nach dem Dacheinsturz 2023 in eine neue Raummusik integrieren. Der renommierte Künstler und Professor der Folkwang Universität der Künste präsentiert seine visionäre Idee dann im documenta-Sommer 2027.
Jetzt entschied sich die Gruppe für den Vorschlag von Jan St. Werner. „Seine Idee für eine ‚Klang-Raum-Kirche‘ hat uns am stärksten beeindruckt“, sagt Projektsprecher Christoph Baumanns. Werner greift unmittelbar die aktuelle Situation in der Elisabethkirche auf, in der durch den Dacheinsturz im November 2023 auch die Orgel zerstört wurde. Er wird mit Orgelpfeifen, die unbeschädigt geblieben sind, eine eigene Raummusik schaffen. „Ich war etwas überwältigt, als ich von der Entscheidung der Projektgruppe hörte“, berichtet Jan St. Werner, „genauso wie vom Anblick der zerstörten Orgel. Die Aufgabe, aus einer Zerstörung heraus neue Klänge für einen speziellen kulturellen Raum zu entwickeln, ist eine Herausforderung, auf die man konzentriert und sensibel reagieren muss.“
Jan St. Werner, Künstler und Komponist mit einer eigenen Verbindung zu bildender Kunst, ist Professor an der Folkwang Universität der Künste in Essen und leitet dort den Studiengang Sound Practice Research. Mit seiner Familie lebt er in Berlin. Beim Mediengespräch am 16. April wird er sich persönlich in Kassel vorstellen.
Jan St. Werner: Seine Werke wurden unter anderem auf der Ural Biennale, der documenta 14, im Lenbachhaus München, im Institute of Contemporary Arts (ICA) in London, in der DAAD-Galerie Berlin, am Museum für zeitgenössische Kunst (MSU) in Zagreb sowie in der Elbphilharmonie, dem Chicago Symphony Center und auf der Ruhrtriennale präsentiert. 2023 zeigte die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden seine erste Einzelausstellung Space Synthesis. 2024 war er einer von sechs Künstler*innen, die Deutschland auf der Biennale in Venedig 2024 vertraten. Werner lehrte am MIT – Massachusetts Institute of Technology für das Programm Arts Culture Technology und war Professor für Dynamische Akustische Forschung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.
Projekt-Hintergrund: Das Bistum Fulda und die Katholische Kirche Kassel werden wie seit 2002 auch den Zeitraum der documenta 16 (12. Juni bis 19. September 2027) als Gelegenheit wahrnehmen, einen eigenen Raum für Gegenwartskunst zu öffnen. Damit beteiligen sie sich am lokalen wie globalen Ideenaustausch und dem gerade während der documenta inspirierenden öffentlichen Dialog darüber, was Kunst sein und bewirken kann. Die Begegnung mit aktueller Kunst eröffnet zudem vielfältige Möglichkeiten für den Diskurs über Fragen zur Angst und Hoffnung der Gegenwart. Grundlegend für die ‚Bespielung‘ der Elisabethkirche ist die Erfahrung, dass viele Besucherinnen und Besucher der documenta den Kirchenraum als Raum der Besinnung und der Konzentration nutzen. Erstmalig wird es beim Kunstprojekt 2027 ein ökumenisches Begleitprogramm geben.
Video von der Ideenpräsentation:
Die Entscheidung ist gefallen: Jan St. Werner wird die Elisabethkirche in Kassel zur "Klang-Raum-Kirche" umgestalten und dabei die unbeschädigten Orgelpfeife...