Synagoge - Chabad Karlsruhe

*Der Käsekuchen-Effekt: Warum das „Anschauen“ allein nicht genügt 🍰*In den letzten Tagen ist es fast unmöglich, Nachrich...
21/05/2026

*Der Käsekuchen-Effekt: Warum das „Anschauen“ allein nicht genügt 🍰*

In den letzten Tagen ist es fast unmöglich, Nachrichten zu lesen oder soziale Medien zu nutzen, ohne von einer Flut an Käsekuchen-Videos überrollt zu werden.

Überall sieht man diese kunstvollen, perfekten Torten. Mit der passenden Musik und professioneller Bearbeitung wirken sie so verlockend, dass man am liebsten direkt zugreifen würde. Es scheint fast so, als hätten wir die Freude am eigentlichen Backen gegen die reine Beobachtung getauscht.

Natürlich gehören traditionelle Speisen zu jedem unserer Feste: Der Granatapfel an Rosch Haschana, die Sufganiyot an Chanukka oder die Hamantaschen an Purim.

Doch an Schawuot habe ich manchmal das Gefühl, dass der Käsekuchen alle anderen Inhalte des Festes in den Hintergrund drängt. Er ist von einem schönen Brauch zum eigentlichen Mittelpunkt geworden.

Das ist das Phänomen der modernen *„virtuellen Kulinarik“*: Wir verbringen viel Zeit damit, anderen beim Schaffen zuzusehen. Wir bewundern die Ästhetik und die Inszenierung. Der Vorteil dabei ist klar: Man nimmt davon nicht zu.

Doch der entscheidende Nachteil ist: Man wird davon auch nicht satt. Es bleibt eine bloße Illusion, eine ästhetische Hülle, solange der Kuchen nicht wirklich vor uns auf dem Tisch steht. Erst wenn wir die Speise tatsächlich zu uns nehmen, spüren wir den Geschmack und die Energie, die sie uns schenkt.

Dies erinnert mich an eine klassische jüdische Anekdote:
Ein Gast sitzt im Restaurant und bittet den Kellner zu sich: „Herr Ober, bitte probieren Sie einmal diese Suppe!“
Der Kellner fragt verwundert: „Was ist damit? Ist sie zu kalt? Oder vielleicht zu salzig?“
Der Gast wiederholt nur ruhig: „Bitte, probieren Sie einfach die Suppe.“
Schließlich gibt der Kellner nach: „Gut, ich werde sie kosten. Wo ist der Löffel?“
Da antwortet der Gast: „Genau das ist es! Wo ist der Löffel?!“

*Genau hier liegt der Kern von Schawuot, dem Fest der Übergabe der Tora.*

Es gibt viele wertvolle Gründe für den Brauch der Milchspeisen, und jeder davon beleuchtet einen anderen Aspekt des Festes:

*Die Süße der Weisheit:* Die Tora wird in den Psalmen mit Milch verglichen, wie es heißt: „Honig und Milch unter deiner Zunge“. So wie Milch ein Neugeborenes nährt und stärkt, so gibt die geistige Nahrung der Tora unserer Seele alles, was sie zum Wachsen braucht.

*Der Berg Sinai:* Ein anderer Name für den Berg Sinai ist *Har Gawnunim*. Das hebräische Wort *Gevina* (Käse) leitet sich von derselben Wurzel ab. Der Verzehr von Käse erinnert uns also direkt an den Ort, an dem wir die Zehn Gebote erhalten haben.

*Die Geburt der Kaschrut:* Eine bekannte praktische Erklärung ist, dass das Volk Israel die Speisegesetze erst am Sinai erhielt. Da sie nun lernten, wie man Fleisch rituell schlachtet und Gefäße koscher macht, fehlte ihnen am ersten Schabbat nach der Gesetzgebung die Zeit für die aufwendige Vorbereitung. Sie entschieden sich daher für einfache Milchspeisen, die keine lange Vorbereitungszeit benötigten.

Doch die tiefere Botschaft hat viel mit jener Suppe und den eingangs erwähnten Videos zu tun.

Die Tora ist wie der kostbarste Käsekuchen. Doch wir leben in einer Generation, die sich oft mit dem „Zuschauen“ begnügt.

Wir lesen inspirierende Zitate, sehen kurze Clips über Spiritualität oder bewundern Menschen, die ihr Leben dem Studium widmen. Doch solange wir unser Judentum nur von außen betrachten, wie ein schönes Video oder eine ferne Tradition, bleibt unser Inneres unberührt.
Um den wahren „Geschmack“ der Tora zu erfahren, benötigen wir den Löffel.

