07/01/2021
Liebe Gemeinde,
Es ist wohl bekannt, dass Weihnachten das Fest der Liebe, der Freude und der Hoffnung ist. In Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und das ist der Grund warum wir jubeln können.
Seit dem Jahr 336 feiert die universale Kirche im Ost und West am gleichen Tag das Geburtsfest. Aktuell, nach der gregorianischen Korrektur des Kalenders (1582) wurde Weihnachten im Westen 14 Tagen früher als im Osten gefeiert. Neben Ostern und Pfingsten bleibt das Geburtsfest eines der großen Feste der Kirche.
"Und das Wort ist Fleisch geworden,
und hat unter uns gewohnt,
und wir haben seine Herrlichkeit gesehen,
die Herrlichkeit des einzigen Sohnes des Vaters,
voll Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14)
Eine weitere Besonderheit des Weihnachtsfestes macht sich beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses bemerkbar;
„ hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden“
Hier stellte sich die Frage „Warum ist Gott Mensch geworden“?
1) Die Menschwerdung Gottes zeigt uns seine Liebe:
Der Hl. Apostel Johannes erklärt uns in seinem 1. Brief das Inkarnationsgeheimnis;
,,Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben" (1 Joh 4,9).
Jesus selbst sagte uns in das Evangelium nach Johannes ,,Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat" (Joh 3,16).
2) Die Menschwerdung Gottes erneuert unsere menschliche Natur und macht uns zu Kinder Gottes:
Als Gott den Menschen erschuf, formte er ihn nach seinem Bild. Nach Gottes Bild. Dieses Bild wurde durch die Sünde beschädigt. Deswegen war die Inkarnation Gottes ein Muss um die Menschennatur zu heilen und um sein Bild in den Menschen zurückzustellen.
Der Apostel Petrus predigt zu uns dass, „Das Wort Fleisch geworden ist, um uns ,,Anteil an der göttlichen Natur" zu geben (2 Petr 1,4).
Der heilige Irenäus von Lyon schrieb in der 2.JH ,,Dazu ist das Wort Gottes Mensch geworden und der Sohn Gottes zum Menschensohn, damit der Mensch das Wort in sich aufnehme und, an Kindesstatt angenommen, zum Sohn Gottes werde" (Irenäus, hæer. 3,19,1). Der theologische Kern der Hl. Athanasius der Große war „Das Wort Gottes ,,wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden" (Athanasius, inc. 54,3).
Paulus schrieb in den Brief an die Galater:
„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlagen“ (Gal 4,4-5).
„Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es“ (1 Joh 3,16).
3) Die Menschwerdung Gottes gibt die Welt die Hoffnung:
In unserer Welt, wo Chaos, Krankheiten, Neid, Betrug, Korruption und Macht regieren leidet die Menschheit unter Angst und Friedenmangel. Heute erschien für uns Christus der Retter, der Heiland. Nur durch ihn finden wir unsere Heilung, Hoffnung und Friede.
Heute singen wir mit feierlichen Töne:
Die Jungfrau gebiert heute Den, der über allem Sein ist,
und die Erde bietet die Höhle dem Unzugänglichen,
Die Engel lobpreisen mit den Hirten,
Die Weisen wandern dem Sterne nach.
Denn für uns ward geboren als kleines Kind
der Gott vor den Zeiten.
Bleibt hier die Frage, was biete ich Christus in seinem Geburtstag an?
In der Ikone der Menschwerdung steht unsere Mutter, die Jungfrau Maria in ihren blauen Kleidern für den zweiten Himmel.
Die großen Sterne auf ihren Kleidern stehen für ihre Jungfräulichkeit vor, während und nach der Geburt. Sie hält in ihren Armen den Säugling, dieses kleine Kind, geboren in Bethlehem, gewickelt in Windeln, gleich einem Leichentuch; denn er ist gekommen, um zu sterben und sich hinzugeben für die ganze Welt. Um die Krippe herum finden sich zwei Tiere, die sinnbildlich für die Juden und die Völker stehen. Am unteren Rand der Ikone seht Ihr das Bild des Lamms, das immer als Opfer dargebracht wird, Symbol des immerwährenden Opfers, Opfer und Kreuzigung unseres Herrn Jesu Christi zur Erlösung der Menschheit. Auf der Ikone finden wir auch die Schatten der Nacht, in der sich die Geburt unseres Herrn Jesu Christi ereignete.
Christus wird geboren, verherrlicht ihn.
Christus vom Himmel, zieht Ihm entgegen.
Christus auf Erden, erhebet euch.
Singet dem Herrn, alle Lande,
in Jubelpreist ihn, ihr Völker;
denn Er ist verherrlicht.
Alle Ehre, Ruhm und Anbetung gebührt unserem Gott, dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen.
Frohe Weihnachten