Dieser Löffel ist das *aktive Lernen*. Es ist die Bereitschaft, sich hinzusetzen, ein Buch aufzuschlagen, die Logik zu hinterfragen und die Gedanken wirklich zu verinnerlichen. Ohne diesen Prozess bleibt die Tora wie jene Suppe ohne Löffel: Man kann über sie sprechen, man kann sie bewundern, aber man kann sie nicht wirklich genießen.

Ein Video von einem Kuchen macht niemanden satt. Und das bloße Wissen um die Existenz der Tora macht uns nicht weiser. Wir müssen die Tora in uns aufnehmen, sie „verdauen“ und sie zu einem lebendigen Teil unseres Alltags machen.

Erst wenn der Funke vom Gesehenen in unser Herz springt, wird aus der Theorie eine prägende Kraft.

Ich lade Sie ein: Nehmen Sie sich an diesem Schavuot-Fest einen Moment Zeit, um nicht nur zu feiern, sondern wirklich eine Seite in einem jüdischen Buch zu öffnen. Probieren Sie den Geschmack der Tora selbst.

Mögen wir die Tora in diesem Jahr wirklich verinnerlichen, mit Freude, geistiger Tiefe und echter Hingabe.

*Chag Schavuot Sameach!*

Rabbiner Mordechai Mendelson
Chabad Karlsruhe

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Schabbat-Zeiten für Karlsruhe:
​Lichtzünden: DO. 20:52
Lichtzünden: FR. 20:53
​Schabbat-Ausgang: 22:13

Liebe Freunde, Ich habe mir diese Woche mal ein paar Gedanken gemacht, die uns eigentlich alle im Alltag begleiten. Es g...
08/05/2026

Liebe Freunde,

Ich habe mir diese Woche mal ein paar Gedanken gemacht, die uns eigentlich alle im Alltag begleiten. Es geht um etwas zutiefst Menschliches: das Festhalten. Wir klammern uns an alles Mögliche, an das Haus, das wir gebaut haben, an Pläne für die Zukunft, oder an eine Beziehung, von der wir dachten, sie hält ewig. Wir suchen verzweifelt nach diesem Gefühl von "festem Boden" unter den Füßen.

Aber wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Oft halten wir uns gar nicht an der Sache selbst fest, sondern an der *Angst*.

Die Angst vor dem Verlust. Die Angst davor, wer wir eigentlich sind, wenn wir das loslassen, was uns so lange definiert hat.

In den Wochenabschnitten *Behar-Bechukotai* zeigt uns die Tora etwas, das uns wirklich wachrüttelt. Es geht um die *Schmitta*.

Für alle, die den Begriff nicht kennen: Schmitta ist das „Sabbatjahr“ für das Land Israel. Alle sieben Jahre sagt Gott: „Stopp. Lass das Feld ruhen. Nimm die Hände weg.“ Man darf nicht ernten, man gibt seinen Besitzanspruch auf.

Und die Tora ist so ehrlich zu uns! Sie lässt Platz für unsere Sorgen: *„Was sollen wir essen?“* (Wajikra 25). Das ist keine Sünde, das ist menschlich. Es ist die Angst: Wer hält mich eigentlich, wenn ich aufhöre, mich selbst so krampfhaft festzuhalten?

Hier sind drei Beispiele, wo uns dieses Festhalten im Weg steht:

1. *Zorn und Recht-Haben:* Wie oft streiten wir in der Ehe oder mit Freunden, nur um am Ende als Sieger dazustehen? Wir halten an unserem Zorn fest, weil er sich im ersten Moment wie Kraft anfühlt. Aber mit der Zeit halten wir nur noch die Wut fest, weil wir Angst haben, als „Verlierer“ dazustehen. Dieser Kampf rettet nichts, er hält nur die Wunde offen. Probiert es mal aus: Ein bissel vom Ego loslassen, den Zorn ziehen lassen, und plötzlich ist wieder Platz für Licht im Haus. Das ist echter "Schalom Bajit"( häuslichen Frieden).

2. *Stress im Business:* Natürlich müssen wir arbeiten, wir brauchen "Hischtadlut" (eigene Bemühung). Aber oft verwechseln wir Bemühung mit Kontrolle.

Wir denken, jeder Euro kommt nur durch unser Schwitzen und unsere schlaflosen Nächte. Die Schmitta erinnert uns: Wir bauen nur den Becher, aber Gott füllt ihn mit Segen. Wer lernt, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben, schläft nachts viel besser.

3. *Unsere Kinder:*
Wir wollen sie vor jedem Fehler bewahren und halten sie oft so fest, dass sie kaum atmen können. Wir haben Angst, sie zu verlieren, wenn sie ihren eigenen Weg gehen. Aber jüdische Erziehung heißt auch Vertrauen. Man muss die Kinder auch mal „laufen lassen“, damit sie ihren eigenen göttlichen Funken entdecken und mit Gottes Hilfe stark werden.

Ein Witz dazu, den ihr vielleicht kennt...
Ein Jude fällt nachts von einer Klippe und kann sich gerade noch an einem Ast festhalten. Er schreit zum Himmel: „Herr der Welt! Hilf mir! Ist da jemand?“
Eine Stimme antwortet: „Ja, mein Sohn, Ich bin hier. Hab Vertrauen, lass den Ast los, und Ich werde dich auffangen.“

Der Mann schaut kurz in die schwarze Tiefe, blickt dann wieder nach oben und ruft: „Ähm... Entschuldigung... ist da vielleicht noch jemand anderes, der mir helfen kann?“

Genau so sind wir oft, oder? Wir beten um Hilfe, aber den Ast der Kontrolle wollen wir nicht loslassen.

Was nehmen wir mit?
Das Land stirbt im siebten Jahr nicht, weil es ruht. Im Gegenteil, es erholt sich und wird neu. So ist es auch mit uns. Erst wenn wir aufhören, aus Angst festzuhalten, entdecken wir eine Zukunft, die wir vorher gar nicht sehen konnten, einfach weil unsere Hände zu fest geballt waren.

Der stärkste Moment im Leben ist nicht der, in dem du bis zum Letzten kämpfst. Es ist der Moment, in dem du verstehst:
"Nicht alles, was du festhältst, hält am Ende auch dich."

Ich wünsche euch allen einen ruhigen Schabbat, ein Herz, das loslassen kann, und einen Blick für die neue Zukunft.

*Schabbat Schalom!*
Rabbiner Mordechai Mendelson
Chabad Karlsruhe

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Schabbat-Zeiten für Karlsruhe:
​Lichtzünden: 20:34
​Schabbat-Ausgang: 21:51

27/01/2026
https://www.youtube.com/watch?v=ZoU001K3Kuk
07/09/2025

https://www.youtube.com/watch?v=ZoU001K3Kuk

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Liebe Freunde von Chabad Baden,unser schöner Jahreskalender wird in zwei Wochen bei uns ankommen.Bitte schreibt mir alle...
17/08/2025

Liebe Freunde von Chabad Baden,
unser schöner Jahreskalender wird in zwei Wochen bei uns ankommen.

Bitte schreibt mir alle die einen Kalender haben möchten hier auf Facebook ein
"JA".
und dann schickt mir bitte Eure Anschrift
https://forms.gle/koFADmWVkPQAs2Pk8
oder WhatsApp
https://wa.me/491774491928
Bitte auch alle die im letzten Jahr bereits einen Kalender bekommen haben.

Ich bin sicher daß unser Kalender auch eine gute Gelegenheit ist Eure Verbundenheit mit unserer Gemeinde zu zeigen und unser Chabad Haus mit einer Spende zu stärken damit wir auch in Zukunft unsere heilige Arbeit fortführen können.
Spende : Chabad Karlsruhe,
Volksbank pur,
IBAN: DE66661900000010381703
BIC:GENODE61KA1
Credit
https://buy.stripe.com/00waEY9560cL2TGfk11ZS0e
Paypal:
https://paypal.me/Chabadbaden

Danke Euch allen von ganzem Herzen.
Mit freundlichen Grüßen
Rabbiner Mordechai Mendelson
Chabad Karlsrueh

Einfach erstaunlich, was ChatGPT alles kann ich habe damit Bilder für das Titelbild jeder Unterrichtseinheit erstellt.Wa...
23/04/2025

Einfach erstaunlich, was ChatGPT alles kann

ich habe damit Bilder für das Titelbild jeder Unterrichtseinheit erstellt.

Was sagt ihr dazu? Eure Meinung interessiert mich sehr!
Link in den ersten Kommentaren – und nicht vergessen, ein Abo dazulassen!

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